Mario Götze und das Tor, das zu groß wurde

Mario Götze, hier noch im BVB-Trikot. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am 16. Juli 2014, also heute vor genau elf Jahren, schrieb Mario Götze Fußballgeschichte. In der 113. Minute des WM-Finales gegen Argentinien nahm er eine Flanke von André Schürrle mit der Brust an und versenkte den Ball mit dem linken Fuß im Netz – ein Moment für die Ewigkeit, der Deutschland zum vierten Weltmeistertitel führte.

Joachim Löw hatte ihn zuvor mit den Worten aufs Feld geschickt, er solle zeigen, dass er besser sei als Lionel Messi. Götze tat genau das – und dennoch war dieses Tor nicht der Beginn eines glanzvollen Aufstiegs, sondern eher der Höhepunkt einer Karriere, die danach mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte.

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Deutsche Nationalmannschaft versagt im Ernstfall gegen Portugal

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Es war zwar kein sportliches Drama, doch eben auch nicht die erhoffte bestandene Reifeprüfung. Die 1:2-Niederlage der deutschen Herren-Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale der Nations League gegen Portugal am gestrigen Mittwoch hat deutlich gemacht, dass das Team unter Bundestrainer Julian Nagelsmann noch nicht die erhoffte Reife und Stabilität erreicht hat. Trotz positiver Entwicklungen in den letzten Monaten offenbaren sich weiterhin strukturelle Schwächen, die eine ernsthafte Konkurrenzfähigkeit auf internationaler Ebene in Frage stellen.

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Rettet am Ende ein Feuerzeugwurf dem VfL Bochum die Bundesligazugehörigkeit?

Ruhrstadion Bochum (Foto: Roland W. Waniek)

Am Donnerstag beförderte nicht nur die umstrittene vorzeitige Vertragsverlängerung von Sportdirektor Sebastian Kehl beim BVB die Diskussionen unter den Fußballfans hier im Ruhrgebiet. Noch stärker als diese Entscheidung sorgte ein Urteil des DFB-Sportgerichts für Aufsehen. Dieses hatte dem VfL Bochum erstinstanzlich alle drei Punkte aus dem Skandalspiel bei Union Berlin zugesprochen, welches eigentlich mit einem 1:1-Unentschieden geendet hatte.

Nachdem VfL-Torwart Patrick Drewes in der Nachspielzeit von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde und das Spiel erst nach einer gut 20-minütigen Unterbrechung und ohne Drewes fortgesetzt werden konnte, erhielt der VfL am „Grünen Tisch“ einen 2:0-Sieg zugesprochen. Das Urteil kam für langjährige Beobachter der Szene nicht wirklich unerwartet, könnte uns alle aber noch für lange Zeit beschäftigen.

Man stelle sich nur einmal vor, die Bochumer hielten am Ende auch dank dieser zwei Zähler tatsächlich noch die Klasse. Die Entscheidung der Sportrichter in Frankfurt am Main hätte eine Dimension und Reichweite erreicht, wie sie keinem Fußballfan gefallen kann.

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Der Ex-Schalker Alexander Nübel lacht als Letzter!

Der Ex-Schalker Alexander Nübel hat gut lachen. Quelle: Wikipedia, Foto: Jeollo von VfB-exklusiv.de Lizenz: CC BY 4.0

Als Torwart Alexander Nübel im Jahre 2020 den FC Schalke 04 verließ und einen Vertrag beim FC Bayern München  unterschrieb, da war die Reaktion der Schalke-Fans einhellig. Dem in Paderborn geborenen Keeper schlug pures Unverständnis, ja teilweise sogar Hass entgegen.

In Gelsenkirchen hätten sie sich erwartet, dass Nübel dem Klub schon noch etwas länger treu geblieben wäre. Und wenn er schon wechselt, dann doch bitteschön nicht ausgerechnet zu den ‚verhassten Bayern‘, so wie es einst auch schon Schalkes einstiger Kult-Keeper Manuel Neuer ein paar Jahre zuvor gemacht hatte.

Als sich dann relativ rasch nach seinem Wechsel an die Isar herausstellte, dass Nübel in München nicht zum Zuge kommen und Neuer dort nach wie vor die Nummer eins bleiben würde, da brach eine Welle von Schadenfreude aus dem Ruhrgebiet kommend über den abtrünnig gewordenen Ex-Schalker herein.

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Etwas Essig in den Wein zu Gündoğans Ehren

Ex-BVB-Profi  İlkay Gündoğan steht einmal wieder in der Diskussion. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Als am gestrigen Dienstag Profikicker İlkay Gündoğan offiziell seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl erklärte, da konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, als habe da gerade eine Fußballlegende vom Schlage eines Franz Beckenbauer, Uwe Seeler oder Lothar Matthäus sein Ende in der Nationalmannschaft verkündet. Kaum ein Sport-Medium, das den Spieler nicht über Gebühr lobte, ihn mit Lob überschüttete und ihn mit den ganz Großen der Zunft auf eine Ebene hob.

