Die imaginären Räume der Queers und der Nationalisten

Ralf Bönt Foto: Privat


Die politische Kluft zwischen Männern und Frauen wächst. Während junge Männer zunehmend nach rechts tendieren, finden junge Frauen ihre politische Heimat häufiger bei linken Parteien. Doch hinter dieser Entwicklung steckt mehr als ein unterschiedliches Wahlverhalten. Es geht um gesellschaftliche Veränderungen, männliche Verlustängste und eine Identitätspolitik, die neue Fronten schafft. Ein Essay über die Spaltung der Gesellschaft und die Frage, warum aus dem Kampf um Gleichberechtigung ein Kampf gegeneinander geworden ist. Von unserem Gastautor Ralf Bönt.

Die sensorischen politischen Eckdaten kommen im Moment aus Bayern, wo die AfD bei Umfragen unter 18-29jährigen auf 42% kommt, und aus Kreuzberg, wo die Linke in der Landtagswahl über 40% bekam und damit 15% vor den Grünen lag. Bei den Wählern unter 30 Jahren liegen die Zahlen in Berlin und in Kreuzberg für

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Krupp-Stiftung und Museum Folkwang vergeben Fotografie-Stipendien

Museum Folkwang in Essen Foto: Laurin

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang zwei Stipendien für zeitgenössische deutsche Fotografie vergeben. Eine international besetzte Jury entschied sich aus über 300 Bewerbungen für die Projektvorschläge „Oram Littoris

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Die Linke Hamburg: Die Hamas verurteilen. Den Angriff verklären.

Rote Fahnen der Partei Die Linke bei einer Kundgebung in Berlin am 3. Februar 2024
Linke-Fahnen bei der Kundgebung gegen den Rechtsruck in Berlin, 3. Februar 2024 (Symbolbild). (Foto: DIE LINKE, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Die Hamburger Palästina-LAG der Linken verurteilt die Verbrechen der Hamas. Zugleich beschreibt sie deren Angriff als Durchbrechen kolonialer Unterdrückung. Ihr Aufruf vom 7. Oktober 2026 zeigt, wie die Distanzierung von den Taten neben einer politischen Aufwertung des Angriffs stehen kann.

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Der Ruhrpilot

Dennis Radtke, CDU-Europaabgeordneter und CDA-Bundesvorsitzender (Foto: Roland W. Waniek)


Ruhrgebiet:
Radtke fordert Parteiausschluss bei möglichen CDU-Stimmen für AfD…FAZ
NRW: Polizei gelingt „historischer Erfolg“ gegen russische Hacker…NTV
NRW: Druck auf Justizminister Limbach nimmt wegen umstrittener Beförderung zu…KStA

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Die Linke: Zum Gedenken an den 7. Oktober 2023 gibt’s die Israel-Anklage

Tel Aviv: Die Dizengoffstraße im Mai 2024 (Foto: Peter Ansmann)
Gedenkaktion in Tel Aviv (Mai 2024): Teddybären mit angedeuteten Blutspuren erinnern an die Opfer des Hamas-Terrors vom 7. Oktober 2023. Die Symbole kindlicher Geborgenheit werden zu einem verstörenden Bild der Gewalt. (Foto: Peter Ansmann)

Bei der Linken dauert es am Jahrestag des Hamas-Massakers drei Instagram-Kacheln, bis Israel auf der Anklagebank sitzt. Erst das Gedenken, dann die kategorische Feststellung eines Völkermords. Der Beitrag vom 7. Oktober 2026 zeigt: Selbst an diesem Tag wird die Trauer mit der vertrauten politischen Botschaft ausgeliefert. Ohne Beipack gibt es sie offenbar nicht.

Die gemeinsame Erklärung von Heidi Reichinnek, Sören Pellmann, Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano erschien zum dritten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober 2023. Verbreitet wird sie über die Bundestagsfraktion: als Kachelfolge auf Instagram und Threads, auf Facebook als ausgeschriebener Text.

Instagram führt neben der Fraktion Pantisano, Pellmann und Schwerdtner als Mitveröffentlicher auf. Reichinnek wird auf der ersten Kachel als Mitautorin genannt. Das ist eine offizielle Erklärung mit prominenten Namen.

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Ist die Zivilisierung Deutschlands gescheitert?

