BVB: Robert Lewandowski und kein Ende

Sascha Fligge, Jürgen Klopp und Aki Watzke freuen sich auf die Rückrunde des BVB. Foto: Robin Patzwaldt
Sascha Fligge, Jürgen Klopp und Aki Watzke freuen sich auf die Rückrunde. Foto: Robin Patzwaldt

Alles hätte so schön sein können für die BVB-Fans. Die Vorfreude vor Rückrundenbeginn war Jürgen Klopp auf der gestrigen Spieltagpressekonferenz vor dem am Samstag anstehenden Heimspiel gegen den FC Augsburg deutlich anzumerken.

Der Coach hatte seine Batterien, welche vor der Winterpause, parallel zu denen der Mannschaft auf ‚Reserve‘ gesunken waren, offenkundig wieder kräftig aufgeladen. Geschäftsführer ‚Aki‘ Watzke freute sich zudem über den neuen Werbepartner ‚Unitymedia Kabel BW‘, welcher bei der Gelegenheit ebenfalls feierlich den Medienvertretern im Signal Iduna-Park präsentiert wurde.

Es war tatsächlich eine äußerst launige Runde, welche Vorfreude auf eine Rückrunde voller sportlicher Herausforderungen im Lager des BVB weckte. Leider hielt die gute Laune im Lager der Borussen aber nur bis zum Abend.

Robert Lewandowski, der bekanntlich im Sommer zum FC Bayern München wechseln wird, meldete sich auf seinem Facebook-Account zunächst noch etwas kryptisch zu Wort, bestritt in einem Beitrag dort eine körperliche Auseinandersetzung mit Fans, betonte stattdessen aber selber von einigen, wenigen Fans übel beleidigt worden zu sein.

Wenig später wurde dann klar, worauf sich Lewandowski bezog: Mehrere Medien berichteten von einer erfolgten Anzeige eines 17-jährigen Schülers, der Lewandowski höchstselbst angezeigt haben soll, da dieser ihn am Donnerstag in Dortmund körperlich attackiert habe. Lewandowski, und später auch der BVB, widersprachen seiner Darstellung allerdings entschieden.

Dortmunds Mediendirektor Sascha Fligge bestätigte inzwischen gegenüber ‚SPORT1‘ offenbar auch einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

„Am Europaplatz in Dortmund ist Robert im Beisein seiner Frau von mehreren Jugendlichen mit Gesten beleidigt und beschimpft worden“, wird Fligge zitiert. „Daraufhin ist er nach eigenen Aussagen aus seinem Auto gestiegen und hat dem Jugendlichen von oben seine Hand auf die Schulter gelegt und hat ihn gefragt, warum er das tue.“

Den Informationen der Borussia zufolge habe der Jugendliche darauf geantwortet: „Weil du zu viel Kohle verdienst und zu den scheiß Bayern gehst.“ Lewandowski soll ihm laut der Darstellung des Vereinssprechers bei Sport1 lediglich gesagt haben, dass man so etwas nicht mache. Das gehe nicht. Den Offiziellen des Bundesligisten gegenüber habe der Stürmer später auch noch betont, dass er sein Gegenüber keinesfalls geschlagen habe, so berichtet das Internetportal.

Was bei diesem Aufeinandertreffen tatsächlich geschah, das wissen aktuell wohl nur die Beteiligten selber und soll auch gar nicht groß in diesem Beitrag bewertet und kritisiert werden.

Der jüngste Vorfall zeigt aus meiner Sicht allerdings unzweifelhaft etwas ganz anderes: Mit der Verlautbarung des Wechsels von Robert Lewandowski zum Ligakonkurrenten aus München hat sich das Thema für den BVB leider keineswegs erledigt, so wie man auf Seiten der Borussia wohl gehofft hatte. Der ‚Fall Lewandowski‘ wird in Dortmund auch weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.

Anhand der jüngsten Meldungen wird nämlich bereits ganz klar deutlich, dass es äußerst unwahrscheinlich sein dürfte, dass Lewandowski sich ganz einfach auf das Sportliche wird konzentrieren können.

Unabhängig davon ob er den Fan nun tatsächlich körperlich attackierte, oder auch nicht, die Lage bleibt unruhig. Man sieht zudem: Viele Anhänger haben offenbar noch immer ein Problem mit dem Wechsel des Polen. Auch Lewandowskis Nerven sind offenkundig arg angespannt. In den letzten Wochen sah er sich gleich mehrfach gezwungen auf Facebook in den Lauf der Dinge einzugreifen. Schon mehrfach wandte er sich dort an Fans und Medien, versprach sich bis zum Sommer zu 100% für den Verein einzusetzen. Bisher offenbar mit wenig Wirkung. Das Thema bleibt vorne in den Schlagzeilen. Nach den gestrigen Meldungen jetzt erst recht.

