Stuttgart 21: „Grußbotschaften aus Athen, Madrid, Kairo“

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Auch nach dem Ergebnis des Stresstests geht der Streit um Stuttgart 21 weiter. Zur Erinnerung: In Stuttgart soll kein Kernkraftwerk in der Innenstadt gebaut werden, geht es nicht um den Abriss ganze Stadtteile und die Vertreibung tausender Menschen, sondern um den Bau eines Bahnhofs. Ein eher profanes Vorhaben. Das sehen die Gegner anders. Sie sehen sich in einer Linie mit den großen Protestbewegungen unserer Zeit. Und so verkünden die Parkschützer stolz auf ihrer Internetseite, das beim Protestkonzert am kommenden Sonntag, auf dem der Blödelbarde Konstantin Wecker natürlich nicht fehlen darf, auch „Grußbotschaften aus  Athen, Madrid, Kairo“ verlesen werden. Ob die, die ja grüßen wissen, wen sie grüßen, darf bezweifelt werden: Die Ägypter haben unter Lebensgefahr ein brutales Regime gestürzt. Es gab Todesopfer. Über den Bau eines neuen Bahnhofs hätten sich die meisten Menschen in Kairo wahrscheinlich gefreut. Und auch die Spanier, die von Massenarbeitslosigkeit betroffen sind und gegen die Korruption der politischen Klasse ihres Landes auf die Straße gehen oder die von Massenarmut bedrohten Griechen haben im Gegensatz zu den wohlsituierten schwäbischen „Wutbürgern“ durchaus nachvollziehbare Gründe für ihre Proteste. Ihnen allen geht es schlecht. Die Stuttgarter Wutbürger fühlen  sich schlecht. Zu dem Thema ist heute auch ein sehr feiner Artikel auf Spiegel.de erschienen.

„Wenn die Gesellschaft leben will, muss sie gefährlich leben“

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Am 17. Juli 1936 brach der Spanische Bürgerkrieg aus. Am 19. Juli, heute vor 75 Jahren, begann der Aufstand gegen Franco in Barcelona. Der Film „Die Utopie leben“  von Juan Gamero erinnert an den Kampf der spanischen Anarchisten gegen Franco und seine italienischen und deutschen Hilfstruppen. Und ihren Kampf mit den Kommunisten, die während des Spanischen Bürgerkriegs gegen alle brutal vorgingen, die sich ihnen nicht unterordnen wollten.

Kämpft gegen die Netz-Moloche!

Amazon Kindle Foto: Franz Wegener

Web-Konzerne bestimmen, welche Programme Besitzer auf ihre Smartphones laden und welche Bücher sie auf ihren Lesegeräten behalten dürfen. Richard Stallman, Aktivist für freie Software, ruft zum Widerstand auf: Wer Freiheit und Privatsphäre will, muss gegen den Strom schwimmen.

Tim Berners-Lee hat das World Wide Web ab 1990 für den weltweiten Austausch von Informationen entwickelt, am 6. August 1991 gab er es zur allgemeinen Benutzung frei. Langsam verwandelt es sich aber in ein System der ausgelagerten Datenverarbeitung, ein System des „Remote Computing“. Es speichert Daten von Nutzern und Daten über Nutzer, auf die der Nutzer selbst nicht zugreifen kann – die US-Bundespolizei FBI aber jederzeit. Das Netz übernimmt die Datenverarbeitung, der Nutzer gibt die Kontrolle darüber ab. Dieses neue Web ist voller Verlockungen – doch wir müssen ihnen widerstehen.

