„Der Wendler“: Verschwörungstheorien statt Gesang; Foto: CHR!S / CC BY-SA
Nein, man muss ihn nicht kennen: Bisher fiel Michael Wendler (Sie liebt den DJ), gebürtig aus Dinslaken, durch schnulzige Songs und merkwürdige Reality-Formate auf: In denen es entweder um die Heirat mit seiner Freundin Laura oder die Operation seiner Nase ging. Das Dschungelcamp verließ er vor ein paar Jahren vorzeitig. Zuletzt sorgte er für Aufmerksamkeit, als Dieter Bohlen ihn in die Jury von Deutschland sucht den Superstar (DSDS) holte – nachdem Xavier Naidoo, wegen seiner verschwörungstheoretischen Äußerungen, von RTL geschasst wurde.
Pelzige Mitbewohner: Das Bild passte halt; Foto: Peter Ansmann
Zoo- und Zirkusbesuche waren noch nie so mein Ding. Letztere habe ich sogar, wegen der Clowns, schon als Kind wirklich gehasst. Ich habe auch nur einen Zirkusbesuch in meiner Kindheit in Erinnerung. Ebensowenig mag ich Tierdokumentationen – außer es geht um Katzen oder Raubkatzen. Die schaue ich gemeinsam mit meinen Mitbewohnern (Bild oben). Tierfilme und -geschichten waren, mit Ausnahme des Dschungelbuches und Aristocats – auch nie so meine Welt. Ist halt so.
18.09.1941 – 20.09.2020: Siegfried Ambrosius, langjähriger SPD-Geschäftsführer; Foto: Joachim Franz
Er sorgte fast vierzig Jahre lang dafür, dass bei der SPD in Duisburg alles reibungslos lief: Von 1967 bis 2006 war Siegfried Ambrosius der Geschäftsführer der SPD Duisburg: Sozialdemokratisches Urgestein. Das ewige Gesicht der SPD in Duisburg.
Als ich, irgendwann im September 1989, nach einer Flugblattaktion der Jusos Duisburg zur damaligen Kommunalwahl, in der Geschäftsstelle der SPD in der Krummacherstraße 33 in Duisburg mit meinem ausgefüllten Mitgliedsantrag aufgeschlagen bin, verließ Siegfried Ambrosius gerade das Parteibüro – und nahm meinen Antrag gleich entgegen um ihn weiterzugeben. Das er der Geschäftsführer der lokalen SPD war, wusste ich damals noch nicht.
Seine sehr freundliche Art bei der kurzen Begegnung ist mir aber in Erinnerung geblieben.
Gesehen habe ich ihn danach nur noch bei größeren Parteiveranstaltungen – etwa als Oskar Lafontaine 1990 als Kanzlerkandidat der SPD in der Mercatorhalle in Duisburg sprach.
Grubengespenster, Hexen und Werwölfe: Sagen und Legenden aus dem Ruhrgebiet
Im Februar 2020 habe ich hier im Blog das Buch Dunkle Geschichten aus Duisburg von Dieter Ebels vorgestellt. Jetzt, ganz frisch, in der zweiten überarbeiteten Auflage ist ein Buch mit ähnlicher Thematik erschienen: In Sagen und Legenden aus dem Ruhrgebiet geht es um Grubengespenster, verborgene Schätze, Hexen, hartherzige Damen und Werwölfe.
Das Epizentrum von Duisburg hat sich in den letzten 30 Jahren gewandelt: Nicht unbedingt im positiven Sinne. Viele kleine Läden von damals gibt es heuer nicht mehr. Dafür viele Ein-Euro-Läden und eine krasse Überversorgung mit Geschäften die Mobiltelefone und dazugehörige Verträge an den Mann und die Frau bringen.
Besonders gravierend ist der Kahlschlag in der City von Duisburg, wenn man die Situation heute mit der in den 90er Jahren vergleicht, am Buchhandel zu bemerken: Die Buchhandlung Atlantis, Bücher Herrmann, die Braunsche Buchhandlung und andere Buchläden – sie sind schon seit langer Zeit Geschichte. Neben Druck durch die Filiale einer großen Buchhandelskette, dürfte der Online-Handel hier ein Grund für den Kahlschlag sein.
