
Wie nennt man ein Land, dessen Name bereits eine politische Aussage ist? Der Spiegel-Bestseller-Autor Tuvia Tenenbom reiste monatelang durch das Westjordanland – oder, wie er sagt, das „Biblische Israel“. Er sprach dabei mit Siedlern, Palästinensern und Friedensaktivisten und erklärt im Interview, warum er politischen Kategorien misstraut und weshalb ihn gerade die Widersprüche der Menschen interessieren.
Herr Tenenbom, Ihr Schreibstil ist ungewöhnlich: Sie reisen oft inkognito oder geben sich als jemand mit anderen politischen Ansichten aus, um Menschen dazu zu bringen, offen zu sprechen. Was ist für Ihre Reisen wichtiger – die Gefahr oder die Disziplin?
Weder noch. Das Wichtigste, die entscheidende Zutat, ist Neugier. Ich muss neugierig genug auf den Menschen neben mir sein, den Wunsch haben, mehr über ihn oder sie zu erfahren. Wenn ich diese Neugier habe, hält mich keine Gefahr auf und keine Disziplin schränkt mich ein. So einfach ist das.





