Ein Hinweis auf das nahende Parkfest in Waltrop 2019. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
In diesem Jahr soll das Parkfest in Waltrop nach zwei schwierigen Jahren, was der Corona-Pandemie geschuldet war, weitestgehend wieder in der von früher gewohnter Form stattfinden. Zur Erinnerung: Im Jahre 2020 fiel das traditionsreiche Volksfest im Kreis Recklinghausen ganz aus, 2021 wich es einer deutlich weniger beachteten Mini-Version.
Jetzt, obwohl die Inzidenzen in diesem Sommer unerwartet hoch sind, soll nach dem Wunsch der Organisatoren eigentlich alles wieder wie früher sein. Das Bild in der Öffentlichkeit lässt jedoch vermuten, dass dem nicht so sein wird.
Das fotografische Lebenswerk von Brigitte Kraemer geht in die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums in Essen über. Unterstützt wurde der Ankauf der 360.000 Bilder und 7.000 digitalen Datensätze aus den Jahren 1982 bis 2021 von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ im Jahre 2019. Foto: Robin Patzwaldt
Unser Gastautor Magnus Memmeler gibt Krisentipps.
Auf den Beitrag „Katastrophenschutz: Ist die Bevölkerung noch zu schützen?“ erfolgten einige persönliche Mitteilungen, welche alle den Grundtenor hatten, dass alles, was Einzelpersonen oder einzelne Gemeinden tun könnten, doch verschwindend geringe Auswirkungen hat und Folgen von Katastrophen doch schließlich durch den Staat zu minimieren seien. Wahlen und Verbraucherverhalten zeigen, dass diese Einstellung quatsch ist, weshalb ich hier einige recht einfache Tipps geben möchte.
Universitätsklinikum Aachen Foto: Mali Lizenz: CC BY-SA 3.0
NRW: Die Lage in den Kliniken ist angespannt(€)…WAZ
NRW: Corona-Inzidenz leicht rückläufig…RP Online
Ukraine: Diese Wunderwaffe könnte den Krieg entscheiden(€)…Welt Ukraine: Putins Politik nicht belohnen(€)…FAZ
Ukraine: Putin braucht gar keinen Frieden(€)…NZZ Ukraine: Russische Regionen sollen weitere Freiwillige anwerben…Zeit
Ukraine: Russische Streitkräfte sollen Siwersk erreicht haben…Welt Ukraine: Nordkorea erkennt prorussische »Volksrepubliken« an…Spiegel Ukraine: „Waffenstillstand würde Putin Atempause verschaffen“…NTV
Ukraine: Wie Russland Getreide stiehlt…NZZ Ukraine: Die erste Schlacht der neuen Zeit(€)…FAZ
Debatte: „Wir stehen vor der größten Krise, die das Land je hatte“…Welt Debatte: Wir haben kein Stromproblem? Noch nicht!(€)…Cicero Debatte: Bundesnetzagentur warnt vor „Verdreifachung“ der Gaspreise…Zeit
Debatte: Griechischer Minister will Deutsche anlocken…Spiegel Debatte: Die Verantwortung der Claudia Roth…Welt Debatte: Das Problem ist größer…taz Debatte: Ich war’s jedenfalls nicht…FAZ
Debatte: Das bisschen Antisemitismus…Jungle World Debatte: Europa muss um seine Werte kämpfen…FAZ
Debatte: Wer übernimmt Verantwortung für die deutsche Russlandpolitik?…NZZ Debatte: Anwerbung schlecht gebildeter Gastarbeiter schafft neue Probleme(€)…Welt Debatte: Jenseits der Mohrenstraße…FAZ
