Der Papst will die Welt verbessern. Seht das ein.

Foto: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho, Creative Commons Attribution 3.0 Brazil
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Vor ein paar Tagen stand hier bei den Ruhrbaronen einer von den klassischen „Die katholische Kirche ist immer Scheiße“-Texten, die egal, was der Papst macht, alles doof finden.

Die Begründungen dieser Mainstreamigen immergleichen Texte sind auch immer gleich. Der Papst ist doof wegen: Kinderschändung durch Priester, Verfolgung von Andersgläubigen im Mittelalter und wenigstens die Kreuzzüge. Aber auch wegen seiner Weigerung aus der katholischen Kirche eine Basisdemokratie zu machen und Frau Käsmann zur Bischöfin von Köln zu weihen.

Meinetwegen kann man die Kirche deswegen auch immer Scheiße finden. Wir leben in einem freien Land. Keiner ist gezwungen, Katholik zu sein.

Aber das ganze Auskotzen gegen die Kirche am Besuch des Papstes Franziskus auf der Insel Lampedusa, beim Besuch der Elendsflüchtlinge aufzuziehen, ist in meinen Augen zu billig und zu unreflektiert. Das muss nicht sein.

Der Besuch des Papstes ist einer von mehreren Hebeln, mit denen Papst Franziskus die Kirche in neue Bahnen lenkt. Es geht wie immer bei der Steuerung großer Einheiten um Symbole, die in diesem Fall zum Vorbild werden für die Abermillionen Katholiken, die sich fragen: Was ist richtig, was ist falsch, was kann ich tun, um Gutes zu tun?

Papst Franziskus gibt Antworten:

– Verzichtet auf Luxus: Er hat das Goldkreuz abgelehnt und ein Eisenkreuz angenommen. (Allein was es für einen Katholiken bedeutet, dass der Papbst auf seine roten, handgenähten Lederschuhe verzichtet und stattdessen schwarze Schuhe trägt, kann offenbar keiner der Kirchenfeinde begreifen)
– Macht Euch frei: Er hat sein Mercedes-Papamobil aufgegeben und nutzt einen billigen offen Fiat.
– Gebt den Armen: Er hat den Namen Franziskus angenommen, einem Bettelmönch, der sich um die Armen kümmerte.
– Nutzt Eure Möglichkeiten: Er baut die Vatikanbank um zu einer Art globaler GLS-Förderbank.
– Öffnet Eure Herzen: Er segnet die Kinder der Menschen, denen es am dreckigsten geht.
– Setzt Prioritäten: Er fährt bei seiner ersten Reise nicht nach Argentinien oder nach Berlin. Er geht vor die eigene Tür. Nach Lampedusa. Er hätte jeden Menschen der Welt besuchen können. Er hat sich für die Elenden entschieden.

Was bewirkt das? Mehr als alle Kirchengegner zusammen jemals bewirken können: mit ihren mit Milchschaum aufgeschäumten Wohlstandskinder-Pamphleten.

Jeder Katholik sieht im Handeln von Papst Franziskus ein Vorbild. Etliche werden sein Vorbild ignorieren, sicher. Und es wird sicher weiter Verbrecher und Böse Menschen in Reihen der Kirche geben.

Aber der eine oder andere Priester wird sich an dem Vorbild des Papstes ein Beispiel nehmen. Er wird seine Kirche für Flüchtlinge öffnen. Er wird sein Kloster für die Armen öffnen. Er wird vielleicht sogar seine auf Essener Bankkonten gehüteten Schätze hergeben, um den Hunger der Flüchtlinge zu stillen. Es gibt genügend leerstehende Gotteshäuser, die man für Armutsflüchtlinge herrichten kann.

Der eine oder andere Gläubige wird vielleicht einfach in Katernberg auf die Strasse gehen und dem einsamen Kind aus Bulgarien Trost spenden, das zum Betteln geschickt wird.

Der eine oder andere Katholik wird das, was in seiner Macht steht, nutzen, um die Flüchtlinge nicht zurück ins Meer zu stoßen, sondern um ihr Schicksal besser zu machen. Vielleicht ist dieser Katholik ja sogar der Polizist, der irgendwann sagt: „Leckt mich am Arsch“, wenn der Befehl kommt, ein Kind aus Afrika ins Abschiebeflugzeug zu stecken.

