Die Lage der Liga: beim VfL Bochum hat sich etwas getan

Brot und Spiele im Windschatten vom VfL Bochum | Foto: Peter Hesse

Die Wolfsburger Spieler fahren ohne Covid-Maske mit der deutschen Bahn zum Auswärtsspiel, beim FC Schalke 04 herrscht weiter Land unter und der VfL Bochum sendet neue Lebenszeichen von der Castroper Straße. Unsere Autoren Tommy Junga und Peter Hesse haben kürzlich den neuen Bayer Leverkusen Xabi Alsonso zu hoch gelobt, in dieser Woche geben sie sich daher gemäßigter. Nur die Auftritte von Jerome Boateng vor dem Landgericht München finden beide unerträglich.

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Der Sieg des VfL Bochum gegen Union Berlin war auch ein Zeichen für die aktuelle Schwäche der Bundesliga

Das Ruhrstadion in Bochum. Foto: Roland W. Waniek

Die Ansetzung hatte eine gänzlich andere Ausstrahlung, doch das Duell des VfL Bochum gegen Union Berlin war am Sonntag tatsächlich das Spiel des Tabellenletzten gegen den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga. Wer diese Konstellation vor Saisonbeginn im August für den elften Spieltag so vorhergesagt hätte, der wäre wohl nur ausgelacht worden.

Dass dem aber wirklich so wahr, sagt viel über die Liga in diese bisher so kuriose Spielzeit aus.

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Echte Trendwende oder Eintagsfliege: Beim BVB sollte man sich nicht erneut täuschen lassen

Edin Terzic. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund setzte sich am Samstag im Westfalenstadion mit 5:0 (3:0) gegen den VfB Stuttgart durch. Es war der erste wirklich überzeugende Auftritt des BVB seit Wochen, wenn nicht sogar in der gesamten Saison 2022/23.

Dementsprechend groß waren die Freude und die Erleichterung in Dortmund. Doch im Lager der Schwarzgelben sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass die Mannschaft jetzt (endlich) und dauerhaft verstanden hätte und auf dem richtigen Weg wäre. Zu häufig sendete der Kader in den vergangenen Monaten bzw. Jahren schon ähnliche Signale, nur um die eigene Anhängermannschaft kurz darauf wieder mächtig zu enttäuschen.

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Der Winterfahrplan des VfL Bochum: Trainingslager in Andalusien

Das Stadion in Bochum. Archivfoto: Claudia Bender

Der Winterfahrplan des VfL Bochum 1848 nimmt konkreter Gestalt an. Am 12. November wird die Mannschaft ihr letztes Pflichtspiel in diesem Jahr bestreiten, am 15. November noch einmal trainieren und am 28. November den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Im neuen Jahr steht ein Trainingslager im spanischen Jerez an (zwei Testspiele geplant), ehe es am 21. Januar 2023 im Ligabetrieb mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC weitergeht.

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1990: Eine WM, die alles veränderte

Dietrich Schulze-Marmeling, den Ruhrbarone-Lesern seit Jahren bestens bekannt durch meinungsstarke Interviews und lesenswerte Sportbücher, hat einmal wieder zugeschlagen. Mit ‚1990: Eine WM, die alles veränderte‘ hat der preisgekrönte Autor rechtzeitig vor der umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ein neues Buch im Verlag ‚Die Werkstatt‘ herausgebracht, das einen näheren Blick lohnt.

Der ausgewiesene Fußballfachmann widmet sich auf den vorgelegten gut 200 Seiten den Entwicklungen, die seiner meiner Meinung nach aus dem Weltturnier des Jahres 1990 in Italien hervorgegangen sind. Das ist unterhaltsam, aber stimmt den Leser auch sehr nachdenklich.

