Alice im Weltmachtland: Weidel erklärt die AfD zur diplomatischen Großmacht

Alice Weidel
Alice Weidel (AfD), 2025. Foto: Elekes Andor / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; seitlich mit KI erweitert.

An Selbstbewusstsein fehlt es Alice Weidel (AfD) definitiv nicht.

Für die USA und Russland hat sich herauskristallisiert, dass als verlässlicher Ansprechpartner in Deutschland nur noch die AfD in Frage kommt“,

verkündete die AfD-Chefin am 21. September auf X.

Die Bundesrepublik hat zwar eine Regierung, ein Auswärtiges Amt und Botschaften. Aber das ist offenbar nur diese komplett überschätzte Bürokratie der Altparteien: Im Weltmachtland der Alice Weidel reicht eine Erklärung, und schon erscheinen Washington und Moskau wie zwei Großmächte, die nervös auf den Rückruf aus der AfD-Zentrale warten.

Ein Mandat ist dabei eher hinderlich. Wer sich selbst zur letzten verlässlichen Ansprechpartnerin des Westens und des Ostens erklärt, muss schließlich keine Regierung bilden, keine Verträge verhandeln und vor allem niemanden fragen, ob sie überhaupt mit am Tisch sitzen darf.

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Alice Weidel (AfD) will der Ukraine eine Rechnung schicken

Alice Weidel im AUF1-Interview
Alice Weidel kündigt Rückforderungen an die Ukraine an. Standbild aus der besprochenen Interviewpassage bei 20:23 Minuten (Screenshot: AUF1/YouTube).

Die Ukraine wurde 2022 von Russland überfallen, bombardiert und teilweise besetzt – und verteidigt sich seit diesen Zeitpunkt gegen den Angreifer.

Alice Weidel hat sich überlegt, was man für dieses Land noch tun könnte und hatte schließlich eine Idee: einfach mal der Ukraine eine Rechnung schicken.

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Liebesgrüße aus Moskau: Putins Mann fürs Geschäft umwirbt die AfD

Kirill Dmitrijew mit Brille, dunklem Anzug und roter Krawatte; Porträt vom 13. Mai 2025, ins Querformat erweitert.
Kirill Dmitrijew (Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Ausschnitt, mit KI ins Querformat erweitert.)

Kirill Dmitrijew will ein russisch-deutsch-amerikanisches Wirtschaftsforum für 2027 unter Beteiligung der AfD vorschlagen.

Putins Sondergesandter für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit liefert damit die nächste Freundlichkeit aus Moskau. Die Glückwunschkarte an die AfD bekommt einen Geschäftsteil.

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BSW und AfD: Weniger Schutz für die Ukraine, mehr Beifall aus Moskau

Sevim Dagdelen (BSW)
Sevim Dagdelen (BSW): „Waffengeschenke an die korrupte Ukraine endlich stoppen und den Krieg durch Verhandlungen beenden!“ (Foto: Roland W. Waniek)

Sevim Dağdelen will nach der Wahl in Sachsen-Anhalt die Waffenhilfe für die Ukraine stoppen. Alice Weidel wirft der Bundesregierung „Volleskalation“ vor. Putins Sonderbeauftragter antwortet der AfD-Chefin mit einem ausdrücklichen Lob für sie und ihre Partei.

Die Ukraine soll weniger Unterstützung bekommen. An freundlichen Worten aus Moskau fehlt es dagegen nicht.

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AfD-Wahlsieg: Moskau jubelt, Europas Rechte feiert – und Zemmour (Reconquête) sucht Sachsen-Anhalt

Wahlzettel mit einem Kreuz bei der AfD vor Weltkugel, Medienkameras und internationalem Publikum.
Der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt wird international kommentiert. (Illustration: OpenAI )

Sachsen-Anhalt hat gewählt – und einen AfD-Landesverband zur stärksten Kraft gemacht, den der Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung einstuft. Die historische Premiere war das allerdings nicht: Schon 2024 lag die ebenfalls so eingestufte Thüringer AfD bei einer Landtagswahl vorn. Wie reagieren Medien, Politiker und Rechtsextremisten im Ausland – und wer macht den Wahlsieg in den sozialen Netzwerken zur Munition für die eigene Propaganda?

Putins Sonderbeauftragter Kirill Dmitrijew feiert den AfD-Erfolg gleich mehrfach, attackiert die angebliche „Kriegstreiberei“ der Bundesregierung und verstärkt Alice Weidels Abgrenzung von ukrainischen Interessen. Der frühere Putin-Berater Sergej Markow deutet den Sieg positiv um und diffamiert die Ukraine als „Junta“.

Der russische Senator Alexei Puschkow schreibt von einem Deutschland, das „erwache“ (Eine interessante Formulierung!). Der russische Telegram-Kanal „Осташко! Важное“ verbindetden Erfolg ausdrücklich mit dem Ende der Militärhilfe für Kyjiw und der Aufhebung der Russland-Sanktionen. Aus dem regierungsnahen, aber nicht amtlichen belarussischen Kanal „Белорусский силовик“ kommt ebenfalls eine positive Reaktion: Er verbindet den Wahlausgang mit der unbelegten Erzählung einer deutschen „Falle für Russland“ per Drohnenvorfall. Der belarussische Beitrag nennt die Ukraine nicht. Der Kyiv Independent warnt aus ukrainischer Perspektive vor „ernsten Problemen für die Ukraine“, macht aus dem Wahlsieg in seinem aktualisierten Text allerdings vorschnell schon eine AfD-Landesregierung. Gerade diese gegensätzlichen Deutungen gehören zu den aufschlussreichsten Befunden der Sichtung.

