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Die Situation im Nahen Osten und der Grünen-Chef in Duisburg

Matthias Schneider - Fotoquelle: matthias-schneider-duisburg.de

Matthias Schneider - Fotoquelle: matthias-schneider-duisburg.de

Mit den Terroranschlägen palästinensischer Terroristen auf israelische Urlauber am Donnerstag nahe des Badeortes Eilat hat sich die Situation im Nahen Osten dramatisch zugespitzt. Es ist immer die Frage, ob man im ersten Satz eines Artikels gleich „dramatisch zugespitzt“ schreiben sollte. Man will ja nichts dramatisieren. In diesem Fall, so scheint mir, gibt es nichts zu dramatisieren. Die jetzt ganz offen ausgetragenen Spannungen zwischen Israel und Ägypten sind Anlass zu größter Sorge. In Israel wird abermals ein Einmarsch in den Gazastreifen in Erwägung gezogen. Das nach-revolutionäre Ägypten lässt keinen Zweifel daran, dass es im Konflikt zwischen Israel und der Hamas künftig nicht mehr auf Seiten Israels stehen, vermutlich es auch nicht mit einer neutralen Position bewenden lassen wird, sondern dass sich Israel auf einige Tausend Kilometer mehr „Frontverlauf“ wird einzustellen haben.

Wie schnell jetzt eine „schwere diplomatische Krise zwischen Ägypten und Israel“ entstanden ist, kann niemanden kalt lassen, der beobachtet, wie schnell sich die Ereignisse in der Region überschlagen. Nochmal: da gibt es nichts zu dramatisieren. Ein neuer Nahostkrieg droht. Seit Donnerstag, also seit den Anschlägen von Eilat, habe ich mir vorgenommen, darüber zu schreiben. Irgendwie. Irgendetwas. Wer das getan hat und warum. Welchen Zusammenhang es zu dem bei der UNO bevorstehenden Antrag auf volle staatliche Anerkennung Palästinas geben könnte. Oder zu dieser riesigen Welle der Sozialproteste in Israel. So etwas wie eine Analyse eben, vielleicht ein bisschen so wie die von der dpa heute auf ZEIT Online. Allerdings schon etwas umfassender und differenzierter. Aber, wie gesagt: die Ereignisse in der Region überschlagen sich. Vom Beginn bis zum Abschluss des Verfassens einer umfassenden und differenzierten Analyse – und die fiele zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einmal ganz leicht – läge man vermutlich mal wieder reichlich daneben. Wer weiß, was in den nächsten Stunden so alles passieren kann?!

Es ist alles so kompliziert. Außerdem soll ich nicht immer versuchen, den großen Welterklärer abzugeben. Ich könnte ja auch mal etwas über Duisburg schreiben. Duisburg, stimmt! Das gibt es ja auch noch. Es ist zum Verzweifeln. Doch immer wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Und in diesem Fall – Danke, oh Herr, es ist ein Zeichen! – ein grünes Lichtlein. Es erschien auf meiner Facebook-Seite und ward gesandt von Matthias Pinnwand, was bei Facebook, wenn ich das richtig verstehe, automatisch passiert, wenn ein Freund dort etwas hoch lädt. Und Mathias ist – genauer gesagt: war (dazu später mehr) – mein Freund. Also: nur bei Facebook. Ich schwöre es bei Gott oder der Natur oder wo auch immer. Und hin und wieder, … nein: in steter Regelmäßigkeit schickt der Herr seinen grünen Propheten ins soziale Netzwerk, um uns ein Zeichen zu geben. Ein grünes Zeichen. Danke!

