Der Westen im Visier: Jihadisten, Islamisten und die Selbstlähmung einer naiven Ordnung

Islamic Revolutionary Guard Corps by Sarallah Ankouti, Tasnim News Agency cc 4.0


Der Westen wird nicht nur von außen bedroht. Er wird von innen getestet, bedrängt und schrittweise ausgehöhlt — durch Jihadisten, islamistische Netzwerke, legalistische Vorfeldakteure und politische Eliten, die zu lange glaubten, man könne einem religiös-politischen Machtanspruch mit Sprachregelungen, Beschwichtigung und symbolischer Integrationsrhetorik begegnen. Während der säkulare Staat sich in Relativierungen verliert, arbeiten seine Gegner oft mit größerer Disziplin, längerem Atem und klareren Zielen. Von unserem Gastautor Christopher Ariel Merkel.

Die eigentliche Gefahr besteht nicht nur in einzelnen Anschlägen. Sie besteht in einem umfassenderen Herrschaftsanspruch. Jihadisten sind nur die brutalste Spitze. Dahinter stehen oft ideologische Milieus, Predigtnetzwerke, radikale Aktivisten, digital verbreitete Propaganda und ein sozialer Konformitätsdruck, der Kritik, Abfall vom Glauben, Gleichberechtigung, jüdisches Leben und westliche

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  Ein offener Brief an Kardinal Marx: „Jesus war kein Pazifist“

Reinhard Kardinal Marx beim 45. internationalen Festival der Pueri Cantores in München Foto (Ausschnitt): Oliver Sold Lizenz: CC BY 4.0

Unser Gastautor Tobias Huch hat Reinhard Kardinal Marx einen offenen Brief wegen seiner Ablehnung des Krieges gegen das Mullah-Regime geschrieben.

Sehr geehrter Bischof Reinhard Kardinal Marx,

Eure Eminenz,

Sie haben bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Münchner Katholiken den Krieg gegen das iranische Mullah-Regime als „illegitim“ bezeichnet – nach den Kriterien der katholischen Soziallehre. Das ist ein

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Streit um Trans: Was autoritäre Aktivisten aus dem öffentlichen Diskurs verbannen wollen

Schild, das während des Vortrags hochgehalten wurde, Foto: Till Randolf Amelung Lizenz: Copyright

 

Dieser Vortrag wurde öffentlich am 21. Oktober 2025 im Rahmen eines Seminars auf Englisch an der Leuphana Universität Lüneburg gehalten. Im Vorfeld machten transaktivistische und queerfeministische Gruppen dagegen mobil – der Vorwurf lautete, ich würde wiederholt transfeindliche Positionen vertreten und Pseudowissenschaft verbreiten. Die Veranstaltung wurde schließlich massiv von einer Gruppe Aktivisten gestört, die immer wieder verächtlich lachten und dazwischenbrüllten. Ein geordneter Vortrag war so nicht möglich.

Nachdem am diesjährigen internationalen Frauentag in Hamburg ein queerfeministischer Mob nun auch Alice Schwarzer von der Bühne vertreiben wollte, ist es an der Zeit sichtbar zu machen, was diese Aktivisten mit autoritären Mitteln aus dem öffentlichen Diskurs verbannen wollen. Daher mache ich das Transkript meines Vortrags nun in deutscher Übersetzung öffentlich zugänglich. Von unserem Gastautor Till Randolf Amelung

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Behörden schauen weg, weil sie Angst haben, als rassistisch oder islamfeindlich zu gelten

Mural in Neukölln Foto: Neuköllner Lizenz: Neuköllner Lizenz: CC BY-SA 4.0


Ein 16-jähriges kurdisches Mädchen wird in einem Berliner Jugendzentrum vergewaltigt, erpresst, erneut vergewaltigt – diesmal von neun Tätern gleichzeitig. Das Jugendamt weiß es. Das Jugendzentrum weiß es. Niemand stellt eine Anzeige. Niemand greift ein. Die Täter kommen wieder. Das Mädchen auch – weil es erpresst wird. Von unserem Gastautor Tobias Huch.

Es war November 2025, als eine 16-Jährige im Garten eines Jugendzentrums in Neukölln von einem arabischstämmigen 17-Jährigen vergewaltigt wurde. Der Täter filmte die Tat. Dann erpresste er das Mädchen – laut Bild-Bericht: „Ich will dich hier jeden Montag sehen – sonst schicke ich das deinen Eltern.” Klassische Täterlogik. Scham als Waffe. Schweigen als Preis.

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„Man soll den Spieß nicht umdrehen und versuchen, linke Positionen autoritär zu unterdrücken“

Harald Martenstein Foto: Michael Miersch Lizenz: Copyright

Wie gerät man in die geistige Enge eines linken Dogmatismus? Warum werden intelligente Linksliberale im Alter konservativer? Und werden sie wirklich konservativ, oder gilt Vieles heute als „rechts“, was gestern noch „links“ war und umgekehrt? Antworten von Harald Martenstein. Von Ellen Daniel und Michael Miersch

Sie haben für die gerade erschienenen Anthologie „Wenn das Denken die Richtung ändert“ ein Essay über Ihren Abschied von der Linken geschrieben. Darin schildern sie sich als jungen Mann, der mit dem Strom schwamm und deshalb in die die DKP eintrat. Sie wollten dazugehören. Das klingt, als ob die klassischen linken Ideale für Sie keine große Rolle spielten? Waren Sie mehr Konformist als Kommunist?

