Die DFB-Auswahl erinnert fatal an die enttäuschenden letzten Monate unter Bundestrainer Jogi Löw

Das Stadion in Leipzig. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Wer sich am Freitag auf einen vergnüglichen Fußballabend mit der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft gefreut hatte, der sah sich am Ende bitter enttäuscht. Mit 0:1 verloren die DFB-Kicker in Leipzig ihr Heimspiel gegen Ungarn und setzten damit eine der letzten Möglichkeiten frisches Selbstvertrauen zu sammeln vor der Ende des Jahres anstehenden Fußball-WM in Katar gründlich in den Sand.

Dass sie dabei auch alle theoretischen Chancen auf den Gruppensieg in der Nations League verspielten, mag aus Sicht vieler Fans dabei schon ärgerlich genug gewesen sein, viel betrüblicher dürfte jedoch die Art und Weise gewesen sein, in der die Nationalmannschaft bei der ersten Niederlage unter Bundestrainer Hansi Flick über weite Phasen der Begegnung hinweg auftrat. Kein Schwung, kein Kampfgeist, keine Eingespieltheit. Und das rund zwei Monate vor der WM. Der Abend weckte so unschöne Erinnerungen an die finale Phase der Amtszeit von Flick-Vorgänger Jogi Löw. Und das ausgerechnet jetzt, wo der DFB durch den Trainerwechsel doch eine neue, wieder deutlich erfolgreichere Ära einleiten wollte.

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„Seit Klopps Weggang ist die Trainerhistorie beim BVB mehr oder weniger ein Desaster“

Dietrich Schulze-Marmeling. Foto: privat

Dietrich Schulze-Marmeling ist für klare Worte und scharfe Analysen bekannt. Der 65-Jährige Journalist und Buchautor stand diesem Blog in der Vergangenheit schon häufiger in Interviews Rede und Antwort.

Auch mit einigen seiner Bücher haben wir uns hier bei den Ruhrbaronen schon einige Male beschäftigt. Zuletzt stellten wir im Frühjahr sein Buch „Tradition schießt keine Tore“ aus dem Verlag ‚Die werkstatt‘ vor, in dem er gemeinsam mit Marco Bode einen Blick auf den SV Werder Bremen wirft. Im Oktober dieses Jahres wird Schulze-Marmeling  mit „1990 – Eine WM, die alles veränderte“ ein weiteres Werk herausbringen, das uns dann hier an dieser Stelle mit Sicherheit auch wieder eine Vorstellung wert sein wird.

Bis es soweit ist, hat sich Ruhrbarone-Autor Robin Patzwaldt aber zunächst einmal mit dem engagierten Fußballfan über den nahenden Bundesligastart und den Stand der Dinge beim Kampf gegen die bei vielen Fans ungeliebte WM in Katar ausgetauscht, bei dem Schulze-Marmeling ebenfalls sehr meinungsstark als einer der Wortführer vertreten ist.

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Was muss eigentlich noch passieren, dass sich der DFB endlich von Oliver Bierhoff trennt?

Foto: Robin Patzwaldt

Die Außendarstellung des DFB in Sachen Fußball-WM in Katar ist und bleibt ein großes Ärgernis. Seit Jahren schon stören sich viele Fußballfreunde an der Tatsache, dass das Turnier, das im Herbst 2022 über die Bühne gehen soll, überhaupt in den Wüstenstaat vergeben wurde. Das Klima, die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter an den Stadien, die fehlende Fußballkultur, die Menschenrechtsthematik insgesamt usw.. Die Liste der kritikwürdigen Punkte an der Entscheidung der FIFA ist schier endlos. Auch hier im Blog haben wir darüber ja schon häufiger diskutiert.

Aktuell darf sich die Öffentlichkeit einmal wieder über das Verhalten von Oliver Bierhoff ärgern. Die Kollegen von RTL/ntv konfrontierten den DFB-Geschäftsführer jüngst mit ihren Recherchen über den Umgang mit Mitgliedern der LGBTIQ+-Gemeinschaft in Katar und filmten dessen Reaktion darauf.

Bierhoff gab sich ihnen gegenüber entsetzt und offenkundig völlig überrascht über das ihm gezeigte Film- und Ton-Material, in dem Menschen vom entwürdigenden Umgang mit ihnen vor Ort berichten und über Repressalien und Bedrohungen berichten. Der DFB-Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie Oliver Bierhoff reagierte damit, wie es von ihm hierzulande von der großen Mehrheit der Menschen  auf den ersten Blick sicherlich erwartet wird, zeigte sich erschrocken und hat den Zuschlag für Katar für die Fußball-Weltmeisterschaft grundsätzlich kritisiert.

