Der moderne Fußball nervt: Das ewige Transfer-Theater rund um Said El Mala als Beispiel

Foto: Robin Patzwaldt

Solche Geschichten nehmen Fußballfans immer mehr die Freude am modernen Profifußball. Besonders an der Spitze. Der Fall Said El Mala zeigt wieder, wie verrückt das Transfergeschäft heute ist. Es wird dabei kaum auf die Wünsche der Fans geachtet.

Das Sommer-Theater ist offenbar noch lange nicht vorbei

Wochenlang, vielleicht sogar monatelang, wurde im vergangenen Sommer über einen möglichen Wechsel des Kölner Shootingstars zu Borussia Dortmund spekuliert. Eine Meldung folgte der nächsten. Es gab Berichte über angebliche Fortschritte in den Verhandlungen. Man diskutierte über Ablösesummen und schrieb von vermeintlichen Durchbrüchen. Der Transfer zog sich wie Kaugummi und schien kein Ende zu nehmen.

Am Ende passierte nichts. El Mala blieb beim 1. FC Köln und unterschrieb sogar einen neuen Vertrag bis 2031. Man hätte denken können, damit wäre zumindest für eine Weile Ruhe. Doch das stimmt nicht. Jetzt taucht Paris Saint-Germain als möglicher Interessent auf, auch Brighton soll weiter aufmerksam bleiben. Und schon beginnt das nächste Kapitel einer Geschichte, die eigentlich längst vorbei sein sollte.

Planungssicherheit? Ein schlechter Witz!

Das ist besonders hart für die Fans des 1. FC Köln. Wer sich im Sommer darüber gefreut hat, dass der Hoffnungsträger bleibt und seinen Vertrag verlängert, merkt jetzt, dass die scheinbare Planungssicherheit wohl nur kurz gehalten hat.

PSG hat angeblich ein Transferbudget von 80 Millionen Euro. Es gibt einen möglichen Ersatz für den verletzten Khvicha Kvaratskhelia. Scheinbar sind sogar mehrere Topklubs interessiert. Das klingt nach dem nächsten großen Pokerspiel. Ob wirklich etwas Konkretes dran ist, spielt fast keine Rolle. Schon der bloße Verdacht auf eine neue Transfersaga reicht anscheinend, um die nächste Gerüchtewelle auszulösen.

Wenn Fußball nur noch aus Wechselgerüchten besteht

Im Profifußball ist es normal, dass talentierte Spieler das Interesse anderer wecken. Ein 20-Jähriger wie El Mala darf natürlich davon träumen, irgendwann bei einem europäischen Spitzenklub zu spielen. Das ist völlig in Ordnung.

Was mich immer mehr stört, ist das Drumherum. Spieler sind Handelsobjekte. Vereine werden zu Verkaufsstationen. Jede halbwegs plausible Interessensbekundung wird sofort zur großen Nachricht gemacht. Große Teile der Sportberichterstattung spielen dieses Spiel voll mit. Aus Spekulationen entstehen schnell angebliche Entwicklungen. Aus lockeren Kontakten werden plötzlich heiße Verhandlungen. Am Ende weiß niemand mehr genau, was überhaupt noch Substanz hat.

Irgendwann ist auch das Interesse aufgebraucht

Ich frage mich inzwischen ernsthaft, wen dieses ständige Transfer-Theater eigentlich noch begeistern kann. Die Fans wollen ihre Mannschaft spielen sehen. Sie wollen sich mit Spielern identifizieren und sportliche Entwicklungen verfolgen. Stattdessen beschäftigen sie sich monatelang mit möglichen Ablösesummen, Vertragsklauseln und angeblichen Interessenten.

Vielleicht überschätzen die Verantwortlichen im Geschäft und manche Medien dabei auch die Geduld ihres Publikums. Irgendwann ist Schluss. Wenn selbst eine Vertragsverlängerung kaum noch für ein paar Wochen Ruhe bringt, verliert das Ganze endgültig seine Glaubwürdigkeit.

In der App öffnen Autorenseite: Robin Patzwaldt
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