Bei Cansın Köktürk bekommt inzwischen auch das Mitgefühl eine Hausordnung. Einwände bitte draußen lassen. In Instagram-Stories vom 29. Oktober 2026 rechnet die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linken mit Politik und Journalismus ab. Es geht um das Leid der Menschen in Gaza. Und darum, was sie denen vorwirft, die aus diesem Leid offenbar nicht dieselben Schlüsse ziehen wie sie.
„Unser Journalistisches Selbstverständnis verpflichtet uns, die Standards für den Qualitätsjournalismus, die in Deutschland in verschiedenen Gesetzen und berufsständischen Kodizes sowie in unseren hausinternen arbeits- und honorarvertraglichen Bedingungen festgelegt sind, in unserer täglichen Arbeit zu achten.“ So steht es in der Broschüre „Journalistisches Selbstverständnis“ des Deutschlandfunks, in dem es von vertrauenserweckenden Worten nur so wimmelt: „Unabhängigkeit und Richtigkeit von Recherche, Berichterstattung und Kommentierung“, „Sorgfaltspflicht“, „Glaubwürdigkeit“, „Sicherung höchster journalistischer Qualitätsstandards“, „Faktenchecks und Plausibilitätskontrollen“. Und schließlich: „Wir arbeiten mit verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen in redaktionellen Strukturen und Verfahren, um Plagiate, Irreführungen oder gar Fälschungen in unseren journalistischen Formaten zu verhindern.“ Hehre Wort und große Versprechungen. Wie sieht die Realität aus?
„Jedes Jahr vergiften sich weltweit schätzungsweise mehr als 400 Millionen Landwirte und Landarbeiter unbeabsichtigt mit Pestiziden“, meldet der Deutschlandfunk am 3.9.2026. „Zu diesem Schluss kommen Forschende im Fachmagazin Frontiers in Public Health, nachdem sie unter anderem Daten von der Weltgesundheitsorganisation ausgewertet haben.“
Dschungelcamp: Hier findet der Mob seine Opfer. Grafik: DALL-E
Gil Ofarim hat Mist gebaut. Das muss man nicht weichzeichnen, nur weil man den reflexhaften, klischeebeladenen Lynchmob nicht mehr erträgt. Er hat 2021 einen Mitarbeiter des Leipziger Hotels The Westin öffentlich in Richtung Antisemitismus beschuldigt, damit eine Lawine ausgelöst und am Ende selbst eingeräumt, dass seine Darstellung nicht stimmte. Das war kein Kavaliersdelikt. Es war ein Angriff auf einen konkreten Menschen und nebenbei ein Bumerang für alle, die wirklich mit Antisemitismus leben müssen.
Und trotzdem ist der Fall juristisch vorbei. Genau dafür haben wir Gerichte. Im November 2023 hat Ofarim vor dem Landgericht Leipzig gestanden und sich beim Nebenkläger entschuldigt. Das Verfahren wurde gegen Auflagen eingestellt. Wer das nicht akzeptieren kann, der will keine Gerechtigkeit mehr. Der will Zerstörung. Und das ist der Punkt, an dem aus berechtigter Kritik etwas außerordentlich Hässliches wird.
Der Prozess ist juristisch abgeschlossen – Der Mob aber will die Vernichtung
Die Wahrheit ist nicht immer einfach zu erkennen. Aber der Einsatz dafür lohnt sich. Grafik generiert mit Sora
Guter Journalismus hat eine einfache, aber anspruchsvolle Aufgabe: Er soll der Meinungsbildung der Menschen mittels wahrhaftiger, nachprüfbarer Informationen dienen. Doch gerade im anhaltenden Gaza-Konflikt zeigt sich, wie schwer sich viele Medien damit tun, dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Rassismus ist Mist. Ihn zu instrumentalisieren, allerdings auch. Grafik: erstellt mit Sora
Ein Kommentar über ideologische Scheuklappen, Opferhierarchien – und den Preis für ein falsches Weltbild.
Rassismus ist Mist. Aber: Rassismus ist kein neues Phänomen. Menschen haben sich schon immer abgegrenzt – Stamm gegen Stamm, Dorf gegen Dorf, Kultur gegen Kultur. Was heute „Rassismus“ heißt, war früher schlicht Feindbildpflege. Das ist ein evolutionäres Überbleibsel, das Zugehörigkeit stiften und Fremdes abwehren sollte. Später wurde daraus eine Ideologie: biologisch aufgeladen, systematisiert, tödlich. Doch so vielschichtig Rassismus historisch auch ist, eines ist er ganz sicher nicht: ein exklusives Problem irgendeiner Mehrheitsgesellschaft.
