Gen Z regelt: Die Revolution sucht ihre Verantwortlichen

Teilnehmer einer historischen Nachstellung des russischen Bürgerkriegs in Kruty, Ukraine, am 1. Februar 2008.
Nachstellung des russischen Bürgerkriegs von 1918 in Kruty (Ukraine), aufgenommen am 1. Februar 2008. Symbolbild zum großen historischen Vergleich. (Foto: Sergey Kamshylin / Shutterstock.com)

Die Linke mobilisiert für den 31. Oktober. Bei „Gen Z regelt“ steigen unterdessen Beteiligte aus: Der bisherige Sprecher bezweifelt den friedlichen Rahmen, Berliner Unterstützer fühlen sich mit der Verantwortung nicht wohl. Auf die Straße sollen möglichst viele. Wer dort wofür geradesteht, scheint die weniger zugkräftige Kampagne zu sein.

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Volker Beck: „Besser ein Ende mit Schrecken als eine Emde ohne Ende“

Volker Beck, fotografiert von Peter Ansmann.
Volker Beck findet für die Berliner Vertagung die treffendste Bezeichnung: Emde ohne Ende. (Archivfoto: Peter Ansmann)

Die Berliner Linke möchte eine Stadt regieren. Vorerst verwaltet sie die Frage, mit wem sie überhaupt zusammenarbeiten kann. Nach den Beratungen vom 27. Oktober 2026 sieht die Fraktionsspitze weiterhin keine gemeinsame Arbeitsgrundlage mit Vanessa „Vedi“ Emde. Die Entscheidung über ihren Verbleib bleibt offen. Für unhaltbare Zustände gibt es offenbar ausreichend Sitzgelegenheiten.

Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, kommentiert diese Berliner Hängepartie mit trockenem Spott.

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SPD Berlin: Jetzt soll die Basis den Wertekompass bedienen

Willy Brandt raucht eine Zigarette beim SPD-Parteitag in Dortmund am 19. Juni 1976.
Willy Brandt: „Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“ (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F048639-0008 / Ludwig Wegmann, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE (Commons-Zuschnitt))

Willy Brandt ist für die SPD ein ausgesprochen angenehmer Genosse geworden: Man kann ihn auf Parteitagen zitieren, ohne anschließend seine Gegenstimme fürchten zu müssen. Bei lebenden Sozialdemokraten ist die Lage in Berlin weniger bequem. Die Parteispitze möchte mit Linken und Grünen regieren. Einige Genossen würden vorher gern wissen, was dabei von der SPD übrig bleibt.

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Die Linke Berlin: Reicht ein Bauernopfer?

Gideon Joffe spricht am 27. Oktober 2023 in Berlin vor zwei Mikrofonen.
Gideon Joffe bei einer Veranstaltung zum Hamas-Angriff in Berlin am 27. Oktober 2023. (Archivfoto: Mo Photography Berlin / Shutterstock)

Eine Abgeordnete raus, die Partei wieder regierungsfähig: So bequem könnte die Berliner Linke ihre Krise gern entsorgen. Gideon Joffe hält wenig davon. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sieht in der Debatte über Vanessa Emde ein Ablenkungsmanöver.

Während über die Personalie beraten werden soll, bekämpfen Parteigruppen längst die Grundlage der Sondierungen.

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Die Linke NRW: Die Palästina-LAG poliert Gaddafis Bilanz

Muammar al-Gaddafi beim Gipfel der Afrikanischen Union in Addis Abeba am 2. Februar 2009.
Muammar al-Gaddafi beim AU-Gipfel 2009. (Foto: Jesse B. Awalt / U.S. Navy, via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Ein Diktator braucht für einen freundlichen Rückblick offenbar vor allem die richtigen Gegner. Die Palästina-LAG der Linkspartei in NRW veröffentlicht eine Instagram-Bildserie über Muammar al-Gaddafi mit: Sozialleistungen, afrikanische Selbstbestimmung und Kritik an der NATO bekommen reichlich Platz. Die Opfer seiner Herrschaft nicht. Für sie war bei der internationalen Solidarität offenbar schon Redaktionsschluss.

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Die Linke Berlin: Für SPD und Grüne gibt es Zusagen. Für Emde Solidarität.