Das Ganze schien in diesem Ausmaß bei näherer Betrachtung dann doch arg übertrieben. Zwar spielte Gündoğan zuletzt zweifelsohne eine ordentliche Europameisterschaft für Deutschland, doch sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass er in den Jahren davor stets zu den umstrittenen Figuren in der DFB-Elf gehörte, und in den Tagen kurz vor Kadernominierung für viele sogar noch zu den meistdiskutierten Streichkandidaten im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann gehörte.

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EM 2024: Deutschland tut sich gegen die Schweiz schwer – Warnschuss oder bitteres Erwachen in der Realität?

Freude nach dem Spiel. Foto: Robin Patzwaldt

War das jetzt der sprichwörtliche Warnschuss zur rechten Zeit oder vielleicht doch schon das bittere Erwachen in der traurigen, neuen Realität des deutschen Fußballs?  Noch weiß man es nicht. Die DFB-Auswahl tat sich im dritten Gruppenspiel am Sonntag gegen die Schweiz in Frankfurt am Main jedenfalls lange Zeit erschreckend schwer, kam erst in der Nachspielzeit durch den eingewechselten BVB-Stürmer Niclas Füllkrug zum glücklichen, aber am Ende aufgrund der gezeigten guten kämpferischen Leistung nicht unverdienten Treffer zum 1:1.

Der dadurch gewonnene Punkt reichte Deutschland auf den letzten Drücker dann doch noch zum angestrebten Gruppensieg nach der Vorrunde bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 im eigenen Lande. So gesehen ist alles gut. Sieben von neun möglichen Zählern geholt, locker in die K.o.-Runde eingezogen, das klingt gut. Doch die Darbietung vom Sonntag, gegen einen gut organisierten aber international kaum als hochklassig zu bezeichnenden Gegner, stellt Bundestrainer Julian Nagelsmann sechs Tage vor dem anstehenden Achtelfinale am kommenden Samstag, gegen einen erst am Dienstag feststehenden Gegner, vor zahlreiche Denkaufgaben und weckte unschöne Erinnerungen an die zuletzt schon so häufig schwankenden Leistungen der DFB-Elf.

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EM 2024: Ein kräftiger Tritt auf die Euphorie-Bremse

Neuer Optimismus macht sich derzeit scheinbar selbst in der tristesten Ecke des Landes breit. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es läuft insgesamt nach wie vor gut bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Die Spiele sind fast alle sehr unterhaltsam, die Stimmung in den Stadien und bei den Public-Viewing-Veranstaltungen quer durch die Republik größtenteils fantastisch. Das war noch in der Vorwoche so nicht wirklich zu erwarten.

EM-Stimmung wollte sich in Deutschland bis zur offiziellen Turniereröffnung nicht so recht breitmachen und die Erwartungshaltung, insbesondere auch an die DFB-Auswahl, war größtenteils, nun sagen wie einmal gedämpft. Inzwischen aber, da macht sich regelrecht Euphorie breit. Eine Euphorie, die so eigentlich in diesem Ausmaß logisch nicht zu erklären ist.

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EM 2024: Ein Land erwacht!

Deutschland im Juni 2024. Foto: Robin Patzwaldt

Der gestrige Abend hat mich überrascht. Sehr sogar. Das gebe ich hier und heute ganz offen zu. Nicht nur, dass die bisher nur ganz vereinzelt zu findende Vorfreude auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland in München mit einem Schlag ganz deutlich zu spüren war, die DFB-Auswahl trat zudem so spielfreudig und engagiert auf, wie man sie schon lange nicht mehr erleben konnte. Perfektes Timing, oder nur ein Strohfeuer?

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EM 2024: Julian Nagelsmann legt sich schon vor Turnierbeginn selber das Messer an die Kehle

Gute Stimmung vor dem Länderspiel Deutschland gegen Frankreich im September 2023 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Als Julian Nagelsmann im Herbst 2023 den Job als Bundestrainer antrat, da lag der deutsche Fußball stimmungstechnisch am Boden. Nachdem unter Coach Hansi Flick zum Schluss so gut wie nichts mehr gelingen wollte, trat Nagelsmann die extrem herausfordernde Mission ‚Heim-EM‘ mit der Erwartungshaltung an, dass er die Stimmung in den wenigen Monaten bis zum Turnier noch in eine positive verwandeln sollte. Ein fast unmögliches Unterfangen, wie viele Beobachter damals meinten.

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Fußball-EM 2024: Von der fehlenden Euphorie im Vorfeld

Na, freut ihr euch schon? Wahrscheinlich nicht so sehr, oder? Am Freitag beginnt ja die sagenumwobene Fußball-Heim-EM 2024. Doch von Vorfreude, geschweige denn von Euphorie ist in diesem Lande bislang wenig bis nichts zu sehen.

Keine Fähnchen an den Autos, keine Flaggen an den Balkonen. Es ist insgesamt noch wenig zu spüren von der Freude, die solche Turniere in der Vergangenheit im Vorfeld schon einmal quer durchs Land ausgelöst haben. Und das ausgerechnet diesmal, wo die Spiele doch hier vor unserer Haustür in Deutschland stattfinden.

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