TV ohne Fußball, heute wieder mit Ruhrpott – der Tagestipp (XI)

Ab morgen gibt es wieder Mittachschlaf. Heute ist der letzte WM-Spieltag mit einem Spiel um 13.30 h (Portugal-Demokratische Volksrepublik Korea). Mit dem Mittachschlaf ist das ja so: es gibt zwar immer weniger Vollarbeitsplätze mit Frühschicht (6 – 14 h), an die sich bei Oppa und Vatter dieser Mittachschlaf angeschlossen hat.

Diese schöne Gewohnheit hat sich trotzdem vererbt, nicht nur bei mir an allen arbeitsfreien Tagen, obwohl ich nur in Ferienjobs im Schichtbetrieb gearbeitet habe. Ein Freund von mir, der seit Jahrzehnten Hausmann ist und dessen Töchter seit Jahren aus dem Haus sind, pflegt ihn ebenfalls. Vielleicht ist es doch eine innere biologische Uhr? Ab morgen können ihr die Fußballfans wieder folgen.
Sie als Fußballdesinteressierte müssen sich damit ja nicht herumplagen. Ihnen kann ich heute nach der Tagesschau, die heute sogar in gewohnter Länge ausgestrahlt zu werden verspricht, zwei französische Angebote zur Wahl stellen. Frankreich ist ja bei der WM diesmal besonders schlecht, der Staatspräsident musste das schon, gerade in Moskau bei der Arbeit, entsetzt kommentieren. Gut, dass die Franzosen ihr Kinoschaffen besser pflegen, als ihren Fußball. Heute also um 20.15 h auf Arte Der Frauenmörder von Paris (F 1963, R: Claude Chabrol) oder um 21 h auf EinsFestival Wir verstehen uns wunderbar (F 2006, mit Charlotte Rampling und Jean Rochefort). Wer nicht auf Spielfilme aus ist, setzt sich mit einer Flasche Vodka aufs Sofa und stellt die Glotze besonders laut, um sich erneut an Der Popolski Show (3sat, 21 h) zu erfreuen.
Monty-Python-Fans können John Cleese als Doku-Filmer wiedertreffen: um 23.10 h auf 3sat „Die Macht der Sonne“ (USA 2005); mit einigen Nobelpreisträgern philosophiert er über alternative Energiegewinnung.
Der WDR wiederholt heute seine Reihe Als der Ruhrpott noch schwarz-weiß war, ab 23.30 h. Mein Vatter hatte die DVDs schneller im Regal, als ich sie ihm zu Weihnachten schenken konnte. Heute also eine Gelegenheit, sie sich selbst zu machen.
Mein persönlicher Tipp läuft heute erst nach Mitternacht: Durchfahrtsland (D 2005, 0.05 ZDF) spielt hier bei mir vor der Haustür, in den Dörfern zwischen Köln und Bonn. Jürgen Becker würde dazu sagen: „Es ist furchtbar, aber es geht.“ Der Film zeigt: für Parallelgesellschaften brauchen wir Deutsche keine Einwanderer (obwohl die dort auch mitspielen), das schaffen wir ganz alleine. Der Film wurde von Alexandra Sell gedreht, die dort selbst aufgewachsen ist, und auf jede platte Denunziation und belehrende Off-Kommentare verzichtet. Eine echte Perle.

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