Klopp holt die Deutschlandfahne zurück – und schreckt damit nicht vor Widerspruch zurück

Fußball und Patriotismus – ein manchmal echt kompliziertes Verhältnis. Foto: Robin Patzwaldt

Was für ein Auftakt! Jürgen Klopp ist noch nicht einmal richtig im Amt, da macht er bereits das, was man von ihm erwarten durfte: Er hält den Mund nicht, hat immer was zu sagen. Und das ist verdammt gut so.

Bei der Vorstellung seines ersten Kaders in Frankfurt hätte Klopp heute bequem über Spieler, Systeme und die kommenden Aufgaben reden können. Stattdessen ging es plötzlich um Deutschland, Nationalstolz und die Frage, wem eigentlich die schwarz-rot-goldene Fahne gehört. Willkommen im politischen Minenfeld der Bundesrepublik!

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Der Klopp-Effekt: Plötzlich ist die Nationalmannschaft wieder sexy

Lange her: Ein entspannter Jürgen Klopp in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Das ist schon irgendwie bemerkenswert: Jürgen Klopp hat als neuer Bundestrainer noch kein einziges Länderspiel bestritten, noch keine Aufstellung verkündet und noch keinen Punkt geholt. Trotzdem hat er etwas geschafft, woran sich seine Vorgänger zuletzt ziemlich erfolglos versucht haben: Er hat die deutsche Nationalmannschaft wieder interessant gemacht.

Am Donnerstag wird Klopp seinen ersten Kader bekannt geben. Und plötzlich reden wieder alle darüber. Wer darf mit? Wer bleibt zu Hause? Welche jungen Spieler bekommen ihre Chance? Welche etablierten Namen müssen um ihren Platz bangen? Der DFB-Termin am 17. September ist längst mehr als eine gewöhnliche Kaderbekanntgabe.

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Da haben wir den Salat! – Kaum geht’s los, nerven die Bayern schon wieder

BVB gegen Bayern im DFB-Supercup. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Da haben wir also den Salat! Wer vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison noch ein wenig von Spannung, Überraschungen und vielleicht sogar einem neuen Meister geträumt hatte, dürfte nach dem Supercup am Samstag erst einmal ernüchtert sein. Der FC Bayern gewinnt 2:1 im Westfalenstadion gegen Borussia Dortmund – und irgendwie fühlt sich das Ergebnis schon wieder verdammt bekannt an.

Natürlich: Der BVB hat sich ordentlich verkauft. Das Spiel war eng, mit etwas mehr Glück hätte Dortmund auch als Sieger vom Platz gehen können. Aber genau das ist ja das Problem. Wenn selbst der Vizemeister vor eigenem Publikum nicht mehr in der Lage ist, den Branchenprimus wirklich in Verlegenheit zu bringen, wann soll es dann eigentlich noch passieren?

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Ein Fußballabend beim BVB, der plötzlich nach Corona riecht

Böse Überraschung nach dem Spiel. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Im Dortmunder Westfalenstadion treffen der BVB und der FC Bayern München im DFB-Supercup aufeinander. Gut 80.000 Zuschauer werden dabei sein. Ausverkauft, laut und vermutlich ziemlich emotional.

Über den sportlichen Wert dieser Veranstaltung kann man sich trefflich streiten. Ist es tatsächlich der erste Titel der neuen Saison? Oder doch eher das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Bundesliga-Start? Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Mich beschäftigt diesmal allerdings etwas ganz anderes. Denn Facebook erinnerte mich in dieser Woche daran, dass ich vor genau fünf Jahren schon einmal beim Supercup in Dortmund gewesen bin. Und plötzlich waren sie wieder da: Erinnerungen an einen Fußballabend, der sich heute fast surreal anfühlt.

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Merz sollte mehr Klopp wagen

Trainer Jürgen Klopp ganz entspannt… Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Tage, an denen zwei Pressekonferenzen mehr über den Zustand eines Landes erzählen als wochenlange politische Debatten. Der heutige Freitag war so ein Tag. Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin seine Kabinettsumbildung erklärte, stellte sich in Frankfurt Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer der Öffentlichkeit vor.

Beide Männer stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie übernehmen beziehungsweise führen Organisationen, die zuletzt kräftig an Vertrauen verloren haben. Beide sollen nach Rückschlägen Aufbruchsstimmung erzeugen. Beide müssen Menschen überzeugen, dass es jetzt besser wird.

Und doch hätten die Unterschiede kaum größer sein können.