„Wie konnte die FIFA die Vergabe in dieses Land geben?“, fragt der 54-Jährige als Reaktion auf Recherchen von RTL/ntv im Zusammenhang mit dem Umgang mit Homosexuellen im Emirat. Doch als Zuschauer dieses Interviews fragt man sich als erstes: Wie lange kann und will sich der DFB eine solche Führungskraft wie Oliver Bierhoff eigentlich noch leisten?

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Italien hat es geschafft: Boykott der umstrittenen Fußball-WM in Katar auf elegantem Weg

WM-Qualifikationsspiel im Hamburger Volksparkstadion. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Das Teilnehmerfeld für die Fußball-WM 2022 in Katar formt sich. Die von Anfang an hoch umstrittene Veranstaltung rückt scheinbar unaufhaltsam näher, scheint sich dabei zudem immer mehr von der ursprünglichen Kritik zu befreien.

Dies wurde unter anderem am Donnerstag noch einmal deutlich, als Europameister Italien sich im Playoff-Halbfinale gegen Außenseiter Nordmazedonien (0:1) in der Qualifikation sportlich bis auf die Knochen blamierte und die Endrunde verpasste. Italien-Trainer Roberto Mancini zeigte sich nach dem Spiel sehr enttäuscht über das Ausscheiden. Und auch Spieler zeigten sich betrübt. So sprach Roberto Mancini sogar von der ‚größten Enttäuschung seiner Karriere‘.

Dies zeigt, dass die Motivation der Sportler an diesem Turnier teilzunehmen trotz aller vielleicht vorhandenen Bedenken grundsätzlich noch immer überraschend groß ist. Auch im Lager des DFB-Teams ist zuletzt nur noch wenig Kritik am Gastgeber zu vernehmen gewesen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Ankündigungen der Vergangenheit, die bis hin zu einem Boykott Katars gingen, am Ende doch reine Lippenbekenntnisse waren. Die Fußball-WM 2022 scheint am Ende ähnlich unkritisch begleitet zu werden, wie vergangene Turniere. Jedenfalls, was die Teilnehmer betrifft. Hier droht eine vertane Chance.

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Michael Ott: Der Katar-Jäger

Michael Ott. Foto: Michael Ott
Michael Ott. Foto: Michael Ott


Mit seinem Antrag zur Beendigung des Katar-Sponsorings brachte der Jurist Michael Ott die Chefetage des Rekordmeisters Bayern München in die Bredouille. Im Gespräch mit den Ruhrbaronen spricht er über die Hintergründe und was er als nächstes plant. Das Interview führte Robert Herr.

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Katar-Zoff beim FC Bayern München: Dieser Klub soll wirklich professioneller als alle anderen geführt sein?

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Diskussionen zwischen Sportvereinen und ihren Fans über umstrittene Sponsoren und Geldgeber gibt es schon seit Jahren. Egal ob der SC Werder Bremen mit Wiesenhof, der FC Schalke 04 mit Gazprom, oder aber auch der VfL Bochum mit Netto oder Vonovia, viele Klubs entschieden sich zuletzt für Gönner, die bei relevanten Teilen der Fanszene unbeliebt waren und es noch immer sind. Von Hertha BSC und seinem umstrittenen Geldgeber Lars Windhorst einmal ganz zu schweigen.

Die Gründe für die Kritik an diesen Sponsoren sind vielfältig. Es geht und ging dabei schon um Tierwohl, schlechte Arbeitsbedingungen oder sonstige wirtschaftliche Hintergründe, die vielen Anhängern als unwürdig erschienen ausgerechnet mit ihrem Lieblingsverein in der Öffentlichkeit verbunden zu werden.

Im Regelfall entledigten sich die Vereine diesen störenden Debatten durch schlichtes Aussitzen. Das versuchte in der vergangenen Woche auch der FC Bayern München. Jedoch agierten die Vereinsvertreter an der Isar, mit Präsident Herbert Hainer und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Oliver Kahn an der spitze, dabei im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Bayern so unsouverän und geradezu amateurhaft, dass aus der Angelegenheit  im Nachgang sogar ein nationales Thema wurde, das wieder einzufangen jetzt offenbar das dringende Anliegen der Vereinsführung ist.

Dass ausgerechnet der sportlich und wirtschaftlich allen anderen Vereinen im Lande so deutlich überlegene Branchenprimus im Umgang mit Kritik seiner Fans an seinen Sponsorenverträgen und Geldgebern aus Katar so ungeschickt auftritt, das verwundert dann schon.

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Katar 2022: Die vielleicht wertloseste WM-Qualifikation des DFB-Teams aller Zeiten

WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien im Hamburger Volksparkstadion. Foto: Daniel Jentsch

Seit Montagabend ist es amtlich. Die DFB-Auswahl hat sich als erste Mannschaft weltweit für die kommende Fußball-WM 2022 in Katar qualifiziert. Dank eines 4:0-Erfolges in Nordmazedonien, bei dem die Tore allesamt in der zweiten Spielhälfte fielen, kann der DFB ab sofort fest für das Turnier planen.

