Eralps Angst: Das Vorfeld gehört zum Gesamtpaket

Elif Eralp vor dem Roten Rathaus Berlin | Foto: wikipedia / Roy Zuo / CC BY-SA 4.0


Elif Eralp (Linke) will Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Nach einem Bericht des Spiegels hat sie persönlich Angst vor Terrorsympathisanten im Umfeld ihrer Partei. Ob Linke oder AfD – man wählt immer auch das Vorfeld einer Partei mit.

„Niemand ist eine Insel“ hieß einer der großen Romanerfolge von Johannes Mario Simmel, und diese Erkenntnis gilt auch für Parteien: Jede hat ein Vorfeld, das sie unterstützt, aus dem sie ihren Nachwuchs rekrutiert und mit dem sie mal mehr, mal weniger eng zusammenarbeitet. Gemeinsam mit der Partei bildet es ein Gesamtpaket, dem die Wähler ihre Stimme geben. Das Vorfeld der SPD besteht unter anderem aus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und den Gewerkschaften, das der CDU aus der Wirtschaftsunion und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Seriöse, auf den ersten Blick aber auch etwas langweilige Organisationen. Bei der Linken und der AfD geht es spannender zu: Terror-Unterstützer, aktive und ehemalige Neonazis, vorbestrafte Kriminelle, Clans und Rockergangs.

Wer sich für eine Partei entscheidet, entscheidet sich auch für ein Vorfeld. Kein Sozialdemokrat hat Angst vor der AWO, kein Christdemokrat sieht seine Sicherheit durch die KAB gefährdet. Doch bei Elif Eralp  (Linke), die gerne mit Hilfe von Grünen und SPD Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will, ist das anders. Sie hat, wie aus Kommentaren eines dem Spiegel zugesandten Word-Dokuments hervorgeht, Angst vor Terrorunterstützern. Teile dieses Milieus haben ihre Partei im Wahlkampf unterstützt.

Wen würde es wundern, wenn es bei der AfD anders zuginge? Auch die hat ein Umfeld aus aus dubiosen und teilweise gewaltbereiten Anhängern. Solche Leute reagieren unwirsch, wenn ihre Erwartungen enttäuscht werden.

Wenn AWO oder KAB wütend sind, schreiben sie eine grimmige Pressemitteilung. Bei Clans, Hamas-Aktivisten oder Neonazis könnte die Reaktion heftiger ausfallen. Die Angst, die sie bei Politikern auslösen, ist ein Teil ihrer Macht. Und die Wähler von Parteien wie der AfD oder der Linken können dazu beitragen, diesen Milieus politischen Einfluss zu verschaffen.

Autorenseite: Stefan Laurin
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