
Für seine „Kunst des dialogischen Denkens“ zeichnet die Evangelische Kirche den Publizisten und Schriftsteller Navid Kermani aus. Preisverleihung am 31. Mai in der Christuskirche Bochum am Platz des europäischen Versprechens mit Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert und der Ratsvorsitzenden der EKD, Präses Annette Kurschus.
„Navid Kermani mit dem Preis zu ehren, der Hans Ehrenberg erinnert, bedeutet für uns, die Kunst des dialogischen Denkens zu feiern“, sagt Gerald Hagmann, Superintendent der Evangelischen Kirche in Bochum, die den mit 5000 € dotierten Preis gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Westfalen verleiht. Geehrt werden Persönlichkeiten, „die in öffentlicher Auseinandersetzung protestantische Position beziehen“, heißt es in den Statuten. Zu den bisherigen Preisträgern zählen – neben hochrangigen Repräsentanten der verfassten Kirche wie dem heutigen Vorsitzenden des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm – u.a. die kürzlich verstorbene Politikerin Antje Vollmer, der Regisseur und Autor Wim Wenders sowie die Publizistin und langjährige Leiterin des „Hauses jüdisches Kultur“ in Essen, Edna Brocke. Dass mit dem habilitierten Orientalisten Navid Kermani nun ein bekennender und äußerst schriftgelehrter Muslim geehrt wird, zeige, so Hagmann, „worum es Ehrenberg ganz wesentlich ging: um ein mitfühlendes, ein dialogisches Denken“. Kermani, heißt es in der Begründung für dessen Ehrung, sei jederzeit bereit, dem, der Widerspruch einlege, dasselbe Maß an Wahrheit zugute zu halten wie sich selbst, sei aber eben deshalb bereit, „scharfe Grenzen zu ziehen gegenüber einem totalitären und fundamentalistischen Denken“. In dieser Haltung, so Hagmann, „erkennen wir Hans Ehrenberg wieder“.




Bereits seit dem 10.6. und noch bis zum 16.09.2022 läuft die Schau im Rautenstrauch-Joest Museum – Kulturen der Welt in Köln. Mit ihr begibt sich der syrische Kurator und Archäologe Jabbar Abdullah auf die Spuren des kulturellen Gedächtnisses Syriens. Er zeigt historische, syrische Artefakte aus deutschen Sammlungen, die jetzt teilweise erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Sie stehen im Dialog mit zeitgenössischen Positionen sowie syrischer Alltags- und Erinnerungskultur und beleuchten die kulturelle Vergangenheit Syriens, seine jüngste Geschichte insbesondere in Zentren wie Raqqa, Aleppo und Damaskus. „Syrien – Gegen das Vergessen“ zeigt den Besuchern den Nahen Osten aus außereuropäischer Perspektive und öffnet Syrern einen Raum, sich ihrer ersten Heimat zu erinnern und diese Erinnerung zu teilen. 


