Die Wattenscheider Schule – Hasta Siempre LIVE

Am 13.09.2009 erschien hier bei den Ruhrbaronen die erste Story. Nach knapp 10 Jahren ist nun Schluß und Die Wattenscheider Schule begeht neue Pfade. Hier der Film der Derniere: Hasta Siempre – ein legendärer Abend für die Ewigkeit auf Zelluloid gebannt. Die Abschiedslesung der Wattenscheider Schule im Rottstr5-Theater, September 2017. Schlange und Joswig sagen Adios. Mit viel Gefühl und vielen Zigaretten. Zwei Stunden, zwei ihrer größten Geschichten und zwei Freunde seit Kindertagen an, die trotz Alk und Alter für immer eure Jungs bleiben werden. Cheers.


WS Blogroll:
THE PSYCHIC SCHOOL OF WATTENSCHEID
ALIENS, METT UND SEX MIT KATZEN – UND EIN GLAS BLANCHET
OCCUPY SCHLARAFFENLAND: GUMMIBOOT STATT STRAHLENTOD
TROCKENFICK UND MÄNNERKÄSE – AUF DEM PFAD DER HERZENSKRIEGER
FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF
LIEBER NULL BOCK ALS ‘NE BUDE VOLL SCHAFE – jesus freaks @ freakstock2010
WATTENSCHEID IST UNSER LEBEN
CAST INC. – DAS GESCHÄFT MIT DEM ERFOLG
EIGHTIES FOREVER
JUNKIES OF LOVE
VÖLKER HÖRT DIE SIGNALE, AUF ZUM ANDEREN GESCHLECHT!
FÜR EINE HEILE WELT – PORSCHE DAY AM TAG DER ARBEIT
DIE ZEUGEN JEHOVAS SIND DIE BESTEN MENSCHEN DER WELT

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Normalität und Ausnahmezustand

Solidarität mit den Hamburger Protesten, am Dienstag in Düsseldorf

Bis zum Beginn des G20-Gipfels in Hamburg sind es noch immer zwei Tage. Doch die Polizei hat die Stadt jetzt schon in den Ausnahmezustand versetzt. Am Dienstagabend wurden erstmals Wasserwerfer gegen feiernde Menschen eingesetzt. Was sonst normal und allgemein akzeptiert ist, wird in Hamburg jetzt unterbunden.

Am Sonntag waren es noch fünf Tage, bis die Staats- und Regierungschefs der G20 in Hamburg ankommen sollten. Doch schon da setzte die Polizei auf Eskalation. Ein Protestcamp auf einer weit abgelegenen Halbinsel wurde gestürmt, um 11 Zelte zu beschlagnahmen. Ein Eingriff in die Versammlung, der zu diesem Zeitpunkt mindestens fragwürdig war, denn einen Gerichtsbeschluss, der Schlafzelte verbot, erlangte die Polizei erst am nächsten Morgen. Inzwischen haben die antikapitalistischen Camper ihre Zelte abgebrochen. Sie wollen sich nun Freiräume in der Stadt suchen. Dass die Polizei gegen “wild campende” Linke vorgehen wird, steht außer Frage.

Eine Debatte darüber, ob das Verhalten der Hamburger Polizei rechts- oder gar verfassungswidrig ist, ist ausgebrochen. Doch zielführend ist diese Diskussion nicht. Es lohnt sich mehr, einen Blick auf die Protestrealität in Deutschland und anderen Demokratien, zu werfen. Seit Jahren gehören Protestcamps zum üblichen Prozedere bei Gipfeln oder auch einfach so, um sich für einige Tage zu treffen und ein politisches Streitthema zu bearbeiten. Bei diesen Camps geht es nicht immer so zu, wie sich Polizeiführungen dies wünschen. Manche Aktion, die von Campteilnehmern ausgeht, ist schlichtweg illegal. Trotzdem steht es einer Demokratie gut zu Gesicht die politischen Zeltlager zu akzeptieren. Gegen Straftaten, kann die Polizei gezielt vorgehen. Dafür ist das Personal geschult und gut ausgestattet. Auch der Punkt, dass Schlafen kein politischer Akt sei, wie es die Hamburger Richter anführen, trifft schlichtweg so nicht zu. Die Diskussionen und der Austausch mit wildfremden Menschen beim gemeinsamen Campen sind sehr wohl ein hochpolitischer Akt. Außerdem stellen Camps, dies stellten zuletzt bayrische Richter anlässlich des G7-Gipfels 2015 fest, eine notwendige Infrastruktur zur Verfügung, die den Menschen ihre mehrtägigen Proteste erst ermöglicht. Nicht jeder kann sich ein Hotelzimmer leisten und Protest darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Weiterlesen