Debatte: Die Angst der Konzerne vor „dem Kunden“(€)…Welt Corona: COVID-19-Dashboard…RKI
Corona: Coronavirus-Outbreak…Worldometer Corona: Inzidenz steigt von 692 auf 720…Welt Corona: Wird die Gefahr von Long Covid überschätzt?…NTV Corona: Neue Variante „Centaurus“ bereitet Virologen Sorgen…HB Ruhrgebiet: Zugausfälle und Verspätungen wegen Stellwerksstörung…t-online Bochum: Odyssee-Festival startet…WAZ Bochum: Erster Globus-Markt öffnet(€)…WAZ Dortmund: Neues Konzept für Warsteiner Music Hall…Ruhr Nachrichten Dortmund: Ein riesiger Sandhaufen in der Innenstadt(€)…RN Duisburg: Deutliche Preiserhöhung für Fernwärmekunden(€)…WAZ Duisburg: Das kosten Coronatests(€)…WAZ Essen: „Ich glaube auch, dass viele Urteile zu mild sind“(€)…Welt Essen: Stadtwerke erwarten Plus beim Gaspreis bis 80 Prozent…WAZ Essen: Gasthaus „Rote Mühle“ kämpft noch mit Flutfolgen…WAZ
Personen, die Wörtern zum Abschied hinterherwinken. Foto: R. v. Cube
Dieser Tage geht es wieder viel über Wörter und welche man benutzen sollte und ob sie jemand verbieten will. Wie immer wird die Diskussion in Superlativen und mit Schaum vorm Mund geführt. Es kostet Kraft und Zeit, überhaupt herauszufinden, was die sich anschreienden Parteien eigentlich wollen. Das liegt daran, dass diejenigen, die eine Idee oder eine Kritik daran haben, meist nicht die gleichen sind, die diese Ideen oder diese Kritik im Ring verteidigen. Die Kämpfer an der Twitter-Front brechen sich aus der differenzierten Betrachtung grobe Stücke heraus, die sie als Keule verwenden, um auf den anderen einzuschlagen.
Kürzlich erschien ein Artikel in der NZZ, der wohl auf einen Beitrag in der New York Times zurückgeht, in dem vor der Abschaffung des Wortes „Frau“ gewarnt wird. Aufhänger ist ein Schreiben der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU zum Thema Abtreibungsrecht, in welchem angeblich das Wort „Frau“ nicht vorkomme.
Nach Würzburg nun also auch Düsseldorf. Bevor es zu einem unerträglichen Skandal kam, ist den Verantwortlichen der Rheinkirmes aufgefallen, dass der Nr. 1 Hit Layla (schöner, jünger, geiler!) in völlig überspitzter Form klischeehaft mit dem Thema Prostitution und Sex umgeht. Dass Layla eigentlich ein Transvestit ist, geschenkt. Das Drama nahm bereits seinen Lauf. Selbstverständlich blieb nur ein Ausweg: Die Notbremse. Ein direktes Verbot, verbunden mit der Stellungnahme, wie entsetzt man doch sei. Das Herz eines jeden völlig verklemmten, charismatischen, amerikanischen Landpredigers kann nun Frieden finden.
Ein mit knapp 700 Seiten schwergewichtiges, aber stets kurzweiliges Werk über einen wirklichen, produktiven Unruhestifter: Der 1945 geborene und vor knapp vier Jahren verstorbene linke, „antideutsche“ Publizist Wolfgang Pohrt. In zwölf Oberkapiteln erzählt Klaus Bittermann, der als Verleger und Freund über Jahrzehnte Pohrts schwierigen Lebensweg miterlebte, dessen Leben und Schreiben nach. Von unserem Gastautor Roland Kaufhold.
