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Zweifel am Corona-Konzept: Eine Risikobegegnung beim BVB statt dem erhofften Pokalgewinn?

Am Mittwoch lobte ich hier im Blog öffentlich noch die Möglichkeit, dass sich Fußballfans nach langer Zeit der Krise endlich wieder ein Stück Normalität zurückerobert haben, seit dem Bundesligastart jetzt, nach rund einem Jahr Zwangspause, wieder nennenswerte Zuschauermengen in den Stadien mit dabei sein können.

Ich war am Dienstagabend einer von 25.000 Anhängern, die beim DFB-Supercup in Dortmund einen stimmungsvollen Abend genießen konnten, wenn aus meiner Sicht auch am Ende die ‚falsche‘ Mannschaft den ausgelobten Pokal mit nach Hause nahm.

Am Samstagmorgen folgte dann jedoch die böse Überraschung.

Meine Nichte, mit der ich gemeinsam in Dortmund beim Spiel gegen den FC Bayern zu Gast war, schickte mir in aller Frühe eine Nachricht auf das Handy. Sie habe über die Corona-Warn-App einen Hinweis auf eine Risikobegegnung erhalten, die sich eindeutig auf unseren gemeinsamen Besuch beim BVB zurückführen ließe. Und tatsächlich zeigte auch ein rascher Blick auf mein Smartphone einen markanten roten Warnhinweis auf eine Risikobegegnung am Dienstag. Auch im meinem Falle kann der Ursprung nur das am 17. August besuchte Fußballspiel sein. Nicht nur, dass das die einzige Tageszeit war, zu der ich mit meiner Nicht gemeinsam unterwegs war, auch hatte ich am Rest des Tages zuvor im Homeoffice alleine verbracht.

Mir war von Anfang an klar, dass der Besuch des Spiels für mich ein gewisses Risiko darstellen würde, mit dem Corona-Virus konfrontiert zu werden. Doch hielt ich die Wahrscheinlichkeit für überschaubar, schließlich erhielten im Westfalenstadion an diesem Abend nur Geimpfte und Genesene, sowie 1.000 Getestete (unter 18) zutritt.

Ich hielt zudem vor Ort die Mindestabstände so gut wie möglich ein, vermied große Bewegungen innerhalb der Arena, blieb auch in der Halbzeitpause durchgängig an meinem Sitzplatz, und hatte den Eindruck, dass sich auch alle anderen Zuschauer ähnlich verhielten und um Vernunft bemüht waren.

Zudem fühlte ich mich in der Gegenwart von einer bestmöglich ‚kontrollierten‘ Umgebung eigentlich sicher. Zumindest bis zu der Sekunde, als mich die Nachricht meiner Nichte bzw. der Corona-Warn-App am Freitag erreichte. Nun bekam ich doch gehörige Zweifel…

In den vergangenen Tagen wunderten mich wiederholt Meldungen, wonach in einigen Bundesligastadien das deutlich reduzierte Ticketangebot nicht einmal vollständig abgefragt wurde. In vielen Arenen blieben Eintrittskarten liegen. Und dies nach der langen Zwangspause, in der überhaupt keine Fans in den Stadien dabei sein konnten.

Hierfür wurden verschiedene Ursachen ins Feld geführt: Die Sommerferien, die hohen Hürden bzw. Kontrollen, die lange Pause, die einen ein Stück weit vom Stadionbesuch entfremdet hat. All das mag zutreffen. Seit Samstagmorgen weiß ich aber auch, dass das Risiko mit dem Corona-Virus konfrontiert zu werden wohl ein wichtigerer Faktor sein könnte, als ich mir selber zugestehen wollte.

Die Forderung einiger Klub-Verantwortlicher die Stadien möglichst bald wieder voll zu besetzen, erscheint mir seither noch einmal in einem ganz anderen Licht. Meine erste Risikobegegnung auf der Corona-Warn-App in diesem Kalenderjahr entstammt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meinem ersten Stadionbesuch seit Pandemiebeginn. Ein dummer Zufall? Wohl kaum!  Ich persönlich werde in den kommenden Wochen jedenfalls noch einmal ein ganzes Stück weit vorsichtiger sein.

 

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12 Kommentare zu “Zweifel am Corona-Konzept: Eine Risikobegegnung beim BVB statt dem erhofften Pokalgewinn?

  • #1
    Einheizpartei

    Guter Beitrag. Und sicher sinnvoll, genauer abzuwägen, in welche Massensituationen man sich begeben muss. Jetzt noch auf überflüssige Floskeln wie "ein Stück weit" verzichten, dann wird der Text auch rund.

  • #2
    discipulussenecae

    Ich finde Ihren Beitrag ebenfalls gut.

