S04: Johannes Geis ist sicherlich ein sehr guter Neuzugang, aber kein ‚Königstransfer‘

Johannes Geis 2012. Quelle: Wikipedia, Foto: Bleiersatz, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Johannes Geis 2012. Quelle: Wikipedia, Foto: Bleiersatz, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Der FC Schalke 04 hat seit gestern, den von vielen sogar schon etwas voreilig als ‚Königstransfer‘ bezeichneten, Neuzugang Johannes Geis auch ganz offiziell ‚an Land gezogen‘. Der 21-Jährige wird zukünftig das defensive Mittelfeld der Königsblauen bereichern. Von einer zweistelligen Millionenablöse für den FSV Mainz 05 und einem zukünftigen Jahresgehalt von rund drei Mio. Euro für den Jung-Nationalspieler ist die Rede.
Ein wahrlich spektakulärer Neuzugang für die Gelsenkirchener, welcher sicherlich auch zu recht Balsam auf die zuletzt , durch die geplatzten Zugänge von Sami Khedira , Markus Weinzierl und/oder auch Marc Wilmots, klaffenden Wunden der blauweißen Fans darstellen dürfte.
Das Alles sei hier völlig unbenommen. Ein wirklich schöner Transfererfolg für den Revierclub! Und trotzdem bleibt, wenn man die aufkommende Euphorie mal kurz beiseiteschiebt, trotzdem ein etwas fader Beigeschmack. Nicht nur, dass dem zuletzt öffentlich stark kritisierten Manager Horst Heldt ganz persönlich diese Verpflichtung, so kurz vor der für ihn als kritisch angesehenen Mitgliederversammlung, gerade auffällig recht kommen dürfte, den Wind in den Segeln seiner zahlreichen Kritiker erst einmal pünktlich vor der zuletzt drohenden öffentlichen Abrechnung auch mit seiner Person auf schier ideale Weise herausnehmen helfen dürfte. Nein, es stellt sich dem Beobachter aktuell so auch rasch die Frage, ob die Verpflichtung eines Juniorennationalspielers, der es bei der U21-EM aktuell nicht einmal in die Stammformation von Horst Hrubesch geschafft hat, wirklich die ‚Wunderwaffe‘ gegen die zuletzt herrschende tiefe Krise rund um die Königsblauen sein kann bzw. wird? Ist das, was wir hier mitverfolgen durften, wirklich ein sogenannter ‚Königstransfer‘? Berechtigte Zweifel sind zumindest angebracht.

 
Und auch wenn der technisch überaus versierte Kicker sicherlich eine Hoffnung für die Zukunft einer ambitionierten Mannschaft in der Bundesliga sein kann, die hierdurch erzeugte Erwartungshaltung auf Schalke sollte nicht übertrieben in Euphorie ausarten. Man sollte Geis erst einmal noch angemessen Zeit zum Reifen geben. Schließlich hat er als Profi bisher ‚nur‘ Erfahrungen in Fürth und Mainz gesammelt, ist dabei erst in den letzten Monaten so richtig ins Rampenlicht gerückt. Ein ‚Königstransfer‘ hat da sicherlich noch einmal ein ganz anderes Kaliber, auch wenn zuletzt angeblich einige nationale und internationale Erstligisten hinter dem gebürtigen Schweinfurter her waren.
Also, gemach, gemach, liebe Schalker!

 

Und auch wenn man sich in Gelsenkirchen nun insgeheim diebisch freuen wird, dem benachbarten BVB hier scheinbar einen Top-Transfer vor der Nase weggeschnappt zu haben, denn auch den Dortmundern wurde ein Interesse an Geis nachgesagt, hätte Geis denn aktuell wirklich noch so gut in den Kader der zukünftigen Tuchel-Truppe gepasst?
Schließlich ist dort vor Wochen bereits zusätzlich Gonzalo Castro von Bayer 04 Leverkusen für das Mittelfeld neu verpflichtet worden und auch im Fall Ilkay Gündogan zeichnet in den letzten Tagen doch eher noch ein Verbleib beim BVB ab. Wo also hätte Geis denn da zukünftig dann noch spielen sollen? Diese Erkenntnis relativierte sicherlich auch das Interesse des Spielers nun auch noch zum BVB zu wechseln, und auch das Interesse des BVB für ihn so viel Geld zu investieren.