Robert Lewandowski wird am Wochenende ganz besonders im Fokus der Fußballöffentlichkeit stehen, wird einen besonderen Leistungsdruck verspüren.

Wird er damit zurechtkommen? Wie sich die Rückrunde für ihn sportlich auch entwickeln wird, es wird für ihn wohl auch weiterhin ziemlich unruhig bleiben in seinen letzten Monaten in Dortmund. Das dürfte jetzt schon feststehen…

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7 Kommentare

  1. #1 | Bochumer sagt am 24. Januar 2014 um 22:15 Uhr

    Tja… hätten ihn halt im Sommer ziehen lassen sollen. Jetzt wird der deislermäßiger Ärger kommen. Warum man Spieler nicht wechseln lässt, ist mir eh ein Rätsel – noch größer ist allerdings, warum die Fans nicht damit zurecht kommen. Erstens kauft jeder Bundesligist von „kleineren“ Verein im In- und Ausland die Talente, zweitens gehört es eh zum Business. Kann man sich irgendwann auch mal dran gewöhnen.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 24. Januar 2014 um 22:34 Uhr

    @Bochumer: Auch ich neige dazu wechselwillige Spieler sofort gehen zu lassen, wie ich auch schon im April 2013 hier veröffemtlich hatte:
    https://www.ruhrbarone.de/bvb-wer-gehen-will-der-soll-gehen/58845
    Auch wenn man Robert Lewandowski seine Leistungen seit Sommer nicht wirklich vorwerfen kann, er ist und bleibt scheinbar ein permanenter Unruheherd für den Club. Das ist nervig und kontraproduktiv für den Erfolg des Teams. Und die mögliche Ablöse ist nun auch futsch. Aus meiner Sicht hat es sich nicht gelohnt ihn auf Biegen und Brechen zu halten. Ich hätte ihn schon im letzten Sommer gehen lassen…. Allerdings sagt der BVB ja, es hätte im sommer kein konkretes Angebot gegeben….

  3. #3 | Bochumer sagt am 24. Januar 2014 um 23:19 Uhr

    > Auch wenn man Robert Lewandowski seine Leistungen seit Sommer
    > nicht wirklich vorwerfen kann, er ist und bleibt scheinbar ein permanenter
    > Unruheherd für den Club.

    Und genau deswegen mag ich ihn. Grüße nach Lüdenscheid

  4. #4 | keineEigenverantwortung sagt am 25. Januar 2014 um 08:10 Uhr

    Es ist natürlich nicht schön, dass ein europäischer Spitzenspieler, der Angebote aus ganz Europa hat, den Verein nach Vertragsende verlässt und nicht verlängert.

    Das ist aber seine Entscheidung und eine absolut normale Sache. Wie viele Menschen wechseln auch in den Standard-Jobs die Firma, wenn sie in anderne Bereiche besseres Geld oder bessere Perspektiven sehen? Ob eine vorzeitige Vertragsauflösung sinnvoll ist, ist eine Einzelfallentscheidung. Aus meiner Sicht war Borussias Entscheidung richtig, und es spricht nichts dagegen, dass ein Spitzenstürmer noch die letzten Spiele erfolgreich gestaltet, wenn man ihn Fußball spielen lässt und nicht auf Nebenschauplätzen zerrt.

    Fußball Fans wurden immer als „beste Fans“ charakterisiert, wenn sie in schlechten Zeiten oder wenn es nicht läuft, die Mannschaft anfeuern und motivieren können.

    Ist das bei Borussia noch der Fall oder ist auch das Publikum schon so hat, dass es nur noch Nebenschauplätze gibt, auf denen man sich austobt?

    Die Fanreaktionen in der ersten Hälfte der Serie haben mich oft verwundert.

    Wie der Fall genau abgelaufen ist, wird sich hoffentlich klären lassen.

    Dann bleibt es nur dabei, auf einen guten Saisonstart zu hoffen.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 25. Januar 2014 um 08:31 Uhr

    @Bochumer: Ist doch klar, dass sich die Interessen unterscheiden, je nachdem welchem Club man die Daumen drückt. 😉

  6. #6 | Klaus Lohmann sagt am 25. Januar 2014 um 20:15 Uhr

    „Viele Anhänger haben offenbar noch immer ein Problem mit dem Wechsel des Polen“

    Ich schätze, diese vielen Anhänger haben noch ganz andere Probleme, z.B. auf welchem Block sie vor ein paar Jahren ihr Hirn vergessen hatten.

  7. #7 | Peace sagt am 27. Januar 2014 um 18:33 Uhr

    @#6
    Danke!

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