Von den alteingesessenen Buchläden, die ich vor 30 Jahren schon kannte, existieren noch zwei: Die Weltbühne in Duisburg-Neudorf und die Buchhandlung Scheuermann auf dem Sonnenwall – direkt am Friedrich-Wilhelm-Platz.
Stammgast war ich vor 30 Jahren in der Braunschen Buchhandlung, was auch was mit den damaligen Leseempfehlungen einer dort angestellten Verkäuferin, die ich von einem Zeltlager der Pfadfinder her kannte, zu tun hatte: Man trifft selten genug Menschen die den gleichen kranken Humor haben. In einer Buchhandlung ist so ein Treffer wahres Gold wert. Auch wenn Begrüßungen à la „Das ist ein Buch nach Deinem Geschmack! Ein kleiner Junge bringt 38 ältere Damen um. Das Buch trieft vor Blut!“ (Der gemeine kleine Faragui) und „Ich habe da ein tolles Buch! Ist wie für Dich geschrieben! Eine Frau hat Geschlechtsverkehr mit Kakerlaken!“ bei anderen Besuchern der Buchhandlung oft zu merkwürdigen Gesichtsausdrücken und Zuckungen geführt haben. Der empfohlene (wunderschöne) Roman, BTW, im letztgenannten Falle: La Cucaracha oder Die Stunde der Kakerlaken
Die Buchhandlung Scheuermann war für mich – nun ja: bis zu meiner Wiederankunft im Ruhrgebiet im Jahre 2019 – absolutes feindliches Gebiet. Irgendwann, in meiner frühen Jugend, hat mich meine Mutter eindringlich darauf hingewiesen, niemals – unter keinerlei Umständen – dort einen Fuß reinzusetzen oder gar dort ein Buch zu kaufen.
Hintergrund dieses Kleinkrieges war ein Vorfall in der 1960er oder 1970er Jahren – ich glaube eine schulische Angelegenheit: Irgendwas mit einem furchtbar eskalierten Elternabend im Zusammenhang mit einer früheren Besitzerin oder Mitarbeiterin aus Wanheimerort, meinem Stadtteil. Genau lässt sich das für mich heute nicht mehr rekonstruieren, was vermutlich auch besser ist: Alle direkt Beteiligten dieses Händels leben inzwischen nicht mehr.
#CSUVPT20: Markus Blume, Markus Söder und Dorothee Bär; Screenshot
Gestern fand der zweite virtuelle Parteitag der CSU (#CSUVPT20) online statt. Dorothee Bär und CSU-Generalsekretär Markus Blume moderierten das Online-Event souverän.
Während das erste Event dieser Art im Mai 2020 – stellenweise – leicht holprig wirkte, Online ist eben ein anderes Format als ein Parteitag in einer Stadthalle, war gestern deutlich zu merken:
Man hat den ersten virtuellen Parteitag analysiert, sich richtig viele Gedanken gemacht und das Format deutlich aufgepeppt. Chapeau, CSU!
Einen Ruhrgebietsbezug gab es – überraschenderweise für einen CSU-Parteitag – in einem Werbespot, in dem für die Mitgliedschaft in der CSU geworben wird: Duisburg wurde hier von Edmund Stoiber – in einem Atemzug – mit Stuttgart erwähnt. Die CDU Duisburg und die CDU Castrop-Rauxel dürften etwas zum Schmunzeln haben.
Keine Überraschung: Das Thema Corona war der klare Schwerpunkt in der Ansprache des CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Den Hass und die vergiftete Atmosphäre sprach Markus Söder hier ebenfalls an. Was er dazu vorlas: Es war verstörend.
Seit Monaten riefen die Moderatoren und Administratoren der Gruppe zur Mäßigung auf: Die Gefahr einer Sperrung wegen Hassrede war dem Administratoren-Team bewusst.
Im Mai und Juni wurden bereits mehrere kleinere Gruppen des „Corona-Widerstandes“ gekapert und gelöscht.
Heute hat Facebook die größte Gruppe geschlossen.
Die Corona Rebellen sind aktuell nicht mehr auf Facebook erreichbar.
Im Unterschied zur damaligen Maßnahme von Facebook, bei der die Erstellung von Beiträgen für die Seitenbetreiber deaktiviert wurde, ist diesmal die Facebook-Seite komplett offline.
