Das Moersfestival erfindet sich neu


TALIBAM! BIG IMPAKT nennt sich die Spontanformation aus 9 Schlagzeugern und einem Synthesizer, die am Pfingstmontag um 21 Uhr nochmal ordentlich Alarm macht. Ein Tsunami aus Rythmus und Energie gibt einem erschöpft-aber-glücklichem Publikum in der Moerser Festivalhalle (die der örtliche Stromversorger stilsicher in ENNI.eventhalle umgetauft hat) für eine halbe Stunde den ersehnten Rest, bevor Festivalleiter Tim Isfort noch rasch ein paar Abschiedworte los wird: „Tschüss, bis zum nächsten Jahr.“ Eine recht lapidare Ansprache angesichts der Tatsache, daß soeben eins der bemerkenswertesten Moersfestivals der letzten Jahre zuende gegangen ist. Eine Rettung in letzter Sekunde, könnte man auch sagen – und der Patient ist bester Laune. Von unserem Gastautor Matthias Heße.

Der Reihe nach: 1972 als Internationales New Jazz Festival Moers an den Start gegangen, erobert sich das Pfingstevent rasch den Ruf als eines der wichtigsten Festivals für Free Jazz überhaupt. Auch wenn es aus konservativen Kreisen der Moerser Bürgerschaft permanente Anfeindungen ob des atonalen Krachs, der kiffenden Hippies, der Müllberge und nicht zuletzt des städtischen Zuschusses wegen ausgesetzt ist, spült es einmal jährlich internationales Renomee in das sonst eher verschlafene Städtchen westlich von Duisburg.

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Cartoons ohne Bilder #2


Mutter mit Zwillingskinderwagen, eine alte Dame beugt sich darüber.
Dame: „Da ist ja einer niedlicher als der andere!“
Mutter (zornig): „Welcher???“

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Tanzhaus NRW: Unlikely Creatures (drei) us hearing voices von Billinger & Schulz

„Unlikely Creatures (drei) us hearing voices“ von Billinger & Schulz am Tanzhaus NRW (Foto: Marina Weigl)

Nur dreißig Zuschauer können die Vorstellung im großen Saal sehen. Grund dafür ist die ungewöhnliche Bühnensituation von „Unlikely Creatures (drei) us hearing voices“, dem dreiteiligen letzten Teil einer Trilogie des Performanceduos Billiger & Schulz. Uraufgeführt wurde das Stück am Mousonturm in Frankfurt, am 17.5. hatte es Premiere in Düsseldorf am Tanzhaus NRW, das neben dem FFT Düsseldorf koproduziert hat.

Die Stühle sind von den Zuschauerrängen abmontiert, das Publikum nimmt in der Mitte des Bühnenraumes auf einem kleinen Podest Platz. Eine außergewöhnliche Rundumspielsituation,

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Besser sprechen für eine bessere Welt

Verkehrszeichen Foto: John Maynard Friedman Lizenz: CC BY-SA 4.0


Wenn „Fahrzeugführende“ auf „zu Fuß Gehende” treffen, freuen sich Gendergerechtigkeit Pflegende über so viel sprachliche Korrektheit. Von unserem Gastautor Matthias Kraus.

Die heteronormative Mehrheit kommt mit gendergerechter Sprache nicht gut klar. Sie stammt halt nicht aus der Gosse der Umgangssprache, ganz im Gegenteil, man hat sie an Universitäten ersonnen und setzt sie nun von oben um. Bei „Belles Lettres“ – Deutsch für Dichter und Denker“ sezierte Sprachästhet und Schriftsteller Daniel Scholten schon 2014 die Hintergründe und Konsequenzen dieser Ausdrucksoptimierung. Zum Beispiel wurde 2013 die deutsche Straßenverkehrsordnung genderneutral umgeschrieben. Fußgänger sind nun „zu Fuß Gehende“. Viele Wörter, für die bislang die Unschuldsvermutung galt, werden heute als diskriminierend erkannt. Also werden sie so umformuliert, dass die ihnen innewohnende toxische Männlichkeit nicht länger Schaden anrichten kann.

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