Freund Matthias heißt mit bürgerlichem Namen Matthias Schneider. Dieser aus Duisburg, der mit Eifer und Ausdauer die Pharisäer des CDU-Bürgermeisters Sauerland von der Spitze des grünen Kreisverbandes verjagt hatte, selbst (freilich in Kooperation mit einer Parteifreundin) Chef der Duisburger Grünen geworden ist und den Weg zur rot-rot-grünen Koalition in Duisburg geöffnet hatte. Und heute gegen 14 Uhr, als mich das Gebräu aus dem Scheitern an meiner selbstgestellten Aufgabe und den verheerenden Nachrichten aus dem Nahen Osten zweifeln ließen nicht nur an mir selbst, sondern auch noch an Gottes Gnade, schickte Prophet Matthias allen seinen Freunden – gegenwärtig 4991 – das grüne Zeichen. Matthias Schneiders kurzer Sinnspruch auf dem Weg zur Erleuchtung bestand aus sieben Worten, die da lauteten: „Israel führt wieder Krieg gegen ein Nachbarland.“

Was, liebe Gemeinde, was will der Prophet damit sagen? War das die Eilmeldung, dass er jetzt endlich losgegangen ist, der große Krieg im Heiligen Land, anlässlich dessen man total peacige Friedensdemos und neue Aktionsformen und so veranstalten könnte. Gewaltfreier Widerstand und so Sachen. Ohne Hass natürlich, nicht so Agit-Sachen wie „Gegen die zionistische Aggression!“ Einfach nur sagen, wie es ist: „Israel führt wieder Krieg gegen ein Nachbarland.“ Okay, heute Mittag um 14 Uhr war es noch nicht so weit. Aber wer könnte dies ausschließen?! Matthias Schneider nahm wohl eher Bezug auf die israelischen „Vergeltungsschläge“, denen heute offenbar einige ägyptische Grenzpolizisten zum Opfer gefallen sind.

Und: kann man diese etwa nicht als „Krieg“ bezeichnen? Seit wir politisch denken können, gibt es diese israelischen „Vergeltungsschläge“. Klar, Krieg. Könnte man sagen. Gewiss hält Matthias, der Prophet des Friedens, auch schon „strukturelle Gewalt“, über die der namhafte Friedensforscher John Galtung gearbeitet hatte, für eine Form des Krieges. Man mag darüber streiten; aber ein Luftangriff auf unschuldige Menschen … – Was soll es denn sonst sein, wenn nicht Krieg. Aha. „Gegen ein Nachbarland“. Natürlich. Der Gazastreifen gehört zu Palästina, und Palästina ist ein Nachbarland Israels. Mir kommt die Erleuchtung. Und auch klar: dieses „Wieder“. Nun ja, so etwas weiß man aber. In Gaza war doch neulich schon mal etwas. Und überhaupt: Israel greift die Palästinenser doch ständig einfach mal so an. So etwas weiß man.

Dann aber geschah es, dass einige seiner Facebook-Freunde Anstoß genommen hatten, an Freund Matthias Wort des Friedens. Nein, nicht nur ich, aber auch ich. Jedenfalls als Reaktion auf meine Widerspenstigkeit ging unverzüglich ein weiteres Zeichen des Herrn und Schneiders an die Fangemeinde (feindliche Fraktion): „Ich würde begrüßen, wenn ihr alle eine Draufsicht auf den Gesamtkonflikt in der Region um Israel gewinnen könntet“. Rumms, das saß. Was hatte ich mich doch bemüht und bemüht, ganz für mich allein in meinem depressiven Stübchen (okay, geflunkert: es war auf der Terrasse – jetzt mit Schatten. Herrlich!) um den Gewinn. Wie ich ihn begehrt hatte, diesen Gewinn! Aber er war mir nicht so recht vergönnt, dieser Gewinn. Dieser Gewinn einer „Draufsicht auf den Gesamtkonflikt in der Region um Israel“. Mein Fehler könnte freilich auch dadurch zustande gekommen sein, dass ich immer drauf auf die Region mit Israel dabei gesichtet hatte, und nicht nur auf die „Region um Israel“.

Was soll´s, es ist passiert. „Da geht es um das durch die UN und damit die Weltgemeinschaft verbriefte Existenzrecht des Staates Israel und damit das Recht auf ein sicheres und gerechtes Leben der EinwohnerInnen in Israel.“ Ja echt: so geht Freund Matthias Text direkt weiter. Ungekürzt. Echt, ey. „Da“, also bei der „Draufsicht“, „geht es um … das Recht auf ein sicheres und gerechtes Leben der EinwohnerInnen in Israel.“ Okay, jetzt ein kleines bisschen gekürzt. Aber vorher war ungekürzt. So ist das also: in dieser Region um Israel geht es eigentlich ständig und  immer, nur und ausschließlich um das „verbriefte Existenzrecht des Staates Israel“. Mist! So hatte ich das bislang, also vor der Erleuchtung durch Meister Matthias, noch gar nicht gesehen. Das ist ja irgendwie gut, aber auch irgendwie Scheiße. Denn gleiches Recht muss natürlich für Alle gelten!