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Berlin im Sommer: Unser Eisdielen-Check

Wir haben es gut am Prenzlauer Berg. Zumindest im Sommer. In den letzten Jahren haben viele Eisdielen aufgemacht. Und wenn mein ältester Sohn quengelt, „Mama, Kann ich ein Eis haben?“ Und der kleine sofort „Ich auch“ nachlegt, dann kann ich schnell sagen: „Na gut“ und dabei noch extrem gönnerhaft wirken, indem ich ein „ausnahmsweise“ nachschiebe. von Tatjana Willms

Aber wo gibt es die besten Eiscremes? Fangen wir einfach einen Streifzug an: Wir kommen von der Marie im Winsviertel am „Prenzlkasper“ (Marienburger Straße 39) vorbei. „Mein Eis“, schreit ein Kind  schon von ganz vorn an der Ausgabe. Hinter ihm hüpfen die nachfolgenden Kleinen, die das Eisangebot angucken wollen: „Ich kann nichts seh’n. Ich will auch ein Eis…“ Die Theke ist ein wenig hoch, aber irgendwann kommt jeder an die Reihe. Seit die sommerlichen Temperaturen über Berlin hereinbrechen, boomt das Geschäft mit der kühlen Leckerei. Die Saison ist eröffnet und der „Prenzlkasper“ hat ein Puppentheater im Eisladen. Eisschlecken und das Krokodil verprügeln sehen. SUPER. Das Geschäft boomt.

Puppenspieler und Kikaninchen-Moderator Christian Bahrmann gibt allerdings in der heißen Jahreszeit nur wenige Vorstellungen. Kinder sind dann ja viel lieber draußen. Die Eisdiele ist eine gute Ergänzung in den Sommermonaten. Nachdem die Kinder ihr Eis in der Hand haben, setzen sie sich

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Lesung: Luftschlacht um England – Dywizjon 303

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Ich hätte ja nicht erwartet, auf dem gemeinhin pazifistisch ausgerichteten Blog Bo-Alternativ diesen Veranstaltungshinweis zu finden, aber wichtig ist er natürlich: Die polnische Fliegerstaffel Dywizjon 303 trug entscheidend zum Sieg der Briten in der Luftschlacht von England bei – der ersten Nazi-Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Diese Niederlage beendete alle Invasionsträume der Deutschen und zwang sie in einen zwei Fronten Krieg, der 1945 mit der Kapitulation endete:

Am Samstag, den 23. Juli stellt Jarosław Ziółkowski um 20.00 Uhr im Sozialen Zentrum das vom ihm übersetzte Buch Staffel 303 – Die polnischen Jagdflieger in der Luftschlacht um England vor.

Das Video ist ein Ausschnitt aus dem noch heute sehenswerten britischen Fim „Die Luftschlacht um England„, der den ersten Einsatz polnischer Jagdflieger in der Luftschlacht  zeigt.

Wuppertal: Schuhhaus Klauser feiert die „Arisierung“ jüdischer Geschäfte!

Die Kette Schuhhaus Klauser feiert am 17. Juli 2011 mit einer großen Openair-Party im Wuppertaler Zoo-Stadion ihr 75jähriges Geschäftsjubiläum. Die Schuhkette Klauser, die kürzlich alle Salamander-Geschäfte übernommen hat, verfügt heute über 80 Filialen und 1900 MitarbeiterInnen und ist nach Deichmann, Leiser und Görtz einer der Größten der Branche. Crossposting von Arisierung in Wuppertal

Nach einem Pressebericht  blickt das Schuhhaus Klauser „auf eine beeindruckende Firmengeschichte zurück.“  Diese Geschichte beginnt nach Firmenangaben im Jahre 1936. „Mit dem Kauf des Schuhgeschäftes Kamp legt Klara Klauser im Jahr 1936 den Grundstein.“ (Westdeutsche Zeitung 15. Januar 2009 u. 10. Mai 2011.) Das ist der einzige dürre Hinweis zum 75. Jubiläumsjahr, dass zur Zeit bundesweit mit Aktionswochen und Sonderrabatten „gefeiert“ wird.

