BVB: Kann Jürgen Klopp die Spannung in seinem Team vor dem Freiburg-Spiel weiter hochhalten?

Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt
BVB-Trainer Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt

Bei der gestrigen Spieltags-Pressekonferenz lobte Trainer Jürgen Klopp den kommenden BVB-Gegner aus Freiburg. Er erwarte eine junge, spielstarke Mannschaft, die mit hochkarätigen Talenten besetzt sei. Der BVB müsse eine 100%ige Leistung bringen, wenn er am Samstag sein Heimspiel gegen den SC Freiburg, derzeit immerhin Vierter der aktuellen Auswärtstabelle, bezwingen wolle.

Vermutlich hat er damit sogar völlig Recht. Das Problem scheint mir nur zu sein, so recht scheint dies Spiel irgendwie keiner ‚auf dem Radar‘ zu haben. Nach Festspielen in der Champions League und im Revierderby zuletzt, bekommt das Spiel gegen Freiburg in der Öffentlichkeit nun nicht mehr den Stellenwert eingeräumt, der zuvor den Begegnungen gegen die ‚Hochkaräter‘ eingeräumt worden war.

Könnte diese gleichgültigere Einstellung gegenüber dem Match bei Medien und Fans, die insgesamt wohl deutlich geringere Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit, nun parallel auch zu einem Nachlassen der Anspannung und Konzentration im Team des BVB führen? Jürgen Klopp bestritt dies gestern vehement. Dies sei wohl eher ein Problem der Journalisten, gab er sinngemäß zu Protokoll.

Ist es das aber wirklich?

Es dürfte auch den BVB-Profis ja nicht verborgen geblieben sein, dass in der Liga nach oben längst nichts mehr geht. Bei 20 Punkten Rückstand auf den FC Bayern, bei dem derzeit alles zu laufen scheint, braucht die Borussia nach oben längst gar nicht mehr zu schauen.

Und nach unten? OK, Leverkusen lauert mit nur einem Zähler Abstand auf Rang Drei. Noch weiter nach unten dürfte es für die Dortmunder wohl in dieser Saison nicht gehen. Die sieben Punkte (plus die deutlich bessere Tordifferenz) auf den derzeitigen Vierten, den FC Schalke 04, sollte sich die Borussia, zumindest nach menschlichem Ermessen, aber nun auch nicht mehr nehmen lassen bis zum Mai.

Wäre es daher jetzt nicht verständlich, wenn sich die Spieler nun innerlich, und sei es auch nur ganz leicht und vielleicht auch unbewusst, verstärkt auf die Champions League konzentrieren würden? Wäre es nicht irgendwie menschlich, in den nächsten Tagen und Wochen nicht mehr mit 100%igem Risiko in die Zweikämpfe zu gehen, ein Heimspiel gegen den SC Freiburg sportlich rasch einmal zu unterschätzen?

Ich will mal für alle BVB-Fans hoffen, dass Jürgen Klopp Recht behält und das eher ein Problem von Journalisten und Fans ist. Ob sich aber so ein leichter Spannungsverlust  in der Bundesliga nicht vielleicht eben doch langsam einschleicht beim BVB, das werden wir dann alle gemeinsam am morgigen Samstag im Westfalenstadion erleben können. Denn alles andere als ein Heimsieg gegen den Underdog aus dem Schwarzwald wäre eine recht unangenehme Überraschung für die Schwarzgelben. Aber es wäre leider eben auch nicht die Erste, wie die Heimspiele gegen Düsseldorf, Stuttgart, Wolfsburg und Hamburg ja in dieser Saison bereits bewiesen haben. All diese Begegnungen waren jedenfalls ebenfalls Spiele gegen Mannschaften aus mittleren und unteren Tabellenregionen, wo man als BVB-Anhänger Heimsiege eigentlich fest eingeplant hatte.

Das in diesem Jahr bisher wahrlich beeindruckend aufgetretene Streich-Team ist sportlich im Vergleich eher noch als deutlich gefährlicher einzustufen als die eben genannten Teams. Der BVB sollte also tatsächlich gewarnt und konzentriert sein, wenn es Morgen nicht direkt die nächste unangenehme Überraschung in einem Heimspiel des Meisters geben soll.

Es gibt übrigens noch ca. 770 Tickets aus dem Gästekontingent für das Spiel. Die Tageskassen werden am Samstag dementsprechend ab 11 Uhr geöffnet sein.

 

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