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Hey, Little Breitbart

Lügenpresse

Lügenpresse: Breitbart

So, Breitbart, we heard you wanted to come to our hood with a German edition.

Your lying asses already took a dump in our yard, Dortmund, claiming that St Reinolds was „set alight“ – a fucking lie that has not been independently confirmed.

If you were journalists, you’d know what independent confirmation means.

Claiming that it is „Germany’s oldest church“ – another fucking lie. St Reinold’s is at least 600 years younger than Germany’s oldest church.

If you were journalists, you’d have researched this. It takes 3 minutes. But you can’t spare 3 minutes. You’re too busy lying.

We dare you: Try this sad shit show here, so we can kick your lying asses. We’ve exposed petty criminals before and we will not hesitate to reveal any dirt we get on your little German helpers.

Word is you want to launch in January. Time is running out. We can’t wait. Weiterlesen

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Geolocationcamp am Samstag (14.11.2015) im Dortmunder U

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Geobasierte Daten gehören inzwischen zum (vor allem mobilen) Internet fast schon standardmäßig dazu. Was man damit – abseits von Regierungsbehörden – mit anstellen kann, wie beispielsweise Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Tourismus diese nutzen, soll auf dem Geolocationcamp im Dortmunder U am kommenden Samstag, den 14. November 2015 (Beginn: ab 09:00 Uhr) thematisiert werden.

Es geht dabei um die Möglichkeiten von Google Maps, Facebook Places, Yelp, Foursquare, Swarm, Open Streetmap und Co. Diese werden genutzt um Bewertungen, Öffnungszeiten und Infos zu finden, aber Nutzer werden auch durch spielerische Elemente (Stichwort: Gamification) zum mitmachen animiert. Weiterlesen

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Flüchtlingshilfe – Cui bono? Egal.

Transparente bemalen macht sexy. Die Artikelautorin findet, dass es deshalb ein positiveres Image verdient hätte.

Eine Szenerie, die sich nicht jeden Tag und insbesondere nicht überall beobachten lässt: Auf deutschen Straßen stehen Menschen und jubeln; Sie jubeln Geflüchteten entgegen, die nach ihren langen, schweren Reisen voller Unsicherheit – und dann plötzlich voller Rührung sind. Dort, genau wie auf den ganzen rechten Großaufmärschen, sehen wir in diesem Sommer neugierige Teenager, beleibte Menschen im Großelternalter, distinguierte Büroangestellte und welche von diesen Hipster-Typen, denen es nicht einmal nach außen hin um die Sache, sondern um die Stimmung geht, kurz: das Volk. Und abseits des Volkes? In den Kreisen der Linken, die dieses Jubeln einst für sich allein beansprucht haben? Da argwöhnt man ob all der Unterstützung und debattiert, ob sie authentisch ist. 