Geschäftsführender Landesvorstand der Berliner Linken mit Martha Kleedörfer und Elif Eralp beim Parteitag im Mai 2025.
Berliner Linke-Parteiführung im Mai 2025, darunter Martha Kleedörfer (5. von links) und Elif Eralp. (Archivfoto: Ferran Cornellà / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Ausschnitt: PaulAsimov)

Die Berliner Linke hat für jeden das passende Angebot. SPD und Grüne bekommen Zusagen. Vanessa Emde bekommt Solidarität. Kurz vor der nächsten Beratung über die umstrittene Abgeordnete verbreiten die Palästina-Arbeitsgemeinschaften Rückendeckung von Landesvize Martha Kleedörfer.

Aus dem Pali-Flügel kommt eine weitere Nachricht: Die Aktivistin Nala meldet ihre Wahl zur Bundessprecherin. Die Führung sucht eine Regierungsmehrheit. Der Flügel baut seine Stellung aus.

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Die Linke Berlin: „Gewählt für Palästina. Verraten für den Senat.“

Bildmontage: Rotes Rathaus in Berlin neben einem „Welcome to Palestine – Welcome to Bethlehem“-Schild in Bethlehem.
Der Regierungsauftrag liegt in Berlin. Die außenpolitischen Aufnahmeprüfungen veranstalten die eigenen Palästina-AGs. (Montage aus Archivfotos Rotes Rathaus / Bethlehem: Peter Ansmann)

Die Linke will Berlin regieren. SPD und Grüne dürfen sich dafür verachten lassen.

Unter dem Motto „Gewählt für Palästina. Verraten für den Senat.“ mobilisieren die Berliner Palästina-LAG und die Palästina-Bundes-AG der Linken weiter gegen den Regierungskurs der eigenen Partei. Dabei diskreditieren sie die potenziellen Koalitionspartner. Die Linksjugend Berlin erklärt linke Regierungspolitik gleich für unmöglich.

Praktisch: Die Partei kann sich eine Opposition sparen. Sie bringt ihre eigene mit. Man kann diese Warnhinweise natürlich überlesen. Kleingedruckt sind sie jedoch nicht.

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Berlin: Die Linke will ins Rathaus. Ihr Nachwuchs an den Aktenvernichter.

Geöffneter Aktenvernichter mit Schneidwerk – Symbolbild
Aktenvernichter, Symbolbild. (Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

Die Linke hat in Berlin nicht nur fragwürdige Landesarbeitsgemeinschaften. Auch ihr Jugendverband fällt durch ein verdächtig selektives Verhältnis zum Rechtsstaat auf. Akten lesen kostet Zeit. Die Berliner Linksjugend hätte da einen Vorschlag zur Entlastung der Justiz:  Alle Anzeigen gegen die Palästinabewegung sollen fallen gelassen werden.

Praktisch. Man müsste sich nicht mehr mit dem lästigen Unterschied zwischen einem unbegründeten Vorwurf und einer nachweisbaren Straftat beschäftigen. Die politische Zuordnung würde reichen.

Und die Polizei kann bei der Gelegenheit gleich mit weg.

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Die Linke zieht Grenzen. Luigi Pantisano erklärt die Ausnahmen.

Luigi Pantisano bei der Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 am 7. Oktober 2024.
Luigi Pantisano verspricht Grenzen gegen Antisemitismus. Im Fall Emde beginnt die Auslegung. (Archivfoto: Fyrtaarn / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Gegen Antisemitismus hat die Linke klare Beschlüsse. Für den Umgang mit den eigenen Leuten offenbar einen größeren Auslegungsspielraum. Co-Parteichef Luigi Pantisano bekennt sich zu Israels Existenzrecht – und verteidigt zugleich Vanessa Emdes umstrittene Aussage, Staaten hätten keines. In Berlin soll die Fraktionsführung derweil klären, ob mit Emde noch zusammenzuarbeiten ist. Rückendeckung sieht anders aus.

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Berlins revolutionäre Jugend: Die Verhältnisse überwinden. An der Subtraktion scheitern.

Graf Zahl vor einer bunten Schlosskulisse mit Zahlen
Ein Fall für die Tscheka: Graf Zahl fehlt als Aristokraten das proletarische Klassenbewusstsein. Dass er rechnen kann, macht ihn zusätzlich verdächtig. (Symbolbild, Foto: VIAVAL TOURS / Shutterstock.com)

Die Linksjugend Berlin, die Jugendorganisation der SED-Nachfolgepartei Die Linke in Berlin, will den Kapitalismus überwinden. Eine kleine Subtraktion erweist sich vorerst als hartnäckiger. In ihrem Solidaritätsbeschluss zu den Protesten in Frankreich lässt sie die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze seit Macrons Amtsantritt von 1,2 auf 9,8 Millionen steigen.

Eine dramatische Entwicklung. Allerdings vor allem beim Umgang mit Zahlen.

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