Viel Anlass zum Meckern gibt es beim BVB derzeit tatsächlich nicht. Sechs Pflichtspiele, sechs Siege. Dazu die maximale Ausbeute von zwölf Punkten aus den ersten vier Bundesliga-Partien. Dortmund geht mit einer perfekten Bilanz in die dreiwöchige Länderspielpause. Da könnte man sich eigentlich entspannt zurücklehnen.
Auf dem Lichterfest 2026 im Fredenbaumpark in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um daran erinnert zu werden, wie unkompliziert ein schönes Stadtfest sein kann. Am vergangenen Wochenende war ich beim Lichterfest 2026 im Dortmunder Fredenbaumpark – und habe dort etwas erlebt, das mir nach den Erfahrungen beim Waltroper Parkfest fast schon wie aus einer anderen Welt vorkam: Ein Fest, bei dem der Besucher tatsächlich noch im Mittelpunkt steht.
Kein Eintritt. Keine Taschenkontrolle. Keine Leibesvisitation. Keine Stimmung nach dem Motto: Erst einmal ordentlich bezahlen, bevor der Spaß beginnen darf. Stattdessen strömten Familien mit Bollerwagen in den Park. Darin: Getränke, Essen und alles, was man für einen entspannten Abend mitbringen wollte. Und genau das fand ich ausgesprochen sympathisch.
Stimmungsvolle Beleuchtung kurz vor dem Abbruch des Festes im Fredenbaumpark in 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt
Heute Abend verwandelt sich der Fredenbaumpark in Dortmund in ein faszinierendes Lichtermeer. Ab 18:00 Uhr lädt Dortmunds ältester Stadtpark zum traditionellen Lichterfest ein, das den stimmungsvollen Abschluss des Dortmunder Musiksommers markiert. Das Beste daran: Der Eintritt ist für alle Besucherinnen und Besucher komplett frei.
Nach Einbruch der Dunkelheit entfaltet die grüne Oase im Dortmunder Norden, nachdem das Fest im Vorjahr leider kurzfristig aufgrund einer akuten Unwetterwarnung abgebrochen werden musste, hoffentlich wieder ihren ganz besonderen Zauber. Unzählige Lichterketten und kunstvoll illuminierte Bäume spiegeln sich im großen See und schaffen eine magische Kulisse. Auf den Wegen ziehen leuchtende Stelzenfiguren und fantasievolle Walk-Acts das Publikum in ihren Bann.
Das Lichterfest im Fredenbaumpark bietet zudem Unterhaltung für die gesamte Familie. Eine faszinierende Seifenblasenshow, interaktive Zauberkunst mit Clown Bubus sowie ein Kinderkarussell lassen vor allem Kinderherzen höherschlagen. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich an der Mitmach-Artistik ausprobieren. Zahlreiche Gastronomiestände sorgen mit herzhaften und süßen Leckereien für das leibliche Wohl.
Den krönenden Höhepunkt des Abends bildet gegen 22:00 Uhr eine spektakuläre Feuershow der „Flames Fire Company“. Atemberaubende Choreografien und funkelnde Flammeneffekte erhellen den Nachthimmel und garantieren einen unvergesslichen Abschluss des Spätsommerabends.
Hinweis zur Anreise: Die Parkplätze rund um die Beethovenstraße und die Straße Westerholz sind erfahrungsgemäß schnell belegt. Es wird daher empfohlen, entspannt mit den Stadtbahn-Linien U41 oder U45 bis zur Haltestelle „Fredenbaum“ anzureisen.
Mich trefft ihr da übrigens heute Abend auch, wenn ihr mich im Dunkeln denn erkennt. 😉
BVB-Trainer Niko Kovac mit kritischem Blick. Foto: Robin Patzwaldt
Eigentlich müsste ich als langjähriger Begleiter des BVB jetzt einfach zufrieden sein. Zwei Spiele, zwei Siege, sechs Punkte – was will der Dortmunder Fußballfan zum Saisonstart 2026/27 eigentlich mehr? Heimsieg gegen den HSV, Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim. Dazu ein 3:2 nach 0:2-Rückstand. Klingt nach Charakter, Moral und einer Mannschaft, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.