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Katar: „Die pure Lust, Fußball zu schauen und zu feiern, wurde uns genommen“

Thomas Spiepmann Foto: TAS Lizenz: Copyright


Unser Gastautor Thomas Siepmann ist Geschäftsführer der Essener Agentur TAS Emotional Marketing GmbH. Während der vergangenen Fußballweltmeisterschaften organisierte TAS erfolgreiche Public Viewing Veranstaltungen. Die Fußballweltmeisterschaft in Katar wird das Unternehmen jedoch boykottieren.

Am 2. Dezember 2010 brach sich im FIFA-Hauptquartier in Zürich wohl das perfideste aller Schurkenstücke der Sport-Moderne bahn. Der damalige FIFA-Präsident und die Seinen im FIFA Exekutivkomitee hatten sich in wochenlanger Detailarbeit genau die Mehrheit an Stimmen zusammengekauft, die es brauchte, um den beiden Fußballgroßmächten Russland und Katar die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zuzuschanzen. Was spielt es da für eine Rolle, dass hernach acht von den 22 Mitgliedern der Korruption überführt wurden und auch der Chef, der Blatter Sepp himself, des Amtes verwiesen wurde?

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Der Fußball zwischen Reife, Blüte und Verfall auf der Lit.Ruhr

Ist die Entwicklung des Fußballs im Herbst seiner Tage angekommen? Im Bild das ›Stadion am dicken Stein‹ in Oberhausen | Bild: Peter Hesse

Angesichts von Transfermillionen, Vereinen in den Händen von Hedgefonds oder zwielichtigen Oligarchen und einer WM in einem Staat wie Katar – wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, aber die Stadien im Zeitalter einer globalen Energiekrise gleichzeitig künstlich runtergekühlt werden müssen. Geht es noch? In Summe wirkt der Fußball wie aus den Fugen geraten. Dazu gibt es ein Panel-Gespräch auf der lit.Ruhr am 20. Oktober mit prominenten Gästen.

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So verspielt der BVB jede Sympathie bei seiner Anhängerschaft!

Unser Autor im Jahre 1978. Foto: privat

Der BVB macht es seinen Anhängern gerade schwer. Das spüre ich selber, bin ich doch schon seit den 1970er-Jahren ein Anhänger dieses Vereins. Meine Leidenschaft war zwischenzeitlich sogar so groß, dass ich in den 1990er-Jahren nach Niederlagen der Mannschaft an dem entsprechenden Wochenende nicht mehr ausgegangen bin, weil ich so sauer war. Ganz schön bekloppt, würde ich dazu im Nachhinein sagen. Aber es war wirklich so.

Derzeit ist meine Begeisterung für den BVB längst nicht mehr so groß. Und das, obwohl die Mannschaft in Summe immer noch deutlich erfolgreicher spielt als das in meinen frühen Jahren als Fan der Fall war. Ja, ok, derzeit läuft es nicht so, wie gewünscht. Trotzdem reden wir hier immer noch über eine der bestbestückten Teams des Landes, das den Anspruch hat Deutschland in der UEFA Champions League, als der sogenannten Königsklasse, zu vertreten. Das war in meinen ersten Jahren mit diesem Verein anders.

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Hätte Thomas Reis als neuer Schalke-Trainer mehr Kredit als Frank Kramer?

Düstere Stimmung am Freitag auf Schalke. Foto(s): Michael Kamps

War es das schon für Frank Kramer? Vieles deutet nach der 0:3 (0:2)-Pleite der Schalker am Freitag im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim darauf hin, dass sich die Wege des Revierklubs und seines Cheftrainers noch an diesem Wochenende trennen werden.

Zwar präsentierten sich die Gelsenkirchener am 10. Spieltag deutlich einsatzfreudiger und engagierter als noch zuletzt, doch konnte der Trainer auch in dieser Woche keine wirkliche Trendwende bewirken. Nach knapp einem Drittel der Saison stehen für die Knappen ganze sechs Punkte zu Buche. Zu wenig, in den Augen der meisten Fans und Beobachter der Szene.

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