
Migration ist ein Reizthema, aber warum ist das so? In Talkshows, Feuilletons, politischen Debatten und der Boulevardpresse wird über Phänomene, die unmittelbar oder indirekt mit Migration zusammenhängen, gestritten. Anders als häufig vermutet wurde, spielen hier nicht die Gesetzmäßigkeiten der Massenmedien ein ritualisiertes Spiel, in dem ein Thema hochgekocht wird, um dann schnell wieder abzukühlen. Migration ist ein Dauerbrenner geworden, ein zentrales Thema für Politik und Gesellschaft. Dabei sind die Diskussionsanlässe in der Regel negativ konnotiert, sei es die Angst vor Flüchtlingswellen, vor einer Islamisierung oder ganz allgemein vor Überfremdung: So gab es in der jüngeren Vergangenheit Proteste gegen Flüchtlingsheime oder Moscheebauten, Empörungen wegen der Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien, der vermuteten Integrationsunwilligkeit ehemaliger Gastarbeiter oder der Identifikation von Problembezirken. Ja selbst das Schweigen eines türkeistämmigen Nationalspielers beim Erklingen der Nationalhymne schaffte es auf Titelseiten.
An 10 Veranstaltungsterminen nähern wir uns diesem Diskurs aus verschiedenen Perspektiven an. Dabei werden Experten aus den Bereichen Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Islamwissenschaft, Theologie und Politikwissenschaft ihre Expertise zu einem Schwerpunkt zur Diskussion stellen. Den Auftakt macht die Migrationspädagogin Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning (Universität Duisburg-Essen). Sie hat den Begriff „Migrationshintergrund“, der mittlerweile aus der Wissenschaft in die Amts- und Alltagssprache durchgedrungen ist, in den 1990ern maßgeblich geprägt. Anhand der Geschichte und Verwendung dieses Begriffs wird sie den Rahmen der Vortragsreihe abstecken. Im Anschluss an jeden Vortrag besteht die Möglichkeit der offenen Diskussion. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!