 
Geis wäre übrigens auch nicht der erste Kicker der in so jungen Jahren noch an einer unverhältnismäßig großen Erwartungshaltung zerbrechen würde… Gebt dem Jungen also noch etwas Zeit sich in Gelsenkirchen zu entwickeln, dann kann er sicherlich mal ein Großer werden, können Club und Fans an ihm noch viel Spaß haben. Für Mainz lief er, und das wird aktuell offenbar gerne vergessen, allerdings auch erst 67 Mal in der Bundesliga auf. Das sollte man bei aller berechtigten Freude über seine Verpflichtung durch S04 bitte nicht vergessen.

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WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Geis auf Schalke -Ansprüche, Erwartungen……..
Spontan habe ich an Ginter und den BVB gedacht -Ansprüche,, Erwartungen………

Zu wünschen ist Geis wie Ginter, aber auch S04 und dem BVB, daß "alsbald" die Realitäten den Ansprüchen und Erwarten gerecht werden. Letztere waren bzw. sind m.E jedoch. maßlos überzogen angesichts dessen, was die beiden bisher gezeigt haben.Das Gezeigte lag nach meiner Wahrenhmung bisher nicht beständig über dem Durschnitt auf vergleichbaren Positionen in Bundesliga.

WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Robin,
ja, wenn bei S04 in Sachen Geis von einem Königstransfer gesprochen wird (warum eigentlich?), dann könnte sich das im Vergleich zu Ginter und den BVB als noch belastender erweisen -für Geis und für S04-..

Tobias
Tobias
9 Jahre zuvor

Ähm, wer hat ihn den als Königstransfer bezeichnet? Ich glaube bisher lediglich die WAZ (deren Sportredaktion auch nicht von Schalkefans besetzt ist…), aber keiner vom Vorstand, kein Fanclub, niemand anderes. Also lass mal die Kirche im Dorf.
Und sowohl Gündogan als auch Castro sind eher 8er als 6er, mit denen stünde Geis bei Dortmund nicht in Konkurrenz. Eher mit Bender und höchstens Sahin. Mit dem Abgang von Kehl ware GEis ein gutter Nachfolger für diese Position. Alles im allem kein fundierter Artikel, aber hauptsache was gegen Schalke schreiben… ¯\_(ツ)_/¯

Henk Reisen
9 Jahre zuvor

Hallo Herr Patzwaldt,
den Gedanken von Tobias hatte ich allerdings auch. Ich habe von keinem Schalker Verantwortlichen dieses Wort gehört. Auch die Schalke-Anhänger in meinem Freundeskreis haben sich zwar über den Transfer gefreut, das Wort "Königstransfer" fiel dabei aber nie. Geis als Königstransfer zu bezeichnen, das hat die WAZ ins Spiel gebracht, und darüber habe ich mich schon sehr gewundert. Ich habe gerade noch einmal kurz gegoogelt, und alle Treffer zu "königstransfer geis" führen zur WAZ, zum Handelsblatt oder zu irgendwelchen Aggregatoren. Nun möchte ich nicht ausschließen, dass auch der ein oder andere Schalke-Fan das so nachplappert, wenn es schon in der Zeitung steht, aber einen – wenn auch ein wenig verklausulierten – Vorwurf Richtung GE daraus abzuleiten, ist aus meiner Sicht nicht ganz fair. Eine Kritik an der Berichterstattung, als die Sie Ihren Beitrag nun bezeichnen, finde ich darin überhaupt nicht. Es werden ja die Schalker direkt angesprochen "gemach, gemach", nicht die Journalisten.

Zusammen mit dem etwas pampigen Hinweis auf die Situation beim BvB (Tenor – leicht übertrieben – : "Ihr habt den nur, weil wir ihn nicht wollten.") wirkt das schon ein bisschen angefressen. Das würde ich sogar verstehen: Ich hätte Geis sehr gerne in Mönchengladbach gesehen, aber bei den kolportierten Summen geht Max Eberl gottseidank nicht mit. So kann ich nur leicht neidvoll gratulieren. Und so wirkt auf mich – ehrlich gesagt – auch Ihr Text.

Was ich aber absolut daneben finde, ist der Hinweis auf Horst Heldt und das günstige Timing. Es ist zur Zeit nun einmal Transferperiode. Halten Sie es für wahrscheinlich, dass die Verantwortlichen in Gelsenkirchen den Transfer bewusst vorgezogen oder noch zurückgehalten haben (Zurückgehalten? Auf Schalke? Undenkbar!), ohne das jemand davon Wind bekommen hätte, nur um die Nachricht zur politisch rechten Zeit zu platzieren? Natürlich kommt ein Transfererfolg für Heldt genau richtig. Etwas Auffälliges kann ich daran aber nicht erkennen. Haben Sie dahingehend irgendwelche Hinweise? Ansonsten finde ich die Konstruktion dieses Zusammenhangs wirklich böse.

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