Freund Matthias fährt fort – ungekürzt, ja logisch. Psst, der Sprecher des grünen Kreisverbandes Duisburg: „Ganz genauso geht es aber um die Rechte aller anderen Menschen in der Region.“ So, gut dass er das einmal gesagt hat. Green Thinking! Fair geht vor. Gleiches Recht für Alle! Die Juden haben dort einen Staat, alle anderen Menschen in der Region aber nicht – so läuft das natürlich nicht! Ja, lachen Sie nicht. Die Rede ist von der „Region um Israel“, und da haben alle Menschen keinen Staat, und deshalb muss der jetzt auch mal her. Ende der Durchsage. Nein: weiter im Text: „Israel muss zurück zur Roadmap, zurück zu konkreten Verhandlungen innerhalb der durch die UN gesetzten Grenzen. Israel muss die Siedlungspolitik ein für alle Mal beenden.“

Recht hat er, der Matthias Schneider! Und warum sagt er das, warum ist dies der Sinnspruch des Tages? Weiter im Text – ja sicher, immer ungekürzt: „Im Übrigen gebe ich zu bedenken, dass gerade durch den Aufbau eines eigenen palästinensischen Staates die Sicherheit der Menschen in Israel gestärkt würde.“ Da hat er auch schon wieder total Recht, unser Freund Matthias! Voll die Erleuchtung. Da ist vor ihm wirklich noch kein anderer drauf gekommen. Und wie schön der formulieren kann: „Im Übrigen gebe ich zu bedenken.“ Wow, Wahnsinn! Das ist dieses Ceterum Censeo, mit dem auch der römische Altmeister Cato seine brillanten Reden im Senat stets abzuschließen pflegte.

Ja, der Matthias Schneider. Ein Götterbote, ein Meister seines Faches. Gab und gibt es nur wenige. Alle zweitausend Jahre mal oder so. Nein, nicht Jesus. Cato! „Ceterum censeo“ – Im Übrigen bin ich der Meinung? Mmhh. Ja wie, darf man dies denn auch mit „Im Übrigen gebe ich zu bedenken“ übersetzen? Ja klar, man darf. Galt sogar eine Weile lang als eine zeitgemäßere, etwas elegantere Übersetzung. Inzwischen hat sich wieder die m.E. zutreffende Meinung durchgesetzt, dass „zu bedenken geben“ … – na ja. Cato sagte: „Ceterum censeo“. Übrigens meine ich, im Übrigen bin ich der Meinung. Cato hätte niemals – klar. Aber man darf. Man darf auch mit „Im Übrigen gebe ich zu bedenken“ übersetzen. Man kann blasiertes Aufschneiden nicht verbieten. Das ist ein Menschenrecht.

Keine Anspielung auf Matthias Schneider; der hatte ja ganz bewusst auf irgendein Zitat angespielt. Das muss man fairerweise schon sagen: so quatschen die da eigentlich nicht bei den Grünen. „Im Übrigen gebe ich zu bedenken“ – nein, nein, noch sind sie nicht die FDP. Schon gar nicht Freund Matthias, der erinnert mich eher an die Figur des einzigartigen Diether Krebs: „Ich bin der Martin, ne…?!“ 1991 insgesamt 27 Wochen in den deutschen Single-Charts. Typus „Martin“ war szenengängig so ab Anfang der achtziger Jahre; der Erfolg der Parodie war das Signal, dass diese Nummer echt nicht mehr geht. Das ist jetzt zwanzig Jahre her; seit etwa zehn Jahren geht nicht einmal mehr irgendeine neue Persiflage auf diesen Ökopax-Typen. Einfach mega-out, heißt aber nichts. Kann jeder machen, wenn er will. Ein Menschenrecht, das ich zu verteidigen gedenke, ganz unabhängig davon, dass auch mir mitunter vorgehalten wird, einige Modernisierungsschübe während der letzten zwanzig Jahre nicht vollständig internalisiert zu haben.