Natürlich fühlen sich nicht nur die rechtsradikalen Deutschen von den Massen betrogen, die z.B. am Münchener Bahnhof stehen und ausgelassen sind: Es versteht sich von selbst, dass der „Islamische Staat“ es nicht nett findet, wenn andere nett zu den Ungläubigen sind, die ihnen entwischten. Assad übrigens, vor dem die meisten heute fliehen, wird es ganz ähnlich gehen. Da sind offenkundig immer noch einige skeptische EU-Politiker, die für den Tumult nur ein Kopfschütteln übrig haben und Politologen, die Deutschland etwa einen „Hippie-Staat“ schimpfen, und damit mehr als den Bundestag meinen. Im Bundestag selbst könnte man die flüchtlingsfreundliche Stimmung noch weitaus mehr unterstützen, anstatt doch immer wieder „Rücksicht“ auf Brandstifter und sonstige „besorgte Bürger“ zu nehmen, wie es bis dato natürlich der Fall ist. Aber – oh, wer hätte es gedacht – sogar Linke haben eine Kritik an dem Servieren von Blaubeerkuchen (ist ja auch nicht die Saison dafür) und allzu bunten Willkommenplakaten entwickelt. In den vergangenen Wochen wurden schon wieder etliche „ausdrückliche Distanzierungen“ formuliert. Weiterlesen

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Fünf Jahre nach der Loveparade: Anlieger sagen aus

Zum fünften Mal jährt sich die Duisburger Loveparade: 21 Tote, niemand übernahm Verantwortung. Eine Anliegerin des Todestunnels sagt jetzt, was schief lief.

Wo harte Männer weinen: Todestunnel-Gedenkstätte gestern Nacht

Wo harte Männer weinen: Todestunnel-Gedenkstätte

Als das Team von Lopavent im April 2010 in meiner heimischen Küche saß, stellten sich diese den Fragen der Anwohner.

Wir wurden nicht müde, die negative Wirkung dieses Tunnels zu beschreiben, äußerten wiederholt Bedenken und einige Nachbarn gingen soweit, eine Tragödie mit Menschenmassen zu skizzieren.

Die Vorstelligen von Lopavent waren Mitte 20 und hauptberuflich Studenten aus Berlin, deren Aufgabe es war, die Anwohner der Karl-Lehr-Strasse auf der Dellviertelseite mit einer, zugegeben charmanten Inzenierung, zu beruhigen.

Egal was wir einwendeten, sie jonglierten mit Zahlen, nannten die gelungenden Veranstaltungen in Dortmund und Essen als Referenz und den Beweis, dass Lopavent ein Event von circa einer bis 1,2 Milionen Besucher sicher stemmen könnte.

Ja, sie prognostizierten um eine Milion Besucher, über den Tag verteilt. Sie waren sichtbar stolz, ein dermaßen riesiges Event in Duisburg umzusetzen. Weiterlesen

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Moers Festival 2015: Viermal Colin Stetson – der neue Fred Frith

Freak in Moers

Das Hauptprogramm des Moers Festival steht. Bewachtes Camping für uns alte Leute hat sich etabliert. Der Star ist ein Brummbär: Der Tiefflöten-Spieler Colin Stetson darf sich vier Mal die Ehre geben.

Weija, diese zum Nacht zum Pfingstsonntag seinerzeit. Irgendwann. Einst hat es sich begeben. Lang hat es gestern gedauert mit diesen Sessions in der Nacht zuvor. Seinerzeit, im Freizeitpark der Stadt Moers. Punk und Allemann, wer will da schon schlafen? Am schlimmsten  ist, wenn das Bier alle ist. Und die Tenoristen aus Freiburg brötzten: Ein Schwein, ein Wein.

Und dann: Zwei Tage hattest Du Kinder von den Männern Deiner Ex-Frauen gehütet, oder so, im Zeltdorf, es heisst ja nur Camping, es heisst ja nur, wir sehen einander nur einmal im Jahr, in Moers natürlich, seit dreissig Jahren –

da war der Frühstücksempfang.

Erst mal verstrahlt vor Ort gehen. Ungeduscht und ungebuzt. Weiterlesen

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Frühlingssession der Sprücheklopfer: Ein neuer Claim für Duisburg

Heute beginnt die Frühlingssession der Sprücheklopfer im Ruhrgebiet. Bochum und Dortmund werden sich entäussern – ein neuer Claim fürs Kaff.

Guten Morgen Deutschland.

Heute werden im Ruhrgebiet neue Sprüche der alten Städte vorgestellt.