“Mit Befremden stellen wir fest, dass das Wuppertaler Schuhhaus Klauser mit einer Großveranstaltung „ihr“ 75 jähriges Geschäftsjubiläum feiert,“ so der Wuppertaler Historiker Stephan Stracke. „Das Schuhhaus Klauser feiert damit die „Arisierung“ jüdischer Geschäfte! Noch erschreckender ist es, das Klauser kein Wort zum Schicksal der jüdischen Vorbesitzer verliert, die aus Deutschland flüchten mussten oder wie Emil und Pauline Rosendahl deportiert wurden und im KZ Theresienstadt den Tod fanden.“

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Glanzlichter: Scarlatti, ein Hype, der Teufel und das Alphabet

opalkatze

 

In der beliebten Reihe „Euro-Alphabet“ diese Woche „I“ wie „Irland“ oder „Italien“. Moody’s prüft die Bonität der USA, Ungarn setzt die Gleichschaltung fort, Merkel macht Patrouillenbootpolitik und Giihdo schlägt das ganz große Rad. Zum Tod Leo Kirchs titelt der Spiegel „Das Imperium schrumpft zurück“ und die SZ versteigt sich zu „Wir sind alle ein bisschen Kirch“ (Qualitätsdingens, wissenschon). Heinz Reinckes (des Gründgens- und Burg-Schauspielers) Tod geht mir näher.

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„Man darf das Existenzrecht Israels nicht in Frage stellen.“

Hermann Dierkes, FrakltionsLinkspartei

In der Partei- und Fraktionsspitze der Linkspartei wird über das Thema Antisemitismus gestritten. Doch wie sieht die Basis der Partei das Problem?

Da ist diese Legende. Antisemitismus, das hat mit Nazis zu tun. Das ist eine Waffe der Bürgertums im Kampf gegen die jüdische Konkurrenz. Die Linke? Kann nicht antisemitisch sein. Linke wurden in der Nazizeit verfolgt, wurden in Konzentrationslagern ermordet und starben in den Folterkellern der Gestapo. Juden und Linke teilen in dieser Sicht der Welt die gleiche Geschichte: Sie beide waren Opfer des Nationalsozialismus. Schon die Differenzierung stört: Viele Juden sahen sich vor allem als Linke, waren überzeugte Kommunisten, denen ihre Religion und die Kultur ihrer Väter und Mütter als etwas galt, dass es zu überwinden galt.

Und jetzt diese Debatte. Ausgelöst durch eine Studie von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt, die zu dem Ergebnis kam, dass in der Partei Die Linke antisemitische Positionen an Einfluss gewinnen und von der Parteispitze geduldet werden – auch wenn die Führung lange Zeit immer wieder betonte, dass es kein Antisemitismusproblem in der Partei gäbe. Bis vor kurzem: Mit der Studie von Salzborn und Voigt und dem Fund eines Hakenkreuz-Flugblatts auf dem Internetserver der Duisburger Linkspartei fing es an. Dazu kamen wiederholte Boykottaufrufe gegen Israel. Die Teilnahme der Bundestagsabgeordneten  und Frauendeck-Passagierin der letzten Gaza-Flotille, Inge Höger an einer Palästinenserkonferenz in

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CDU und Merkel – wie lange geht das gut?

Angela Merkel Foto: CDU/Laurence Chaperon

Günter Bannas kenne ich seit Ende der 70er Jahre. Damals stand er bei den Gründungsparteitagen der Grünen immer mitten in den kungelnden Menschentrauben und hörte zu. Danach wunderten sich viele, warum die FAZ so wohl informiert, abgewogen und ohne Schaum vorm Mund über Grüne, Friedensbewegung etc. berichten konnte. Ideologisch passte das nicht zusammen, aber es war so. Seit langem schon ist Bannas Hauptstadtbüroleiter der FAZ, und was heute versteckt auf Seite 5 und unter einer nichtssagenden Überschrift „Im koalitionären Kreisverkehr“ steht, das finde ich spektakulär.
Eingeleitet wird mit Herrn Rösler, und was der in der Koalition so treibt. Weniger interessant. Gelinde gesagt. Dann ist von Schäubles „Angewidertsein“ die Rede – auch das ist ja eher gewöhnlich. Doch wenn geschrieben wird, die „offene Kritik“ innerhalb der CDU an

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