Per Sie, per Du – Hasnain Kazim kartografiert deutsche Leitkultur auf dem Klapprad

Buchcover „Deutschlandtour. Auf der Suche nach dem, was unser Land zusammenhält — Ein politischer Reisebericht“, Foto Copyright: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Sehr geehrter Herr Kazim, guten Tag!

Gerade für Ruhrbarone ist Ihre Feststellung zentral: „Ich lerne: Man sollte nicht von der Gegend rund um den Bahnhof auf die gesamte Stadt schließen. In keiner Stadt. Vor allem nicht in Bochum.“ Entweder ist das sehr nett, Herr Kazim, oder Ihr typisch deutscher Humor?! Erstbegegnungen im Alltag während einer Radtour quer durchs Land einzugehen, dafür sogar den festen Job zu kündigen, ist in Zeiten gut gehüteter Bubbles ein respektables Vorhaben,

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Ballett der Skulpturen: Giacometti im Brühler Max Ernst Museum

Max Ernst Museum Brühl zeigt „Alberto Giacometti. Surrealistische Entdeckungen“, Foto: Anna Maria Loffredo

 

Das Rheinland vibriert. Das Who is Who der Kölner Bucht trifft sich und kennt sich. DC Open ist eigentlich Magnet des süßen Sommerabends. Nur mich zieht es lieber in surreale Welten in der ehemaligen kurfürstlichen Nebenresidenz der Rhein-Ruhr-Metropolregion. Im beschaulichen Brühl krönt Alberto Giacometti das Jubiläum „100 Jahre Surrealismus“. Als Meister der Moderne trifft der Schweizer Künstler auf den Giganten des Kölner Dada. Das Max Ernst Museum zeigt in Kooperation mit der Fondation Giacometti Paris die künstlerische Würdigung einer Freundschaft. Mit Madeleine Frey habe ich nach der feierlichen Eröffnung darüber gesprochen, was die von gegenseitiger Anerkennung geprägte Verbindung zweier Weltkünstler überdauert.

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Porträts der Fernost-West-Achse: Ung-Pil Byen bei Choi & Choi

Ung-Pil Byen, Someone, 2024, 77 x 60 cm, Foto: Choi & Choi Gallery

Zwischen Münster und Incheon, entlang von Seoul bis Köln – der Künstler Ung-Pil Byen lokalisiert behutsam Verbindungen der eigenen Existenz zwischen Himmel und Erde in seiner neuen Porträtreihe. „Someone“ heißt die Ausstellung, die die Choi & Choi Gallery mit ihren Standorten in Köln und Seoul für zeitgenössische Kunst seit 9. August in der Südstadt zeigt. Ist da jemand? Bin ich jemand? Ist jeder jemand? Der koreanische Maler bringt sein ambivalentes Verhältnis zum Grundprinzip der Sozialität erkenntnisgeleitet zum Ausdruck. Im Wohlgefallen Byens abstrahierten Gemälden geht es um emotionale Bildung durch Geschichten, die die Betrachter zur eigenen Erzählung reziprok auffordert.

Im Gegensatz zum Aktivismusschrott auf den Rundgängen so mancher Kunsthochschule im Bundesgebiet tut der fernöstliche Ansatz ganz gut, mit dem Ung-Pil Byen eine feinsinnige Begegnung

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Brasilianischer Beach Boogie: Marcos Valle im Club Bahnhof Ehrenfeld

Marcos Valle & Anna Maria Loffredo im Gespräch, Foto: Anna Maria Loffredo

Cajón, Cabaça & Conga – warum bis Ipanema fliegen, wenn ich mitten im kölschen Sommerloch zum „Samba de Verao“ die Schultern shaken kann? Ü80-Sunny Boy des Bossa Nova, Marcos Valle, beweist im CBE: die Leichtigkeit des jazzigen Seins hält jung und er swingt die Hütte, als ob nimma wieder Schneeflocken in Ehrenfeld fallen.