Und trotzdem ertappe ich mich dabei, dass ich schon wieder genauer hinschaue. Vielleicht sogar genauer, als mir lieb ist.
BVB gegen Bayern im DFB-Supercup. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Da haben wir also den Salat! Wer vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison noch ein wenig von Spannung, Überraschungen und vielleicht sogar einem neuen Meister geträumt hatte, dürfte nach dem Supercup am Samstag erst einmal ernüchtert sein. Der FC Bayern gewinnt 2:1 im Westfalenstadion gegen Borussia Dortmund – und irgendwie fühlt sich das Ergebnis schon wieder verdammt bekannt an.
Natürlich: Der BVB hat sich ordentlich verkauft. Das Spiel war eng, mit etwas mehr Glück hätte Dortmund auch als Sieger vom Platz gehen können. Aber genau das ist ja das Problem. Wenn selbst der Vizemeister vor eigenem Publikum nicht mehr in der Lage ist, den Branchenprimus wirklich in Verlegenheit zu bringen, wann soll es dann eigentlich noch passieren?
Netta Epstein, Ayelets 21-jähriger Sohn und Ronas Bruder, wurde bei dem Massaker ermordet. Der Abend eröffnet eine Dortmunder Veranstaltungsreihe zum dritten Jahrestag des 7. Oktober 2023.
Netta Epstein lebte im Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zum Gazastreifen. Er war Fußballfan – und Anhänger von Borussia Dortmund.
Böse Überraschung nach dem Spiel. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Am Samstagabend ist es wieder so weit: Im Dortmunder Westfalenstadion treffen der BVB und der FC Bayern München im DFB-Supercup aufeinander. Gut 80.000 Zuschauer werden dabei sein. Ausverkauft, laut und vermutlich ziemlich emotional.
Über den sportlichen Wert dieser Veranstaltung kann man sich trefflich streiten. Ist es tatsächlich der erste Titel der neuen Saison? Oder doch eher das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Bundesliga-Start? Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.
Mich beschäftigt diesmal allerdings etwas ganz anderes. Denn Facebook erinnerte mich in dieser Woche daran, dass ich vor genau fünf Jahren schon einmal beim Supercup in Dortmund gewesen bin. Und plötzlich waren sie wieder da: Erinnerungen an einen Fußballabend, der sich heute fast surreal anfühlt.
Der Hauptbahnhof in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Es gibt Meldungen, bei denen man sich zunächst fragt, ob man sie richtig gelesen hat. Neue Stadtbahnen in Dortmund – und keine Klimaanlage. Im Sommer 2026. In einer Zeit, in der uns Politiker im gefühlt täglichen Wechsel erklären, dass wir uns wegen des Klimawandels auf mehr Hitzetage einstellen müssen.
Der Saturn am Westenhellweg in Dortmund im Juli 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt
Ich war heute auf einer großen Beerdigung in Dortmund. Allerdings wurde dort kein geliebter Mensch zu Grabe getragen, sondern ein Kaufhaus. Für viele mag das übertrieben klingen. Wer jedoch über Jahrzehnte regelmäßig im Saturn am Westenhellweg ein- und ausging, der weiß, dass es sich eben nie nur um irgendein Geschäft gehandelt hat.
Bis Ende des Monats läuft dort noch der große Räumungsverkauf. Auch ich wollte mich nicht verabschieden, ohne noch ein letztes Mal durch die vertrauten Gänge zu laufen. Schließlich habe ich dort im Laufe meines Lebens hunderte CDs, etliche DVDs, Fernseher, Computer, Smartphones und zahllose weitere Elektronikartikel gekauft. Zigtausende Euro dürften dort im Laufe der Jahre von meinem Konto auf das des Unternehmens gewandert sein.
Doch der Besuch fühlte sich seltsam an. Statt der geschäftigen Atmosphäre vergangener Tage dominierten