Egal, jedenfalls hatte Schneider angespielt. Ob er gewusst hat, worauf oder einfach nur auf, wie es seinerzeit hieß, Uni-Bluff gemacht hatte, kann ich nicht sagen. Ich kenne den doch gar nicht persönlich. Ob der gewusst hat, dass es sich um das Cato-Zitat gehandelt hat, und wenn ja, wie die deutsche Übersetzung lautet? Echt ey, null Ahnung. Um ehrlich zu sein, es ist mir auch scheißegal. Der Martin, sorry: Matthias Schneider sagt etwas. Und er hat etwas zu sagen, und zwar ganz unabhängig davon, ob er weiß, was er sagt oder nicht. Cato meinte übrigens, Carthaginem esse delendam, Karthago sei zu zerstören. Vermutlich haben Sie Recht. Vermutlich ist das alles überinterpretiert, und Schneider wollte nur in der schnellen Facebooksphäre ein bisschen schlau rüberkommen. Vielleicht weiß er gar nicht, wie Karthago heute heißt, wo es liegt.

Vermutlich wäre Schneider aber, wenn er auch nur eine Spur ahnen könnte, auf jeden Fall schon einmal nicht auf der Seite der römischen Imperialisten, schon gar nicht für einen Kriegstreiber wie Cato. Dann schon lieber für die friedliebenden Elefanten. Lassen wir das mit dem Centerum Censeo also, und halten uns an das, was Matthias Schneider selbst gesagt hat. Gestatten Sie mir bitte an dieser Stelle eine Frage! Wissen Sie eigentlich noch, was er geschrieben hat? Ich meine, außer: „Im Übrigen gebe ich zu bedenken“. Ja, etwas Richtiges! Aber was? Okay, ich helfe mal: „dass gerade durch den Aufbau eines eigenen palästinensischen Staates die Sicherheit der Menschen in Israel gestärkt würde.“ Stimmt. Das ist bezogen auf die Konfliktparteien eine Forderung der palästinensischen Seite. Egal: Israel hatte sie bereits anerkannt. Alle vernünftigen Menschen unterstützen diese Forderung. Und nein, logisch: Netanyahu und Lieberman sind – jedenfalls als Politiker – keine vernünftigen Menschen.

Und, was hatte er noch erwähnt, der Chef der Duisburger Grünen? Genau: Besatzungspolitik ein für alle Mal beenden, Rechte aller Menschen (gemeint: der Palästinenser) beachten. Alles richtig. Und das Eingangsposting: „Israel führt wieder Krieg gegen ein Nachbarland.“ Hatte er sonst noch etwas erwähnt? Ja klar. Er bejaht das Existenzrecht Israels. Sonst noch was? – Nein. Jedenfalls vorher nicht. „Vorher“ bedeutet hier: nach Abbruch unserer Korrespondenz. Ich hatte doch von meiner Widerspenstigkeit gesprochen. Nun, äh, also … es nützt ja nichts. Ich muss zum Ende meines Schreibens kommen und kann nicht darum herumkommen zu gestehen. Ja gut, ich gebe es zu. Ich habe Herrn Schneider die Facebook-Freundschaft gekündigt und dies damit begründet, seine Position sei „dümmlich“. Klar, so etwas macht man eigentlich nicht. Wenn man etwas drüber nachdenkt, sollte man es eigentlich nicht tun.

Also gut, ich packe aus. Ich habe ihm geschrieben: „Danke für Ihre ebenso freimütige wie etwas dümmliche Positionsbestimmung! Sie werden gewiss verstehen, dass ich Leute wie Sie grundsätzlich nicht zu meinen Freunden zu zählen pflege. Nicht einmal bei Facebook. Deshalb kündige ich unsere Facebook-`Freundschaft´. Sie werden damit leben können. Ich sowieso. Ich kann aber nicht verhehlen, dass ich insofern etwas neidisch auf Sie bin, weil ich sicher bin, dass Sie sich in diesem Duisburg einfach wohler fühlen können als ich.“ Matthias Schneider antwortete mir freundlich, dass er meinen Schritt bedaure und unterstrich seine Gesprächsbereitschaft. Verständlicherweise widersprach er mir: „Dümmlich wird das aber wohl kaum sein, was ich geschrieben habe.“ Ja näh, is klar, kann ja auch nicht. Nicht beim Chef der Duisburger Grünen. Denn – ungekürzt, logisch: „Ich versuche, eine allgemeine Begriffsbestimmung von Krieg auf alle Staaten der Welt anzuwenden.“ Ja Mist, das hatte ich dann wohl einfach irgendwie nicht so mitgekriegt.

