Thomas Westphal Foto: Blumeibu Lizenz: CC BY-SA 4.0
Den Sommer über war die Putin-Fanbase erstaunlich ruhig. Nachdem im ersten Halbjahr 2022 vor allem Prominente großen Wert darauf legten die Öffentlichkeit wissen zu lassen, dass ihnen die Freiheit und das Leben der Ukrainer vollkommen egal war, waren in den vergangenen Monaten vor allem Politiker von AfD und Linke die sich auf die Seite des russischen Imperiums und dessen Kampfes gegen den Westen stellten. Immerhin hat man ja einen gemeinsamen Feind. So etwas verbindet.
Immer häufiger und heftiger wird gefordert, dass Schauspieler nur das spielen dürfen, was sie auch tatsächlich sind – ob es jetzt um ihre Ethnizität oder ihre sexuelle Präferenz geht. Aspekte, die früher mal Privatsache waren. Nicht mehr. Big Brother is casting you. Von unserem Gastautor Karsten Kastelan.
In Shakespeares und Christopher Marlowes Zeiten wurden Frauenrollen ausschließlich von Männern gespielt, was sich letzten Endes als etwas antiquiert und verfehlt herausstellte. Aber auch nachdem dieser elisabethanische Ausrutscher korrigiert wurde, änderte dies nichts an der Profession. Menschen stellten jemanden oder (im Fall von Außerirdischen) etwas dar, was sie im wirklichen Leben nicht waren. Was irgendwie sinnvoll erscheint, schließlich blieben die Superhelden-Filme unserer Zeit sonst unbesetzt, weil man für Thor keinen entsprechenden Gottessohn finden kann und das Casting für Superman immer damit enden würde, dass ein Darsteller vom Wolkenkratzer plumpst.
Friends Of Gas 2017 bei urban urtyp in der Christuskirche Bochum, 2022 auf der Pop-Kultur Berlin. Foto by Michael Schwettmann (c)
120 Acts, 4 Absagen: BDS hat wieder einmal eine Kampagne gestartet, um Israelhass zu promoten, Erfolg sieht anders aus. Offenbar macht die Pop-Kultur Berlin das Gegenteil von dem, was die Documenta Kassel macht, nämlich alles richtig. Der Soli-Effekt, auf den BDS setzen konnte, solange die Hetzkampagne auf Claudia Roth hoffen durfte, ist perdu, 2022 scheinen die Abraham Accords aus 2020 anzukommen. Nicht auf der Documenta, aber im Pop.
2017 wurde die Pop-Kultur Berlin, internationales Festival für Pop-Musik mit pop-politischem Anspruch, erstmals von BDS ins Visier genommen. Begründung der anti-israelischen Hetzkampagne damals: Das Logo der Botschaft Israels habe auf der Website des Pop-Festivals gestanden. Acht Acts zogen ihre Auftritte zurück, Boykott-Headliner waren die schottischen Triphopper Young Fathers, die daraufhin von Stefanie Carp eingeladen wurden, wenn nicht die Pop-Kultur Berlin, dann die Ruhrtriennale zu schreddern, deren Intendantin Carp 2018 war. Im selben Sommer waren es in Berlin nur noch fünf von 150 Acts, die sich BDS unterwarfen, 2019 lief die BDS-Kampagne gegen die Pop-Kultur Berlin vollends ins Leere, und jetzt – nach den stillen Corona-Jahren – sind es vier Acts, die ihre Musik für sich behalten wollen, um sich mit einer Hasskappe zu schmücken.
Mona Neubaur und Hendrik Wüste Foto Neubaur: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen Foto Wüst: Raimond Spekking Lizenz Neubaur: CC BY-SA 2.0 Lizenz Wüst: CC BY-SA 4.0
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Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes Lizenz: CC BY-SA 4.0
Das Schauspielhaus Bochum ist „Theater des Jahres“. Erstmals seit 40 Jahren setzten die Kritiker das Bochumer Haus in der jährlichen Umfrage des Magazins „Theater heute“ an die Spitze aller deutschen Spielhäuser. Die diesjährige Kritikerumfrage gestaltete sich schwierig: 15 der 45 befragten Kulturjournalistinnen und -journalisten enthielten sich eines Votums. Trotzdem gab ein deutliches Ergebnis: Das Schauspielhaus Bochum unter der Leitung
Plötzlich heisst es „Rote Laterne“ für den VfL Bochum | Bild: Peter Hesse
Fehlstarts für Leverkusen und Liverpool – und der VfL Bochum ist plötzlich Tabellenletzter in der Bundesliga. Auch Dortmund hinkt den Ansprüchen noch hinterher. Neustürmer Anthony Modeste agiert auf dem Platz so, als hätte Edin Terzic den 80jährigen Siggi Held aufgestellt. Thommy Junga und Peter Hesse drehen einige Ereignisse rund um das runde Leder mal wieder auf links.
Würden sich Querdenker an Bilderrahmen kleben, wäre die Empörung groß. Verüben hingegen die nahezu heiligen Kämpfer gegen den Klimawandel einen solchen Akt der Barbarei, wird das fast ohne Widerspruch hingenommen.
Der Essener STEAG-Konzern legt wirtschaftlich deutlich zu. In der jetzt veröffentlichten Halbjahresbilanz liegen alle relevanten Kennzahlen deutlich über den Werten des gesamten Vorjahres. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Essener Energieunternehmen einen Konzernumsatz von 2,41 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf 386,1 Millionen Euro und übertraf damit das Resultat des gesamten Vorjahres bereits um fast das Doppelte. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen EBITDA nahm deutlich auf 450 Millionen Euro zu.
München 1972. Quelle: Wikipedia, Foto: JoJan, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ankie Spitzer, die Witwe des beim Olympia-Attentat 1972 in München ermordeten israelischen Fechttrainers André Spitzer, erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland. „Es ist eine Schande, dass ich nach 50 Jahren immer noch über Geld reden muss“, sagte sie dem stern. „Ich will nicht wie eine Bettlerin behandelt werden.“
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