Das alles stößt Papst Franziskus an, wenn er sich zu den Elenden begibt und sein Bild mit der segnenden Hand über einem Kinderkopf um die Welt geht. Er beeinflusst Millionen und Abermillionen Menschen. Papst Franziskus will das Blatt zum Guten wenden. Er bemüht sich.

Und er tritt dabei allen auf die Füße, die bisher ihre Macht missbraucht haben. Papst Franziskus hat die Kirchenbankenchefs rausgeworfen. Er hat sich als Bettelmönch auf den Papstthron gesetzt.

Wer das nicht sieht und anerkennt – auch als harter Kirchenkritiker – dem kann ich auch nicht helfen.

Der versteht auch nicht, wieso Papst Johannes Paul einen der wichtigsten Grundsteine zum Sturz des Kommunismus gelegt hat. Damals als er den Ziegel aus dem Petersdom mit nach Polen brachte und dort gegen den Widerstand der Kommunisten begann seine Kathedrale zu bauen. Als die Menschen in die Kirchen strömten und die Diktatoren es nicht wagten, die Inseln der Freiheit zu schleifen.

Ignoranz gibt es eben überall, nicht nur in der katholischen Kirche.

Piraten offen für Koalition auf Bundesebene

pirat_playmobilIm Moment sieht es, was die Bundestagswahl betrifft, nicht besonders gut auf für die Piraten. Aber die lassen, zumindest in NRW, den Kopf nicht hängen. Das zeigt eine Pressemitteilung von heute:

Joachim Paul hält es für möglich, dass die Piraten  nach der Bundestagswahl im September in Koalitionsverhandlungen  gehen. Im 17:30 SAT.1 NRW Sommerinterview sagte der Vorsitzende der  Piratenfraktion in NRW, seine Partei könnte das Zünglein an der Waage sein, wenn es an eine Regierungsbildung gehe. Er forderte die bereits  erfahrenen Landtagsabgeordneten auf, eine neue Bundestagsfraktion zu unterstützen. Dennoch rät Paul seinen Parteikollegen in die Opposition zu gehen, um die Bundespolitik zunächst kennen zu lernen.

Im Landtag in NRW machen die Piraten einen guten Job und stellen viele gut durchdachte Anfragen. Trotzdem: Die Frage künftiger Koalitionsverhandlungen halte ich nicht für die dringlichste der sich die Piraten stellen müssen.

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Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 5: Berlin

Es ist wieder Montag –
Zeit für unsere Serie „Wie esoterisch ist mein Gesundheitsminister?“.

Nach wie vor haben wir keine Rückmeldungen aus Hessen, Brandenburg, Sachsen oder Thüringen. Ebenso wie ihr, werte Leser, wenig Rückmeldung dazu gegeben habt, wie wir in solchen Fällen bewerten sollen. Der einzige Vorschlag liefe darauf hinaus, in solchen Fällen alle 15 Globuli zu vergeben. Auch ist die Frage noch ungeklärt, wie vorzugehen  ist, wenn Ministerien nur ein allgemeines Statement abgeben – nicht aber die drei Fragen einzeln beantworten.

Nun aber zur heutigen Wertung. Es geht ins Dicke „B“!

Senator Mario Czaja (Quelle: Wikipedia.de)
Senator Mario Czaja
(Quelle: Wikipedia.de)

Heutiges Bundesland: Berlin

Senator für Gesundheit und Soziales: Mario Czaja (37)

Parteibuch: CDU

Die Bewertung: Für jede Antwort werden 0 bis 5 Globuli vergeben. Je mehr Globuli, desto esoterischer das Gesundheitsministerium. Insgesamt können also 15 Globuli erreicht werden, wobei dies wohl nur der DHU erstrebenswert erscheinen dürfte.

 

Auch in Berlin gibt es, wie in Sachsen-Anhalt einleitende Worte zu den Antworten, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

„Bitte beachten Sie, dass es bei diesem Thema nicht auf die persönliche Einschätzung von Herrn Czaja ankommt, sondern um die fachlichen Rahmenbedingungen im Feld der Alternativmedizin und der evidenzbasierten Medizin, die Grundlage unserer Arbeit bzw. von Aufklärung und Empfehlungen sind. Aus diesem Grund sind die Antworten nicht als persönliche Zitate des Senators, sondern als Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales anzusehen.“

 

1) Wie steht der Senator die Senatsverwaltung zur Alternativmedizin? Sieht sie darin „zu überwachende Quacksalberei“ oder eine „gleichzuberechtigende Alternative zur Schulmedizin und Naturheilverfahren“?