Imagevorteil für Duisburg: Pegida mit Freaks. Bild: XN

Imagevorteil für Duisburg: Pegida mit Pfarrer-Freak. Bild: XN

Dortmund etwa verabschiedet sich von dem grossen U. Und ewig grüsst das Murmeltier, ein alter Sack im neuen Kleid. Selbst Bochum verschläft das nicht.

Imagesprüche der Kommunen im Ruhrgebiet, neue Claims fürs Kaff. Das bedeutet hier: Der Kaiser hat keine Kleider an.

Nehmen wir mal Duisburg. Da kann ich mitreden. Das ist seit fünf Dekaden mein erster Wohnsitz. Dumm, dümmer, Duisburg.

Duisburg assoziiert sich dem gemeinen Durchschnittsrezipienten doch so:

Loveparade, 21 Tote. Irgendwann mal was mit einem verlorenen Arbeitskampf der Stahlarbeiter. Neuzeitlich das Problemhaus In den Peschen. Ein halbes Dutzend Bauskandale. Gehaltsschiebereien in der Stadtverwaltung und ihren Angliederungen.

Fürs Kurzzeitgedächtnis: Letzten Montag war in Duisburg die Scheidemarke der Pedida. Deren Demo dort, die war nicht von Abstiegsängsten von in rassistische lappenden Mittelschichtlern geprägt. Weiterlesen

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Evonik übernimmt Borussia Dortmund-Anteile (09 % der Aktien): BVB-Hauptsponsor verlängert darüber hinaus bis 2025

Pressekonferenz von Borussia Dortmund und Evonik

Pressekonferenz von Borussia Dortmund und Evonik

Am heutigen Freitag lud Borussia Dortmund (BVB) zu einer Pressekonferenz ein – ohne den Inhalt der PK mitzuteilen. Wie man an dem Foto jetzt erkennen kann, ging es um Evonik. Der bisherige Hauptsponsor von Borussia Dortmund wird auch weiterhin Hauptsponsor sein (und das ganze verlängert bis 2025!) – aber auch noch zusätzlich Anteilseigner an der Borussia Dortmund KGaA.

Evonik wird Aktien in Höhe von 9,06 Prozent des Grundkapitals erwerben – das bedeutet für Borussia Dortmund einen Bruttoemissionserlös von ca. 26,7 Millionen Euro. Dabei erwirbt Evonik dann rund 6,1 Millionen Aktion (siehe auch aktie.bvb.de). Weiterlesen

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„Ich wollte nur einmal nach Hause kommen“

RB5_Selbst.indbD. denkt: „ Jeden Tag ein bisschen Sport und Ballerei, ist doch geil.“ Und geht nach Afghanistan. Zurück kommt er als anderer Mensch. Eine Geschichte aus dem aktuellen Ruhrbarone-Bookzine (hier bestellen).

D. ist Heilpraktiker. Er war im Ausbildungsjahr unter mir. D. war auch Soldat. In Afghanistan. Damals wollte er den Menschen helfen, ihnen Gutes tun. Heute, zehn Jahre später, erzählt er mir zum ersten Mal von seiner Zeit in Kabul und wie sehr er sich doch geirrt hatte.

Ich bin mit ihm in seiner Wohnung verabredet. Seine Freundin ist auch da, sie wiegt deren fünf Monate alte Tochter in ihren Armen und fragt mich freundlich, ob ich was trinken möchte oder ob ich Hunger habe.
D. ist Anfang 30, groß und kräftig, hat blaue Augen und geschorene blonde Haare. Er wurde in der Nähe von Nowosibirsk, der größten Stadt Sibiriens, geboren. Sein Vater war Sportlehrer und seine Mutter Apothekerin, bis sie im Oktober ’93 wegen der Perestroika nach Paderborn zogen.
„Die Inflation war das große Problem. Die Preise stiegen um bis zu 140 Prozent und dadurch sank die Lebensqualität natürlich unheimlich. Wir waren es zwar gewohnt, dass Kleider, Lebensmittel oder ganz normale Alltagsgegenstände immer knapp bemessen waren, aber zu dieser Zeit war es meinen Eltern kaum mehr möglich die Familie zu ernähren.“ Weiterlesen

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