    Aber vielleicht sollten Sie noch einmal überprüfen, welche Präposition welchen Fall nach sich zieht. Dann werden die Überschriften auch rund.

    https://www.duden.de/rechtschreibung/statt_anstelle

    Und um den Text ganz rund zu machen:
    "Stehen die Auslassungspunkte hierbei für ein oder mehrere Wörter, muss ein Wortzwischenraum gesetzt werden …"
    (https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Auslassungspunkte)

  • #3
    Geimpfter

    Die Frage ist doch jetzt, wie geht ein vollständig Geimpfter mit der Risikobegegnung um? Was hast du gemacht? Dich nur getestet oder auch Quarantäne für ein paar Tage?

  • #4
    Walter Stach

    Robin,
    angesichts der neuesten "Corona-Zahlen" könnte es leider dazu kommen, daß Du alsbald nicht mehr individuell abzuwägen und zu entscheiden hast, ob Du eine "Massenveranstaltung" besuchst (Stadionbesuch in DO). Es sind aus meiner Sicht wider alle derzeitigen politischen Bekundungen erneut drastische staatliche Eingriffe in die persönliche Handlungsfreiheit zu erwarten. Wenn ich mich irren sollte, umso besser.

    PS
    NRW ist -Meldung von heute- leider unter den Bundesländer das mit dem höchsten sog. Inzidenzwert.

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Solche Gedanken hatte ich zeitweise schon am Dienstag, als ich den Blick durch das Stadion schweifen liess. Das könnte tatsächlich mein einziger Besuch beim BVB in dieser Saison gewesen sein. Noch heisst es, dass es keinen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene geben wird. Ich bin mir da leider gar nicht so sicher nach diesem Erlebnis und vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden 4. Welle.

    @1 u. 2: Texte für das Blog am frühen Morgen zu schreiben hat manchmal ein paar Nachteile. Ich gelobe Besserung. 😉

  • #6
    DAVBUB

    @ Autor: Verzichten Sie auf die Nutzung der App. Die hat für Sie als zweimal geimpften keinerlei Mehrwert.
    Statistisch gesehen werden Sie bei 1360 registrierten bei knapp 30.000 Einwohnern und der in diesen Zeiten "normal vorsichtigen" Lebensführung überall dem Risiko ausgesetzt sein, einem aktuell ansteckendem infizierten zu begegnen. Falls es bei Ihnen wirklich zum Impfdurchbruch kommen sollte, was ich Ihnen nicht wünsche, werden Sie das schon merken. So machen Sie sich nur unnötig verrückt.

  • #7
  • #8
    Björn Wilmsmann

    Die Erfahrung des Autors offenbart einerseits die Schwächen des 3G / 2G Konzepts. Ein Virus hält sich nicht an Politik und Erfordernisse, die sich durch Gegebenheiten in deutschen Ämtern ergeben.

    Andererseits stellt sich die Frage nach der Relevanz der Corona-Warn-App und deren Hinweisen mehr denn je. Bis vor ein paar Monaten wäre die Handlungsempfehlung nach einem solchen Warnhinweis noch gewesen, sich testen zu lassen. Da die Möglichkeit dazu aber immer weniger besteht und kostenfreie Tests demnächst ganz abgeschafft werden sollen, bleibt dann eigentlich nur noch die Möglichkeit, einen PCR-Test auf eigene Kosten machen zu lassen. Denn lediglich aufgrund eines solchen Hinweises wird wohl kaum ein Arzt für einen geimpften, symptomlosen Patienten einen PCR-Test als indiziert ansehen.

    Zudem stellt sich die Situation für Geimpfte sowieso grundsätzlich anders dar: Wer geimpft ist, hat von einer Risikobegegnung persönlich erst einmal nichts zu befürchten. Selbst wenn er oder sie sich dabei doch angesteckt hat, kommt es dabei wahrscheinlich nicht zu einem symptomatischen Verlauf. Erst falls doch Symptome auftreten sollten, wären weitere Schritte relevant.

    Ansonsten wäre noch die Möglichkeit zu berücksichtigen, im weiteren Verlauf potentiell andere anzustecken. Aber auch das ginge wiederum nur mit Tests.

    Demzufolge ist die Corona-Warn-App unter den aktuellen politischen Gegebenheiten für Geimpfte eigentlich nicht mehr zu empfehlen. Man macht sich damit – wie an diesem Beispiel zu sehen – nur verrückt, ohne dass irgendwer oder die Gesellschaft insgesamt davon noch einen Mehrwert hätte.

    (Und das sage ich als jemand, der die Corona-Warn-App grundsätzlich positiv sieht – bei allen gültigen Kritikpunkten hinsichtlich zu hoher Kosten und mangelnder Effektivität aufgrund selbst gemachter Einschränkungen.)

  • #9
    Ingenhorst

    Mir kommt die Bereitschaft , sein Leben von einer APP kontrollieren zu lassen irgendwie chinesisch vor. Und außerdem: Wenn "Impfweltmeister" Israel auf einmal wieder Hochrisikogebiet ist, lässt das nur einen Schluss zu: die Impfkampagne ist gescheitert.

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