Duisburg: „Judenmord ist kein Widerstand“ – Gegendemo am 7. Oktober 2026

Mitglieder der jetzt gegründeten Gruppe auf der Pro-Israel-Demo am 14.05.2024 (Foto: Peter Ansmann)
Mitglieder der jetzt gegründeten Gruppe auf der Pro-Israel-Demo am 14.05.2024 (Foto: Peter Ansmann)

Zur angekündigten Kundgebung der „Aktionsgruppe Palästina“ am dritten Jahrestag des Hamas-Massakers gibt es nun einen Gegenprotest: Dissens Duisburg ruft für den 7. Oktober 2026 unter dem Motto „Judenmord ist kein Widerstand“ auf die Straße. Die Teilnehmer der Gegendemo sammeln sich ab 17.00 Uhr auf der Königstraße, zwischen dem Forum und dem CityPalais in Duisburg.

In den Kommentaren zu Duisburg: Am Jahrestag des Hamas-Massakers wird demonstriert – im Namen des „palästinensischen Widerstands“ war bereits nach einer Gegendemo gefragt worden. Jetzt liegt ein öffentlicher Aufruf von Dissens Duisburg vom 5. Oktober 2026 vor. Die Gruppe will sich gegen die Rechtfertigung des Terrors stellen und Solidarität mit Jüdinnen und Juden sowie mit Israel zeigen.

 

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Ein Jahrestag ist kein beliebiger Termin

Anlass ist die für denselben Tag angekündigte Kundgebung der „Aktionsgruppe Palästina“. Deren Aufruf stellt die Vorgeschichte des Konflikts und ein Recht auf Widerstand in den Mittelpunkt. Eine ausdrückliche Verurteilung der Morde und Geiselnahmen vom 7. Oktober 2023 fehlt darin. Über den Aufruf, seine politische Botschaft und die Duisburger Vorgeschichte wurde hier im Blog am 28. September 2026 berichtet ( Duisburg: Am Jahrestag des Hamas-Massakers wird demonstriert – im Namen des „palästinensischen Widerstands“).

Für historische Einordnungen ist in solchen Aufrufen offenbar reichlich Platz. Eine klare Absage an den Mord an Zivilisten müsste trotzdem noch hineinpassen. Besonders dann, wenn man ausgerechnet den Jahrestag des Massakers als Demonstrationstermin auswählt.

Dissens Duisburg setzt dem eine eindeutige Botschaft entgegen. Die Gruppe kritisiert in ihrem Aufruf die Verklärung des Massakers zum Befreiungsakt und die Verharmlosung der Verbrechen. Den Antisemitismus, gegen den sie protestiert, will sie nicht zum alltäglichen Hintergrundrauschen werden lassen.

Dissens Duisburg: Solidarität soll sichtbar werden

Die Gruppe ist den Ruhrbarone-Lesern bereits bekannt. Sie berichteten damals, dass sie sich bei israelsolidarischen Demonstrationen kennengelernt hatten. Enttäuscht waren sie über den geringen Rückhalt, gerade aus der linken Szene. Mit Dissens wollten sie vor Ort Aufklärung betreiben und gegen Antisemitismus aktiv werden. Das damalige Gespräch erklärt, aus welcher Erfahrung die Initiative entstanden ist. ( Gegen Antizionismus und Antisemitismus: Dissens Duisburg)

Mit der angekündigten Gegenveranstaltung wird dieser Anspruch nun konkret. Wer am Jahrestag an die Opfer erinnern und der Relativierung des Terrors widersprechen möchte, hat damit einen Treffpunkt in der Duisburger Innenstadt. Solidarität lässt sich schließlich auch außerhalb einer Kommentarspalte zeigen.

Die Gegendemo sammelt sich am 7. Oktober 2026 ab 17.00 Uhr zwischen Forum und CityPalais in Duisburg.

Im Aufruf kündigt Dissens noch genauere Informationen zum Ort an. Aktuelle Hinweise finden sich im Instagram-Beitrag der Gruppe.

In der App öffnen Autorenseite: Peter Ansmann
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