Es ist spät geworden. Noch einmal ein Blick in die Nachrichten: kein Krieg. Israel führt keinen Krieg. Außer vielleicht im Schneiderschen Sinne. Aber nicht wirklich. Noch nicht? Schwer zu sagen. Israel hat sich für den Tod der Grenzpolizisten bei Ägypten entschuldigt. Ägypten hat seinen Botschafter aus Israel abberufen. Die Situation im Nahen Osten hat sich dramatisch zugespitzt.

 

 

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13 Kommentare zu “Die Situation im Nahen Osten und der Grünen-Chef in Duisburg

  • #1
  • #2
    Äpfel mit Birnen

    Lieber Werner,

    danke für Ihre ebenso freimütige wie etwas dümmliche Positionsbestimmung!
    Sie werden gewiss verstehen, dass ich Leute wie Sie grundsätzlich nicht zu meinen Freunden zu zählen pflege. Nicht einmal bei Facebook.
    Deshalb kündige ich unsere Facebook-`Freundschaft´

  • #3
    Annika

    Hierbei geht es nicht darum, Israel den Rücken frei zu halten; das stände wohl kaum in der Macht eines Blogs, darum kümmert sich besser die IDF. Es geht darum antisemitische Tendenzen in Deutschland nicht unwidersprochen zu lassen. Die EU-Arbeitsdefinition listet unter antisemtitischen Handlungen insbesondere auch die Anwendung doppelter Standards auf Israel auf.
    Falls der Satz „Israel wird es ihnen danken“ nahelegen soll, dass die Ruhrbarone vom Mossad bezahlt werden, ist diese Äußerung ebenfalls antisemitisch, weilsie den Mythos der jüdischen Weltverschwörung, hier in Gestalt der jüdiscen Kontrolle über die Medien, bedient.

  • #4
    Patrizia

    Es gibt ein hübsches Zitat von Ephraim Kishon …

    „Die Juden sind ein lästiges Volk. Wenn sie allerdings nicht so lästig wären, dann wären sie vielleicht kein Volk mehr.“

    Es ist diese „Lästigkeit“, welche dem Össi den Blick in die heroische Vergangenheit vermiest, dem Araber seine panarabische Träume zerplatzen lässt, der protestantischen Leitfigur Luther das Edle nimmt, unter den Moslems die Unvergleichlichkeit des Korans relativiert und jetzt, – wieder einmal -, das Gartenzwergidyll eines Deutschen, namens Matthias, stört.

    Die Empörung ist entsprechend gross, – siehe die hübsche Beschreibung von unserem Monsieur Jurga. Wieso kann es der lästige Jude nicht bei dem Beweinen seiner Toten belassen ? … nein, lästig wie er ist, jagt er die Mörder, übt Vergeltung und gefährdet, – ganz nebenbei -, im fernen Duisburg, unter den dortigen VölkerversteherInnen, die Harmonie beim Däumchen drehen.

    Das ist, wie schrecklich, – in den Augen des geläuterten deutschen, grünen Wichtels -, ein Sakrileg und muss lautstark angeprangert werden; schliesslich hat man aus der Vergangenheit gelernt, ist bei der Friedensbewegung, kennt die HAMAS als friedliebenden Männerchor und weiss sowieso, wie eh und je, alles besser.

    Nicht zu vergessen, die einen sind viele, – mit denen muss man sich arrangieren -, die anderen wenige, – auf die kann man auch verzichten -, … wer will schon in unsicheren, (ökonomischen) Zeiten mit politischen Zwergen am Pranger stehen, eine Position die in vielen europäischen Gesellschaften stiller Feigheits-Konsens ist … und überhaupt hat die Mehrheit immer Recht :-(, das ist ja irgendwie auch demokratisch.