Sonntagabend im gentrif***ten Ihrefeld zwischen Kebapland-Röstaroma und Upcycling-Designbuden kommt der ewige Surfer Dude auf die Bühne, setzt sich ans Electric Piano und strahlt wie frisch von der heiligen Jungfrau angespült. Eiswürfel strudeln in Caipi-Gläsern und die Senhoras in Birkenstock schmelzen

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In eigener Sache: Nachruf auf Jörg Metes

Robert Herr und Jörg Metes (Foto: Robert Herr)
Robert Herr und Jörg Metes (Foto: Robert Herr)

Am 16. Juni 2024 starb Jörg Metes. Jörg stieß vor sieben Jahren zu den Ruhrbaronen.

Er veröffentlichte damals einen Text bei uns, der auf gewisse Weise sehr typisch für ihn war. In sorgfältiger und beharrlicher Kleinarbeit hatte er minutiös nachgezeichnet, wie ein von der heutigen Bundestagsabgeordneten Lamya Kaddor erfundenes Gerücht über die Soziologin Necla Kelek sich verbreitete und langsam in allen deutschen Redaktionsstuben festsetzte.

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Kundgebung: Kein Israelhass und Antisemitismus an der Universität Köln

Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland; Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Am 15. Januar 2024 ist der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, zu Gast an der Universität Köln: Antiisraelische Gruppen haben zum Protest gegen diese Veranstaltung im Rahmen der Kölner Gespräche zu Recht und Staat aufgerufen (Bericht im Blog der Ruhrbarone!).

Der Verein CityofHope Cologne ruft im Rahmen der Veranstaltung zu einer Solidaritätsdemonstration „Gegen Israelhass und Antisemitismus“ auf.

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Veranstaltung der Universität Köln mit Ron Prosor ist Israelhassern ein Dorn im Auge

Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland; Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Seit fast drei Monaten befindet sich Israel unter Dauerattacken der palästinensischen Terrorgruppen Hamas und Palästinensischer Dschihad in Palästina, nachdem am 7. Oktober mit den Terrorangriffen dieser Gruppen der Waffenstillstand mit Israel gebrochen wurde.

Bei den Kölner Gesprächen zu Recht und Staat, eine Veranstaltungsreihe der Universität Köln, wird der Angriff auf Israel und dessen Auswirkungen, thematisiert.

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Köln: „Ohne Frieden, wo kommen wir dahin?“

(c) K. Gercek

Für den ersten Adventssonntag riefen die Kölner Kampagnieros von „Arsch huh, Zäng ussenander“ zu einer Friedensdemonstration für Nahost auf. Am Aachener Weiher fanden sich 600 bis 800 grauhaarige Friedensbewegte zu dem Motto „Give Peace a Chance!“ zusammen. Mit 3000 Teilnehmern hatte man gerechnet.

Die Initiative, die sich Anfang der 90er Jahre unter dem Eindruck der rassistischen Progrome in Deutschland als Zusammenschluss von Kölner Musikern und Künstlern im Kampf „gegen Rassismus und Neonazis“ zusammenfand, veranstaltete vor allem Solidaritätskonzerte. Illustrere Namen aus dem Kölner Karneval als auch Wolfgang Niedeckens BAP gehören bis heut zu den Trägern dieser Initiative.

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Grellbunte Popkultur ›Made in Germany‹: 30 Jahre VIVA

Mehr Scooter und Mr. President als Nirvana und Metallica hatte VIVA im Programm | Foto: ARD Kultur

Deutschlands erster Musiksender VIVA stand mal für zeitgemäßes und hippes Entertainment. Der grellbunte Video-Clip-Sender ging ab dem 1. Dezember 1993 on Air und war die Startrampe für die Karrieren von Stefan Raab, Heike Makatsch oder Dieter Gorny. Manche Protagonisten von damals sind bis heute noch am Ball – wenn auch in ganz anderen Rollen. Die verrückte Geschichte seines Aufstiegs, Triumphs und Niedergangs erzählt nun die dreiteilige Doku „Die VIVA-Story – zu geil für diese Welt!“ von ARD Kultur.

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