Wie schaffen wir es, die Schuld auch weiter den Grünen zu geben? (Foto: Roland W. Waniek)
Bei der letzten Bundestagswahl verloren die Grünen deutlich. Nun sind die Weichen für eine große Koalition unter Friedrich Merz gestellt. Es ist eine Zeit der Neuorientierung, des Machtverlusts – und der offenen Fragen. Viele Menschen spüren Unsicherheit. Die zentrale aber lautet: Wie schafft man es, die Grünen trotzdem weiterhin für alles Schlechte verantwortlich zu machen – für Inflation, kulturelle Dekadenz, vergiftete Kinderseelen und Energiepreise?
Als Service für unsere Leserinnen und Leser bieten die Ruhrbarone hier sieben bewährte Strategien, mit denen das zuverlässig gelingt – samt psychologischer Mechanismen für die stabile Feindbildpflege im Alltag. Was ist eine „Argumentatio ad Trans*um“? – Ein mächtiges Schwert, wie Hillary nie eines hatte, und das wir nun in die Hand unserer Leserschaft legen.
Strategie 1: Die grüne Saat ist gesät Die Grünen regieren nicht mehr? Macht nichts – ihre Schuld bleibt. Denn alles, was jetzt passiert, wurde damals vorbereitet. Egal, ob Strompreise, wirtschaftliche Schwäche oder gesellschaftliche Polarisierung: Man kann problemlos behaupten,
Waffen-Debatte: Vor jedem Schuß sorgfältig zielen – Foto: DF, privat
Warum wir in der Debatte über Waffen unsere Emotionen abrüsten und unsere Fakten aufrüsten sollten.
Es stört, dass seriöse Journalisten in nachrichtlichenTexten für seriöse Medien von einem „AK-15-Schnellfeuergewehr mit Ständer” oder über „Gewehrfeuerbeschleuniger, die halb automatische Waffen in Killermaschinen verwandeln“ schreiben (diese ursprünglichen Formulierungen sind inzwischen teilweise korrigiert). Solch eine emotionalisierende und faktenferne Sprache behindert das Nachdenken und Debattieren darüber, wie Verbrechen verhindert werden können.
Die Neuen Deutschen Medienmacher (NDM) haben ein Edikt erlassen, um den Leser vor sich selbst zu schützen. „Mit Sorge“ verfolgen sie die „Debatte um die alte Frage, ob Polizei und Medien bei Straftätern mit Migrationshintergrund deren Herkunft und Nationalität oder gar Religionszugehörigkeit nennen sollten“. Nach Ansicht der Medienmacher ist der Medienkonsument zu doof, um zu differenzieren. Was wäre er nur ohne sie?
Keinen Bock auf Keksgewichse: Der Bulo (Foto: Alexander von Spreti)
Medien – Vor ein paar Tagen hatte ich getwittert, Medienkritik sei „das Kekswichsen pseudo-frustrierter Journalisten“. Ich will mich an dieser Stelle bei den Kollegen entschuldigen – das ist natürlich nur die halbe Wahrheit und darum falsch.
Richtig muss es heißen: das selbstgerechte Kekswichsen pseudo-frustrierter Journalisten.
Warum ich meine, mir diese Unkerei erlauben zu müssen? Ganz einfach, ich bin selbst Schreiberling. Gut, ich zeichne auch Männchen, mache Bücher und entwickle Konzepte. Aber im Prinzip gestalte ich Gedrucktes, und das Herausgeben und redaktionelle Bestücken eines People-Magazins könnte man ja durchaus als Journalismus bezeichnen.
Und als ein solcher Pressefuzzi empfinde ich die Heulsusereien so mancher Pressefuzzis, wie arg doch das Pressefuzzitum auf den Hund gekommen sei, als mittlerweile unerträglich. Die
Der Journalist Jan Rübel befindet in einem infamen Blogbeitrags für das Portal Yahoo, Die Bild-Zeitung hat recht, aber… Damit bedient sich Rübel exakt der Stilfigur, die das Ressentiment so offenlegt, wie keine andere.
Ich habe nichts gegen Ausländer, aber… ist zu Recht ein Satz, der seinen Sprecher in zivilisierter Gesellschaft als bornierten Rassisten brandmarkt. Homophobe haben entsprechend nichts gegen Schwule, aber… und Antisemiten nichts gegen Juden, aber…
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.