Ja, einerseits stimmt das. Ich wollte dazugehören. Es spielte vielleicht auch eine gewissen Prägung eine Rolle, die ich als Kind in einem sozialdemokratischen Elternhaus in einem

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Wird Washington die Kurden wieder opfern?

Peshmerga in Mosul Foto: Kurdishstruggle Lizenz: CC BY 2.0


Es ist ein vertrautes Schauspiel – und diesmal könnte es das letzte sein. Von unserem Gastautor Tobias Huch.

Während US-amerikanische und israelische Bomben auf Teheran fallen und die Mullahs um ihr politisches Überleben kämpfen, schickt die CIA wieder einmal kurdische Kämpfer in den Sturm. Laut übereinstimmenden Berichten von CNN, Reuters und der New York Times versorgt der US-Geheimdienst iranisch-kurdische Milizen entlang der irakisch-iranischen Grenze mit Waffen, um einen Aufstand in Irans Nordwesten zu befeuern. Die Botschaft aus Washington klingt dabei vertraut, fast eingeübt: Ihr seid wichtig. Ihr seid unverzichtbar. Wir brauchen euch.

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„Ohne die Führungsrolle der USA ist eine freiheitlich-westliche Weltordnung kaum aufrechtzuerhalten“

F 35 während der Operation Epic Fury Foto: Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten Lizenz: Gemeinfrei


Die militärische Befreiungsoperation Israels und der Vereinigten Staaten gegen das iranische Mullah-Regime muss im historischen und strategischen Kontext verstanden werden. Christopher Ariel Merkel.

Seit Jahrzehnten stellt die theokratische Führung in Teheran nicht nur eine permanente Bedrohung für Israel dar, sondern für die gesamte Sicherheitsarchitektur der USA und ihrer Verbündeten. Der Iran hat systematisch ein Netzwerk aus Stellvertretermilizen aufgebaut, darunter Hisbollah im Libanon, Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad in Gaza,

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Wie der Iran für eine Krise in Bullerbü sorgt

Killertrupps der Mullahs bereiten sich auf den Einsatz vor Foto: Msdroriginal Lizenz: CC BY-SA 4.0

Manchmal zeigt sich der Unterschied zwischen Attitüde und Politik erst dann, wenn die Wirklichkeit zurückschlägt. So auch aktuell beim Angriff auf das Mullah-Regime. Von unserem Gastautor Thomas Müller.

Denn allzu lange wollte man im Westen – und besonders in linksliberalen Milieus – unbedingt daran glauben, dass sich auch dieses Regime am Ende durch Dialog verändern ließe. Wandel durch Annäherung, diplomatische Einbindung, wirtschaftliche Öffnung. Und natürlich das große Versprechen des Atomabkommens. All das wurde nicht nur als politische Strategie verstanden, sondern als moralische Gewissheit.

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Der Befreiungsschlag für das Iranische Volk – Wie Israel eine 2.500 Jahre alte Schuld beglichen hat

F-35I Adir Foto: Major Ofer, Israeli Air Force Lizenz: CC BY 4.0


Am 28. Februar 2026 starteten die USA und Israel eine koordinierte Offensive gegen das iranische Regime – nur wenige Tage vor dem Purimfest, das an die Rettung des jüdischen Volkes vor der Vernichtung erinnert. Ziel der Operation: Irans Raketen- und Atomprogramm stoppen und ein Signal der Stärke für Freiheit und Sicherheit senden. Von unserem Gastautor Andreas Wolf.

Das Purimfest wird am 14. oder 15. Tag des Monats Adar des jüdischen Kalenders gefeiert. Dieses Jahr fielen die Feierlichkeiten auf den 3. März. Purim erinnert an den hierzulande gefeierten Karneval. Auf den Straßen sind verkleidete ausgelassene Menschen zu sehen, es gibt Aufführungen, Umzüge und Darstellungen, und der Alkohol fließt in Strömen. Letzteres geht darauf zurück, dass

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Applaus für den Populisten: Warum Zohran Mamdani für manche unwiderstehlich klingt

Zohran Mamdani Foto: Metropolitan Transportation Authority Lizenz: CC BY 4.0

In der 231. Folge des „Und dann kam Punk“-Podcasts, in dem es rudimentär um Punk Rock und Protagonisten der Subkultur gehen soll, sprechen die beiden Hosts mit Jonas Engelmann, seines Zeichens Verleger, Autor und Teil des Ventil Verlags sowie bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung tätig. Von unserem Gastautor Andreas Wolf.

Nachdem Engelmann darauf angesprochen wird, dass er sich bereits während seiner Studienzeit mit jüdischer Kultur beschäftigt habe, erklärt er, dass er dies als Teil seiner Punk-Sozialisation verstehe und politische Slogans wie zum Beispiel Slimes „Nazis raus“ als historische Verantwortung gedeutet habe. Er sagt, dass er sich demzufolge mit jüdischer Literatur auseinandergesetzt habe, und spricht das Buch „The

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