Zur Bekanntheit in Deutschland beigetragen, hat ein Video von Xavier Naidoo auf YouTube, in dem er bittere Tränen weint und etwas über Adrenochrom erzählt: Einer vermeintlichen Wunderdroge, die – so der Glaube – bei rituellen Opferungen von Kindern gewonnen wird. Angeknüpft wird hierbei an die antisemitische Ritualmordlegende.
Seit einigen Tagen ist die erste Qanon-Beobachtungsseite im deutschsprachigen Raum offline. Hintergrund: Twitter und Facebook gehen seit einigen Wochen verstärkt gegen Inhalte zum Thema QAnon vor, was an sich eine gute Sache ist: Der QAnon-Bezug im Titel der Beobachtungsseite, hat aber jetzt dafür gesorgt, dass auch diese Aufklärungsseite zur Thematik QAnon der Säuberung zum Opfer fiel.
Sechs motivierte Damen und Herren aus Deutschland und der Schweiz betreuten das bisherige Projekt und machen aktuell auf einer Ausweichadresse, die – klar – bisher nicht die Reichweite der abgeschalteten Seite erreicht hat, weiter.
Die Ruhrbarone haben heute – via Messenger – bei den Köpfen, die hinter dem Projekt stehen, nachgefragt: Und Antworten zum Thema Facebooksperre und QAnon erhalten.
Attila Hildmann backt sich eine neue Widerstands-Allianz; Foto: Public Domain – CC0
Zu Attila Hildmann gab es im Blog der Ruhrbarone schon länger nichts mehr zu lesen. Nicht, weil es nichts zu berichten gäbe: Sondern weil es eigentlich nichts wirklich Neues in seinem Kanal auf Telegram gibt: Bill Gates, Volker Beck, Jens Spahn, Angela Merkel, Rothschilds, Weltbanker, Zionisten, der Mossad, Freimaurer, Illuminaten – sie sind alle Böse. Die guten: Das sind z.B. die Soldaten der Wehrmacht. Hitler kommt auch recht gut weg, weil der halt nicht – so wie Bill Gates und Angela Merkel es vorhaben – 7 Milliarden Menschen töten wollte.
Das und Ähnliches schreibt Attila Hildmann seit Monaten. Keine großen Überraschungen.
Was gibt es ansonsten in seinem Telegram-Kanal zu sehen? Viel Werbung für eine vegane Bio-Nuss-Nougat-Creme, für Grünteezeug und für irgendeinen veganen Energydrink. Diese Werbebeiträge wiederholen sich täglich. Genau wie andere Postings: Über die „jüdische Zionistin“ Merkel z.B., die von einer jüdischen „Geheimsekte“ einen Orden verliehen bekommen hat (Trotzdem gibt es Pressebilder!). Der Export von Verteidigungsgütern nach Israel wird angeprangert. Und es gibt viele merkwürdige Umfragen.
Ansonsten bei Attila? Finstere Prognosen und Einschätzungen:
Über einen inszenierten Terroranschlag auf das AKW Brokdorf am 11.9.2020, über den neuen Lockdown – den das Militär am 29.08.2020 durchsetzen sollte. Über zahlreiche Truppenbewegungen der NWO, um die Querdenker-Demo in Berlin Ende August niederzuschlagen. Und über einen Biowaffenangriff der (klar) israelischen Luftwaffe auf die gleiche Demonstration.
Die Treffergenauigkeit aller seiner Prognosen liegen – genau wie die Vorhersagen, die von QAnon-Anhängern geteilt werden – im normalen homöopathischen Bereich: Bei Zero.
Trotzdem gibt es jetzt eine interessante Entwicklung: In wenigen Videos und Beiträgen hat Attila Hildmann es Ende August geschafft, alle „Corona-Rebellen“ gegen sich aufzubringen. Nachdem er auf Telegram und YouTube gegen QAnon, Querdenken – speziell Michel Ballweg – und Verschwörungstheoretiker Oliver Janich geschossen hatte.
Jetzt ruft Attila Hildmann die letztgenannten – ehemaligen – Renegaten auf, Frieden mit ihm zu schließen und Gräben zu überwinden.
Dominierten gestern die Gegendemo: Die Plakate „Nazis töten.“ der PARTEI; Foto: Peter Ansmann
Am 13.09.2020 fanden nicht nur die Kommunalwahlen in NRW statt: PEgIdA NRW hatte für den Wahltag zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof in Duisburg aufgerufen.
Fast einem Jahr nach der letzten Demo von PEgIdA in Duisburg.
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