
Morgen ist wieder der 11. September. Und plötzlich sind tatsächlich 25 Jahre vergangen, seit die Anschläge auf das World Trade Center in New York City die Welt erschütterten. Ein Vierteljahrhundert. Allein diese Zahl fühlt sich für mich irgendwie unwirklich an.
Wie in jedem Jahr wird diese Erinnerung auch diesmal meinen Tag prägen. Ich werde Dokumentationen anschauen, vielleicht wieder in einem Buch blättern und unweigerlich an die Bilder denken, die sich damals in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Für mich ist der 11. September 2001 bis heute eines der prägendsten Ereignisse meines Lebens. Und das, obwohl ich persönlich überhaupt nicht betroffen war. Niemand aus meinem Umfeld starb an diesem Tag.
Ich frage mich deshalb manchmal, wie es wohl den Menschen geht, die damals Angehörige oder Freunde verloren haben. Für sie muss dieser Tag eine völlig andere Dimension besitzen. Ich habe damals „nur“ einen Ort verloren. Aber dieser Ort bedeutete mir bis heute sehr viel.







Am Sonntagabend hatten sich rund 70 Menschen zu einer spontanen Kundgebung im Kreuzviertel, in dem die Notunterkunft errichtet ist, getroffen. Darin hatten sie, neben dem Feuer am Leibniz-Gymnasium, auf eine Reihe rassistischer Überfälle und Anschläge vom Wochenende, hingewiesen: Unter anderem hatte in Castrop-Rauxel eine geplante Flüchtlingsunterkunft gebrannt, und in Wismar hatten mindestens 20 Menschen zwei syrische Geflüchtete mit Baseballschlägern angegriffen.