Ruhrkessel 1945: Britische Panzer transportieren Fallschirmjäger der 17th US Airborne Division Foto: No 5 Army Film & Photographic Unit, Norris (Sgt) Lizenz: Gemeinfrei


Die Bundesrepublik war auch der Versuch, Deutschland nach zwei Weltkriegen dauerhaft im demokratischen Westen zu verankern. Lange sah es so aus, als sei dieses zivilisatorische Projekt gelungen. Doch die politischen und gesellschaftlichen Grundlagen, auf denen es beruht, geraten ins Wanken.

Es fing in Thüringen an: Bei der Landtagswahl 2019 stellten mit der Linken und der AfD erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik zwei Parteien die Mehrheit der Abgeordneten, die nicht zum demokratischen Spektrum der Parteienlandschaft gehörten. Sieben Jahre später ist das, zumindest in der Ostzone, Alltag: In

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Duisburg: Wenn Wissenschaft mit Israel zur „Komplizenschaft“ erklärt wird

Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg (Foto: Viola sonans, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Students for Palestine Duisburg-Essen lädt zum offenen Treffen in Duisburg. Das Ziel steht bereits fest: Hochschulkooperationen mit Israel sollen beendet werden. Wer wissenschaftlichen Austausch pauschal zur Mitschuld erklärt, erspart sich die mühsame Prüfung dessen, was tatsächlich gemeinsam erforscht wird.

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026 will sich die Gruppe um 14.00 Uhr in der Koloniestraße 173 in Duisburg treffen. Der Instagram-Aufruf vom 4. Oktober 2026 wirbt um Mitstreiter für eine Kampagne gegen Kooperationen von Hochschulen in Duisburg und Essen mit israelischen Einrichtungen. Genannt werden die Tel Aviv University und das Technion in Haifa.

Als Kollaborationspartner des Instagram-Beitrags werden neben Students for Palestine UDE die Academic Boycott Now Campaign Germany, das Kufiya Netzwerk, KoKo – Kollektiv Koloniestraße e.V. und die Aktionsgruppe Palästina ( Duisburg: Am Jahrestag des Hamas-Massakers wird demonstriert – im Namen des „palästinensischen Widerstands“) aufgeführt.

Nach Darstellung der Gruppe tragen diese Institutionen zur Infrastruktur von „Besatzung, Apartheid und Genozid“ bei. Deutsche Wissenschaft normalisiere und finanziere durch die Zusammenarbeit das Geschehen im ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina mit. Das ist der Vorwurf der Organisatoren. Der Aufruf liefert dafür keine Aufstellung konkreter Duisburger oder Essener Forschungsprojekte, ihrer Finanzierung und ihres behaupteten Beitrags zu Menschenrechtsverletzungen.

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„Haben Sie manchmal auch etwas gegen Juden?“ Maxim Billers „Schwarze Samstage“ ist eine Frage als Roman

Maxim Biller by (c) Christian Werner | Kiepenheuer und Witsch

10/7, das monströse Massaker an Israelis heute vor drei Jahren, verübt von Hamas und PFLP, die gerne auf Partys posieren mit Berliner Linken: Warum hat der Schwarze Samstag „die größte Antisemitismuswelle aller Zeiten ausgelöst“? Auf der Rechte wie Linke wie Liberale reiten, weltweit vereint wie nie zuvor? Fragt Maxim Biller in seinem Roman eines Jahres: „Hat das Hamas-Pogrom sie inspiriert?“

Es ist weniger Roman als ein Denk-Tagebuch, was Maxim Biller vorgelegt hat, Denken im Jahr 1 nach 10/7, den undenkbaren Massakern, mit denen sich Hamas & Co  –  heute vor drei Jahren und seitdem  –  aus der Menschheit heraus gemordet haben. Biller sucht Unfassbares zu fassen, er teilt sein Denken, keine Meinungen. Seit langem weigert er sich  –  erfolgreicher Autor, ihn ans Mikro zu kriegen, zählt als Coup  – , die Rolle des jüdischen Kronzeugen zu spielen, der bestätige, was andere meinten, dass sie denken. In Schwarze Samstage   –   שבת השחורה, Schabat ha-schochora wird 10/7 in Israel genannt  –   ist es ein „auffallend taktvoller Journalist“, Magazin-Redakteur eines namhaften Blattes aus Frankfurt, dessen Telefonanrufe sich wie ein dünner Faden ziehen durch das Buch. Genervt erklärt ihm Ari, Billers alter Ego im Roman, er solle nicht über Juden schreiben, sondern „lieber darüber, ob Sie selbst manchmal auch etwas gegen Juden haben“.

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