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Zwischen Talent und Wirklichkeit: Der Ex-Schalker Lewis Holtby macht Feierabend

Lewis Holtby einst auf Schalke- Quelle: Wikipedia, Foto: DerHans04, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es ist wohltuend, wenn ein Profi am Ende seiner Karriere nicht mit Verbitterung, Vorwürfen oder offenen Rechnungen abrechnet. Lewis Holtby verabschiedet sich mit Dankbarkeit, Demut und Zufriedenheit vom Fußball. In einer Zeit, in der viele ehemalige Stars lieber über verpasste Chancen, falsche Trainer oder schlechte Berater sprechen, wirkt das beinahe erfrischend altmodisch.

Man kann ihm diese Haltung nur gönnen. Wer fast zwei Jahrzehnte als Profi unterwegs war, in Deutschland, England und den Niederlanden spielte, drei Länderspiele absolvierte und viele Stadien dieser Fußballwelt kennenlernen durfte, hat zweifellos einiges erlebt. Mitleid braucht mit Lewis Holtby sicherlich niemand zu haben.

Und trotzdem bleibt bei seinem Karriereende ein leiser Gedanke zurück: War das wirklich alles?

Die Hoffnungen waren einmal riesig

Wer Lewis Holtby nur aus den vergangenen Jahren kennt, sieht einen soliden Zweitliga-Profi, keinen Top-Star der Szene. Wer ihn jedoch auch schon zu Beginn seiner Laufbahn erlebt hat, erinnert sich an einen ganz anderen Eindruck.

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WM-Fazit: Infantino und Trump konnten den Fußball nicht zerstören

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Sonntagabend ist sie Geschichte: die von Beginn an umstrittene XXL-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Nach über 100 Partien krönte sich Spanien mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien zum verdienten Weltmeister. Und ja, ich gebe es gerne zu: So schlecht, wie ich das Turnier im Vorfeld erwartet hatte, war es am Ende nicht.

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Nagelsmann geht – und hinterlässt beim DFB einen Scherbenhaufen

Trainer Julian Nagelsmann. Quelle: Wikipedia, Foto: JazzyJoeyD, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es gibt Trennungen, die kommen überraschend. Und dann gibt es jene, bei denen man sich fragt, warum sie nicht schon ein paar Tage früher vollzogen wurden. Der Rücktritt von Julian Nagelsmann als Bundestrainer nach dem blamablen Aus im Sechzehntelfinale der WM 2026 gehört eindeutig in die zweite Kategorie.

Ob er tatsächlich freiwillig den Schlussstrich zieht oder lediglich einem unausweichlichen Rauswurf durch den DFB zuvorkommt, ist letztlich nebensächlich. Entscheidend ist: Seine Zeit als Bundestrainer endet genauso unerquicklich, wie sie in den vergangenen Monaten verlaufen ist. Von der großen Aufbruchsstimmung, die einst mit seiner Verpflichtung verbunden war, ist nichts mehr übrig. Stattdessen bleiben Enttäuschung, Ratlosigkeit und eine Nationalmannschaft, die wohl weiter von ihrem einstigen Glanz entfernt ist als jemals zuvor.

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Nagelsmann bei WM 2026 krachend gescheitert – Mach es, Jürgen!

Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist vorbei. Endgültig. Das Märchen vom großen deutschen Neustart unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann ist am späten Montagabend mit einem lauten Knall geplatzt. Das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist nicht einfach nur eine weitere Enttäuschung in einer mittlerweile erschreckend langen Serie deutscher Turnierpleiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid eines Bundestrainers, der mit großen Versprechen angetreten war und am Ende vor allem viele Fragen hinterlässt.

Besonders bitter: Ausgerechnet Nagelsmann selbst hat sich diese Fallhöhe geschaffen. Nach dem EM-Aus 2024 hatte er noch trotzig sinngemäß erklärt, Deutschland werde dann eben zwei Jahre später Weltmeister. Heute wirken diese unbedachten Worte nicht kämpferisch, sondern geradezu grotesk.

Denn wer die Auftritte der DFB-Elf in Nordamerika gesehen hat, der weiß

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WM 2026: Schluss mit dem ewigen „Wir“!

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend spielt Deutschland bei der Fußball-WM 2026 sein drittes Spiel der Gruppenphase gegen Ecuador. Und fast genauso sicher wie der Anpfiff ist inzwischen etwas anderes: Irgendwann werden Reporter, Moderatoren oder Live-Kommentatoren in Bezug auf die DFB-Auswahl wieder von „wir“ sprechen.

„Wir müssen heute besser verteidigen.“

„Wir brauchen jetzt das zweite Tor.“

„Wir stehen im Viertelfinale.“

Nein. Tun wir nicht.

Die deutsche Nationalmannschaft steht auf dem Platz. Die Journalisten sitzen auf der Pressetribüne oder vor dem Mikrofon. Zwischen beiden Rollen sollte eigentlich ein ziemlich deutlicher Unterschied bestehen. Trotzdem scheint dieser Unterschied in den vergangenen Jahren immer mehr zu verschwimmen. Mich nervt das mittlerweile gewaltig.

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