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Umgang mit der AfD: Wenn Journalismus zum Eigentor wird

AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz); Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Wie Millionen andere auch habe ich am Sonntag die Wahlberichterstattung in der ARD verfolgt. Eigentlich ging es an diesem Abend um einen überraschenden Wahlausgang: den Sieg von Cem Özdemir und seiner Partei, Bündnis 90/Die Grünen. Doch je länger der Abend dauerte, desto stärker beschäftigten mich ganz andere Dinge. Einige Momente der Berichterstattung hinterließen bei mir ein ungutes Gefühl – und zwar nicht wegen des Wahlergebnisses, sondern wegen der Art und Weise, wie mit der Alternative für Deutschland (AfD) umgegangen wurde.

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1108 Seiten AfD-Geschwurbel des Verfassungsschutzes

Dienstgebäudes des Verfassungsschutzes in Köln Foto: BfV/PR Lizenz: Copyright

Der ominöse Geheimbericht des Geheimdienstes, der sich auf nicht-geheime Quellen stützt, ist nicht mehr geheim. Was darin an Zitaten von AfD-Politikern aufgelistet wird, taugt dazu, die Partei als rechtsextrem einzustufen, nicht aber als verfassungsfeindlich.

Kurz vorm Amtsantritt der neuen Regierung und ihrem eigenen Abtritt ließ die bis dato SPD-Innenministerin Nancy Fieser mit Aplomb das lange zurückgehaltene Dossier des Bundesamtes für Verfassungsschutz zu AfD veröffentlichen. Fazit der Behörde: Die Partei ist „gesichert rechtsextremistisch“ – und damit ein Fall für ein Verbot. Inzwischen zog das Amt die Einstufung vorläufig zurück, weil die AfD dagegen klagt. Die Wirkung jedoch bleibt. Nur der Bericht war bislang amtlich geheim: „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“.

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Politik ohne Wahlrecht – Lisa (17) und ihre Sicht auf Demokratie

Das ist nicht Lisa. Es ist ein KI-erzeugtes Bild, damit der Artikel ansprechender erscheint. (Bild: Sebastian Bartoschek/ Midjourney)

Lisa interessierte sich für Politik, lange bevor sie wählen darf. Sie verfolgt Nachrichten, liest Wahlprogramme, diskutiert mit Freunden. In der Schule gibt es keinen festen Politikunterricht, aber politische Themen werden besprochen. Eine schulweite Jugendwahl steht an – für sie ein wichtiger Schritt zur politischen Bildung.

Früher übernahm Lisa viele Ansichten ihrer Eltern, inzwischen hinterfragt sie mehr. Sie beobachtet, wie sich politische Positionen verschieben und gesellschaftliche Debatten verlaufen. Sie nimmt wahr, dass sich Themen wie Klimaschutz und Gleichberechtigung oft nur oberflächlich in Wahlkämpfen wiederfinden.

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Das A in AfD steht für Ambivalenz: Populismus ist keine Lösung in der Coronakrise

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Alcie Weidel und andere Mitglieder der AfD-Bundestagsfraktion; Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE

Man kann der AfD natürlich viel vorwerfen: Ein rassistische Weltbild. Verharmlosung der NS-Zeit, dass sie sich über undurchsichtige Kooperationen zur fünften Kolonne des Kremls gemacht hat.Merkwürdige Spendenpraktiken, Staatszersetzung und die Verbreitung von Fake-News.

Was man der AfD aktuell nicht vorwerfen kann: Mangelnde Ambivalenz.

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Virale Hetze: Zur aktuellen AfD-Corona-Experten-Epidemie auf Twitter

Polizisten in Seattle während der spanischen Grippe (1918)
Polizisten in Seattle während der spanischen Grippe (1918); Foto: Für den Autor, siehe / Public domain

Klar: Das Corona-Virus ist aktuell stark im Schwange. Beunruhigt bin ich persönlich nicht. Auch wenn meine Kenntnisse über die aktuelle Epidemie nicht wirklich umfangreich sind.

Was ich den Medien entnommen habe: Der Virus ist, potentiell, gefährlicher als ein Grippe-Virus. Wenn man gesundheitlich vorbelastet ist. Ein erhöhtes Risiko besteht für kranke und ältere Menschen. Der Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Anzahl der Toten durch die aktuelle Grippewelle ist wesentlich höher als durch das neue Virus. Was ich auch weiß: Das Gesundheitssystem in Deutschland hat einen hohen Standard. Es gibt Intensiv- und Quarantänestationen in Krankenhäusern. Weitere Schutzausrüstung soll angeschafft werden. An einem Impfstoff wird mit Hochdruck geforscht – und ist, eventuell, bereits in Reichweite gerückt. (Israelische Forscher: Impfung gegen Covid-19 in Sicht)

Von Epidologie habe ich genauso viel Ahnung wie von Fußball, traditioneller bhutanischer Webkunst oder Quantenphysik. Ich habe, wie der Großteil der Bevölkerung, keinen Schimmer wie der Virus im Detail funktioniert und wie man Impfstoffe entwickelt.

Als medizinischer Laie vertraue ich deshalb auf das deutsche Gesundheitssystem und auf offizielle Quellen, wie z.B. dem renommierten Robert-Koch-Institut. Aber: Fake-News zum Virus, mit Todesmeldungen aus Plochingen und Esslingen, machen inzwischen die Runde.

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