Es war der fünfte Sieg von Neu-Nationaltrainer Hansi Flick in Folge. Damit stellte der Ex-Bayern-Trainer den Startrekord von Joachim Löw ein. Die Stimmung bei Team und Medien ist derzeit entsprechend positiv. Am heutigen Dienstag liest und hört man fast überall nur lobende Stimmen.

Dabei ist die Nachricht bei näherer Betrachtung weit weniger großartig, als sie zunächst scheint. Genauer gesagt war die Qualifikation eigentlich die vielleicht wertloseste aller Zeiten. Und das aus unterschiedlichen Gründen.

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Dietrich Schulze-Marmeling: „Gianni Infantino ist nicht Gott, auch wenn er dies glaubt!“

Der Journalist und Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling. Foto: privat

Dietrich Schulze-Marmeling ist ein anerkannter und preisgekrönter Journalist, sowie Buchautor. Der 64-Jährige hat im Laufe der Jahre viele herausragende Sportbücher auf den Markt gebracht. Einige davon haben wir auch hier im Blog schon unseren Lesern näher vorgestellt.

Wer dem gebürtigen Kamener in den sozialen Netzwerken folgt, der wird zuletzt festgestellt haben, dass er sich seit einiger Zeit auch klar und deutlich gegen die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausspricht, dort immer wieder kritische Anmerkungen dazu veröffentlicht.

Dies hat Ruhrbarone-Autor Robin Patzwaldt jüngst einmal zum Anlass genommen sich mit Schulze-Marmeling über aktuelle Themen rund um den Fußball, darunter neben der umstrittenen WM in Katar auch die akuten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Sport, sowie die grundsätzliche Entwicklung rund um den modernen Fußball, auszutauschen. Herausgekommen ist eine insgesamt kritische, recht ausführliche Bestandsaufnahme, die jedoch auch positive Ansätze liefert.

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Erling Haalands Trip nach Katar ist ein Schlag ins Gesicht nicht nur der BVB-Fans!

Zufriedene Gesichter in Dortmund. Foto: BVB

Es gibt Dinge, die machen es einem wirklich schwer die Begeisterung für den modernen Profifußball weiterhin aufrecht zu erhalten. Insbesondere auch in diesen komplizierten Tagen der Corona-Pandemie.

Da wird hierzulande aktuell gerade wieder über neue Höchststände bei den Corona-Infektionen diskutiert, droht dem Land noch vor Weihnachten ein harter Lockdown, der die Menschen teilweise in große Not bringt, und dann liest man auf der anderen Seite zeitgleich das

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Die Vermessung der arabischen Halbinsel

In ihrem neuen Buch „Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman“ breitet die Autorin Nadine Pungs ein Mosaik der arabischen Halbinsel aus, real, gegenwärtig und in Myriaden von Nuancierungen schillernd.

Das Suchen der Wahrheit, nicht der Besitz der Wahrheit ist das Wesen der Philosophie. Philosophie bedeutet: auf dem Weg sein. Ihre Fragen sind wesentlicher als ihre Antworten und jede Antwort wird zur neuen Frage, schreibt der Philosoph Karl Jaspers. Welche menschliche Bewegung im Raum könnte dem philosophischen Auf-dem-Weg-sein also mehr entsprechen, als das Reisen? Das Reisen als Suchbewegung nach dem Neuen und Unbekannten ist ein philosophischer Akt.

Copyright: Jil Ziegner

Nadine Pungs, 1981 im Rheinland geboren, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Davor, währenddessen und danach tingelte sie jahrelang als Kleinkünstlerin durch die Dörfer und spielte am Theater. Auf der Suche nach Intensität und Schönheit zieht es sie immer wieder in die Welt. Sie engagiert sich als Aktivistin beim Düsseldorfer Aufklärungsdienst für freiheitliche Werte, Säkularisierung und Vernunft. Sie erläutert ihr Engagement: „Der Humanismus kann das Positive im Menschen in den Mittelpunkt rücken und mittels Philosophie, Kunst, Literatur und Wissenschaft fördern.“

Im Kontext von Humanismus und Aufklärung stehen auch ihre Reiseerzählungen.

In einer Legende heißt es, dass der Mensch zwar die 99 Namen Allahs kenne, der hundertste jedoch nur dem Kamel bekannt sei.
Copyright: Nadine Pungs

Allein und mit Neugier im Gepäck macht sie sich Ende 2018 auf den Weg und erkundet die Arabische Halbinsel von Jordanien über Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman bis an die Grenze des Jemen. Sie reitet mit Beduinen durch die Wüste, übernachtet in Zelten und Wolkenkratzern, spricht mit Gastarbeitern und Geflüchteten. Sie trifft einen Scheich und hat eine Audienz mit einer Prinzessin.

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