  • #5
    Helmut Junge

    „die einen sind viele, – mit denen muss man sich arrangieren -, die anderen wenige, – auf die kann man auch verzichten“
    Das wird wohl der wahre Kern des „linken“ Antisemitismus sein.

  • #6
    DH

    Meine Güte, das Internet, Allraum für elektronisch gepflegte Eitelkeiten; geschätzte 2.000 Wörter zum Ende einer Facebook-Freundschaft, und dann hat der Ex-„Freund“ dort drüben bei Facebook einfach alles gelöscht.

    Und nun? Noch einmal 2.000 Wörter, um diese neuerliche Unfreundlichkeit in aller Ausführlichkeit zu tadeln?

  • #7
    Werner Jurga Beitragsautor

    @ DH (#6):
    Also, in soweit sich diese Anmerkung auf mich beziehen sollte, kann ich nur sagen, dass Eitelkeit mir im Grunde völlig fremd ist.

  • #8
  • #9
    jozi

    Natürlich gibt es Antisemitismus in Deutschland. Aber bekämpft ihn da, wo er tatsächlich ist. Und hört endlich auf, jede Kritik an der israelischen Politik als latent antisemitisch zu diffamieren. Oder sind Daniel Barenboim, Uri Avnery, Tom Segev, Amira Hass; Rolf Verleger; Stephane Hessel und, und, und … Antisemiten. Ach nein, stimmt, die sind alle von jüdischem Selbsthass zerfressen. Langsam läuft hier etwas völlig aus dem Ruder!!!

  • #10
    Mit-Leser

    … nachdem sich Autor und Leser nun ausgesprochen haben, bleibt weiterhin die Frage wie sich nachhaltig und langfristig Frieden in der Region erreichen lässt. Da sich an dieser Frage jedoch schon manch erfahrener Staatsmann die Zähne ausgebissen hat, nehme ich es auch keinem der hier vertretenen Protagonisten übel selbst keine Antwort zu haben. 😉

  • #11
    Werner Jurga Beitragsautor

    @ Mit-Leser (#10):

    Ja, Peace erst mal. Du, Mit-Leser, finde ich voll gut Dir, dass Du dem Matthias und mir nix übel nimmst. Cool. Nicht einmal, dass wir selbst keine Antwort haben. Du bist echt krass drauf, Alter! Ja, und sorry, dass ich Dich da mitreingezogen hatte, in das bisschen Stress mit dem Matthias. Hoffentlich hast Du keine negativen emotionalen Vibrations davon bekommen. Täte mir echt leid, ey!

    Weißt Du, auf erfahrene Staatsmänner und so können der Matthias und ich eigentlich nicht so drauf. Aber das muss man den alten Schnarchsäcken lassen: da, hier – ich meine: in der Region – Roadmap, und zwei Staaten und Peace und alles. Da waren die total nicht schlecht. Hat ja auch mein Freund schon gesagt. Der Scheiß ist, dass da trotzdem irgendwie nix wird.

    Na ja, und da hatte der Matthias gesagt, nur die Einen wären das schuld, und ich war irgendwie sowieso schon so mies drauf, … – verstehste?! Klar, muss nicht sein, so etwas. Immer diese Aggressionen und so. Nochmal: tut mir voll leid.

    So, jetzt muss ich aber mal etwas tun: den Frieden in die Region bringen und so.
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/haben_sie_vielleicht_einen_vorschlag_wie_der_nahostkonflikt_geloest_werden_/

  • #12
    Mit-Leser

    Lieber Werner(!)

    die 80ties-Satire passt überhaupt nicht zu mir. Sorry. Daneben. Und zwar völlig. Ich habe bloss zum Ausdruck gebracht, dass Ihr Artikel keine wirkliche Relevanz für mich hatte, da er mir – ausser persönlichen Nebensächlichkeiten – nichts Neues mitgeteilt hat. Damit müssen Sie leben können, Werner – oder weniger veröffentlichen. 😉

  • #13

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