Gleich im Vorwort – „Denken in Zeiten pathischer Normalität“- streicht Bittermann die Besonderheit, die radikale Eigenheit von Pohrts polemisch-kämpferischen Schriften und Büchern hervor: Pohrt habe seine Analysen stets mit „Schärfe, Klugheit und Eleganz“ (S. 9) vertreten, habe in einer Mischung aus Witz und Sarkasmus eine „Überzeugungskraft“ entfaltet. Diese richtete sich über Jahrzehnte jedoch vor allem gegen die „eigene“ linke Szene. Ihr wollte der fleißige Konkret-Schreiber Pohrt bald nicht mehr angehören. Und er ließ in eindrücklicher Unnachgiebigkeit und Kompromisslosigkeit nicht davon ab, die eigene „Szene“ einer scharfen Analyse und Kritik zu unterziehen. Dies bezeichnete er als „Ideologiekritik“. Anfangs bezog Pohrt sich auch auf psychoanalytische Ansätze, wendete diese jedoch eher nicht auf sein eigenes Handeln und seine eigenen Motive an. Er griff Adornos unter dem Eindruck des Nationalsozialismus geprägtes Diktum von der Psychopathologie auf, die nach der Nazizeit zum Normalzustand geworden sei. Später sollte Pohrt, der anfangs noch RAF-Positionen insofern verteidigte, als er deren Vertreter nicht aus dem linken Diskurs ausschließen wollte[i], seine scharfe Kritik ab den 1980er Jahren gegen die Grünen und die „Friedensbewegung“ richten. Später wendete er seine Ideologiekritik auch auf Hausbesetzer, am Ende sogar gegen gewisse Vertreter der Antisemitismuskritik an. Da war er der Sache müde und hatte eigentlich keine Lust mehr auf lebensfremde, Depressionen eher befördernde „Ideologiekritik“.
„Rebellion der Heinzelmännchen“
Wolfgang Pohrt verfügte über das Talent, sich fortgesetzt gerade auch bei Freunden – oder die ihn dafür hielten – unbeliebt zu machen. Dies sah er wohl als integralen Teil seiner Agenda an. Autonome Häuser und teils auch besetzte Häuser gelten teilweise als Zentrum antideutscher Bewegungen. 1982 hielt Pohrt einen Vortrag in einem besetzten Haus.
Die Säulen des Fridericianums bemalt von Dan Perjovschi | C. Suthorn cc-by-sa-4.0
„Der Kampf gegen den Antisemitismus“, hat Claudia Roth (GRÜNE) dem Kulturausschuss des Bundestages bekannt, „muss so global sein wie der Antisemitismus selbst.“ Der Satz der Staatsministerin ist falsch formuliert – Antisemitismus ist global, muss aber nicht – und dennoch richtig, die hessische Kulturministerin Andrea Dorn, ebenfalls GRÜNE, hat ihn gleich nachgesprochen. Klarer Lernerfolg, grüne Kulturpolitik trifft auf eine Szene innerhalb der Welt der Kunst, die schon länger daran arbeitet, eine „globale Poesie“ zu entwickeln und eine passend modulierte „globale Politik“. So formuliert es einer ihrer Vordenker, Charles Esche, graue Eminenz im Kassler Wald, in den er die Documenta gelockt hat. Jetzt steht der Wald schwarz und schweiget, niemand, der sich aus den Büschen traute, auch Esche nicht, der neulich noch gemeint hat, wer BDS nicht auf die Bühne hole, die antisemitische Hetzkampagne, der betreibe „racial profiling“. Hier ein Versuch, sich vorzutasten in eine Gedankenwelt, in der sich alles um Israel dreht, Israel aber keine Rolle spielt, Palästinenser eh nicht, Esche sehr wohl. Etwas gruselig, das Ganze, eine BDS-Geisterbahn, man findet wieder heraus, viel Spaß.
Vor vier Jahren, am 12. Juli 2018, präsentierte die Kassler Documenta, weltweit geachtete Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die Mitglieder der Findungskommission, deren Aufgabe es war, die kuratorische Leitung der kommenden Documenta und also deren grundsätzliche Ausrichtung zu bestimmen. Maßgeblich beteiligt an der Findung der Findungskommission: Sabine Schormann, generösverhinderteGeneraldirektorin. Einer der acht von ihr gefundenen Findungskommissare: Charles Esche, britischer Staatsbürger aus einer DDR-deutschen Familie, der sich – so stellte ihn die ZEIT 2011 einem deutschen Publikum vor – „in den achtziger Jahren enttäuscht von den radikalen Linken abwandte und sich in die Kulturszene stürzte“. Für ihn, so die ZEIT, müsse Kunst „vor allem eines leisten: Provokation. Kunst dürfe nicht dem Kapitalismus ‚als Mittel der Ablenkung des Widerstands von angemesseneren Aktivitäten dienen‘“.