Der Begriff „Alternativmedizin“ umfasst die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden. Eine pauschale Aussage dazu ist daher gar nicht möglich. Viele alternative Behandlungsmethoden sind längst im medizinischen Behandlungsalltag angekommen und werden tagtäglich angewandt. Eine Entscheidung, welche Behandlung für den einzelnen Patienten sinnvoll ist, wird individuell im Patienten-Arzt-Kontakt entschieden.

Ob alternative Behandlungsmethoden auch von den Krankenkassen bezahlt werden, ist eine andere Frage. Voraussetzung hierfür ist nach § 2 des SGB V, dass die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen dem

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Der Papst auf Lampedusa: Über das Küssen von Kinderköpfen

Foto: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho, Creative Commons Attribution 3.0 Brazil
Foto: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho, Creative Commons Attribution 3.0 Brazil

Alle Welt lobt gerade den „Papst“ für das „wichtige Zeichen“ dass dieser bei seinem Besuch auf Lampedusa gesetzt habe. Dabei hat der kaum weniger als nichts gemacht. Betrachten wir mal die Fakten.

Ein alter Mann, Vorsteher einer Endzeitsekte namens „Römisch-Katholische Kirche“, trägt auf Staatskosten einen lustigen Hut spazieren. Er vertritt ein fiktives Wesen das im Himmel sitzt und darauf achtet, dass wir uns benehmen. In seinem eigenen kleinen Staat ist er absoluter Monarch. Und wie das mit absoluten Monarchen so ist, pfeifen sie auf Gewaltenteilung. Daher hat der Papst die gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt inne. Früher haben die Päpste ihre Schäfchen gegen andere Endzeitsekten aufgehetzt und in den Krieg geschickt. Vielen Leuten wurde dabei sehr weh getan.

Heute machen diese Päpste das nicht mehr. Das kommt nämlich gar nicht mehr so gut an, „Frieden“ verkauft sich viel besser. Und da diese „Römisch-Katholische Kirche“ momentan ein Image-Problem hat, weil in ihrer Obhut viele kleine Kinder missbraucht werden, kann sie eine positive PR gut brauchen.

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Fabio Casartelli starb bei der Tour de France 1995 – Tour-Tross 2013 gedenkt des Unglücks



Die ‚Tour de France‘ der Radprofis findet in diesem Jahr in Deutschland keine große öffentliche Beachtung mehr. Nach all den negativen Schlagzeilen rund um das Thema Doping kann man vielleicht auch gar nichts Anderes erwarten.

Am heutigen Tage sollte man da aber vielleicht einmal eine Ausnahme machen.

Die Karawane passierte nämlich am heutigen Sonntag erneut den Ort wo der Profi Fabio Casatelli vor Jahren durch einen tragischen Sturz zu Tode kam. Er starb damals, vor inzwischen 18 Jahren, als vierter Radfahrer auf einer Tour de France Etappe.

Heute passierte das Feld der Fahrer auf der aktuellen Tagesetappe der ‚Tour 2013‘ erneut den Col de Portet-d’Aspet, an welchem Casartelli damals mit seinem Rad tödlich stürzte.

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Deutsche Bahn-Rap

Soll keiner sagen, dass die bei der Deutschen Bahn nicht auch locker können. Vier Bahn-Azubis haben im Rahmen einer Projektarbeit, angeblich auf eigenen Wunsch, einen Song über ihren Arbeitgeber produziert. Das fertige Meisterwerk, das schon jetzt ein Youtube-Klickmonster ist, möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten:

(Mehr Hits gibt’s hier und hier)

‚Nick Cave & the Bad Seeds‘ in Top-Form



Eines der wohl interessantesten und überzeugendsten Musikalben aus dem ersten Halbjahr 2013 war für viele sicher das im Februar veröffentlichte ‚Push the sky away‘ von Nick Cave & the Bad Seeds. So auch für mich.

Der 55-jährige Veteran zeigt sich darauf mit seiner altbewährten Combo deutlich gereift und ruhiger, dabei aber auch gleichzeitig so intensiv wie lange schon nicht mehr.

Wer das jüngste Album des Australiers noch nicht kennen sollte

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