Antisemitismus, NS-Relativierung und Sehnsucht nach einer „Corona Armee Fraktion“: Querdenker in Duisburg

"Normal" in der Telegram-Gruppe "Duisburg steht auf"; Screenshot Telegram
„Normal“ in der Telegram-Gruppe „Duisburg steht auf“; Screenshot Telegram

Den Abend des 13. Dezembers 2021 hätte ich angenehmer für mich gestalten können, als ich es es gemacht habe: Ich war auf einer Demonstration der Gruppierung „Duisburg steht auf“, die nichts mit Querdenkern zu tun haben möchten. Wegen bestimmter heikler Inhalte.

Mit meinen Beitrag “Duisburg steht auf” – Querdenker schwurbelten durch Duisburg war das Thema für mich eigentlich erledigt.

Bis der Inhaber der Telegram-Gruppe wir-stehen-auf/DU, Stefan Brackmann, gestern in einem Kommentar seinen Wunsch nach einer „Kontaktaufnahme“ geäußert um „einen Konsens auf Augenhöhe“ zu erzielen.

Gestern Abend wollte ich kurz auf diesen Kommentar antworten, hab mir zu diesem Zweck nochmals kurz – exakt 19 Minuten lang – Anfertigung von Screenshots inbegriffen- den Telegram-Kanal von „Duisburg steht auf“ angeschaut.

Mein Urteil, dass es sich bei „Duisburg steht auf“ um harmlose esoterische Spinner handelt, das ich nach der Demo am Montag für mich gefällt hatte: Es war ein einziges Fehlurteil.

Fake-News, die Bewerbung von illegalen Impfausweisen, Nazivergleiche, Falschinformation und extremer Antisemitismus werden in dieser Gruppe toleriert.

Am gewünschten „Konsens auf Augenhöhe“ sind die Ruhrbarone nicht so interessiert.

Weiterlesen

Was treibt Herrn Bhakdi?

Sucharit Bhakdi im Corona-Quartett  Quelle: Screenshot

Der Mikrobiologie-Professor Sucharit Bhakdi ist einer der Posterboys der Querdenker-Bewegung. Konnte man ihm anfangs noch abnehmen, dass er „nur Fragen“ stellen wolle, kandidiert dieser Mann mittlerweile für die Partei „dieBasis“, verdient Geld mit Büchern, die von Kritikern als „wissenschaftsfeindlich“ eingestuft werden und lässt sich von Menschen wie Ken Jebsen interviewen. Nun hat Professor Bhakdi sich allerdings mit einem Beitrag hervorgetan,

Weiterlesen

Antisemitismus in Großbritannien: Die Bedeutung von David Miller

Proteste und Gegenproteste in Großbritannien. David Miller, ein britischer Professor von der Universität Bristol bezeichnet seine eigenen jüdischen Studierenden als Agenten Israels. Schon wieder ein Antisemitismus-Skandal in Großbritannien? Nach dem krachenden Scheitern Jeremy Corbyns an der Wahlurne und nachdem die von Antisemitismus-Skandalen gebeutelte Labour-Partei unter Sir Keir Starmer endlich resolut gegen Antisemiten in den eigenen Reihen vorgeht, konnte man denken, dass der Antisemitismus in Großbritannien einstweilen besiegt sei. Aber weit gefehlt. Beim Antisemitismus wächst wie bei einer Hydra für jeden abgeschlagenen Kopf ein neuer nach. Und manchmal ist es ein alter Bekannter. Der Soziologe und Antisemitismusforscher David Hirsh (Autor von ‚Contemporary Left Antisemitism‘) von der Goldsmiths Universität London, forscht in dieser spannenden Analyse den Ursprüngen und Verwicklungen des linken akademischen Antisemitismus nach, wie er fast in die Downing Street Nummer 10 gelangte und wo er sich jetzt festsetzt.

Weiterlesen
Werbung


Sperrung von Adornochrom auf Facebook: Stand der Dinge

Das Logo von Adornochrom - einer QAnon-Watchseite für den deutschsprachigen Raum
Adornochrom – eine QAnon-Watch Seite – der deutschsprachigen  Beobachtungsseite zum Thema QAnon

Update 23.01.2021, 06.40 Uhr:

Nach der erneuten Sperrung und Entsperrung auf Facebook im November, ist Adornochrom – eine QAnon-Watch Seite – allem Anschein nach – wieder auf Facebook gesperrt worden.

Im Unterschied zur damaligen Maßnahme von Facebook, bei der die Erstellung von Beiträgen für die Seitenbetreiber deaktiviert wurde, ist diesmal die Facebook-Seite komplett offline.

Aktuell nicht mehr erreichbar: Adornochrom - eine QAnon-Watch Seite
Aktuell nicht mehr erreichbar: Adornochrom – eine QAnon-Watch Seite

Update 25.09.2020, 10.00 Uhr:

Adornochrom – eine QAnon-Watch Seite ist seit heute wieder erreichbar!


Seit Beginn der Coronakrise florieren Verschwörungstheorien in den sozialen Medien. Eine besonders abstruse Theorie unten vielen, ist inzwischen auch in Deutschland unter dem Namen QAnon bekannt.

Zur Bekanntheit in Deutschland beigetragen, hat ein Video von Xavier Naidoo auf YouTube, in dem er bittere Tränen weint und etwas über Adrenochrom erzählt: Einer vermeintlichen Wunderdroge, die – so der Glaube – bei rituellen Opferungen von Kindern gewonnen wird. Angeknüpft wird hierbei an die antisemitische Ritualmordlegende.

Im Blog der Ruhrbarone wurde das Thema am 6. April 2020 erstmals behandelt. Zwei Tage später ging die Seite Adornochrom – eine QAnon Watchseite! auf Facebook online.

Seit einigen Tagen ist die erste Qanon-Beobachtungsseite im deutschsprachigen Raum offline. Hintergrund: Twitter und Facebook gehen seit einigen Wochen verstärkt gegen Inhalte zum Thema QAnon vor, was an sich eine gute Sache  ist: Der QAnon-Bezug im Titel der Beobachtungsseite, hat aber jetzt dafür gesorgt, dass auch diese Aufklärungsseite zur Thematik QAnon der Säuberung zum Opfer fiel.

Sechs motivierte Damen und Herren aus Deutschland und der Schweiz betreuten das bisherige Projekt und machen aktuell auf einer Ausweichadresse, die – klar – bisher nicht die Reichweite der abgeschalteten Seite erreicht hat, weiter.

Die Ruhrbarone haben heute – via Messenger – bei den Köpfen, die hinter dem Projekt stehen, nachgefragt: Und Antworten zum Thema Facebooksperre und QAnon erhalten.

Weiterlesen

Volker Beck verdient mehr als unsere Solidarität!

Attila Hildmann: Beleidigungen gegen Bill Gates; Screenshot Telegram
Attila Hildmann: Beleidigungen gegen Bill Gates; Screenshot Telegram

Seit Monaten weichen Attila Hildmann, Xavier Naidoo und andere selbsternannte „Widerstandskämpfer gegen das Corona-Regime“ auf Telegram aus. Dort wird antisemitische Propaganda der übelsten Art verbreitet und – verklausulierte – Todesdrohungen ausgesprochen. Hass wird verbreitet.

Attila Hildmann, Xavier Naidoo und andere Protagonisten der Fraktion „Aluhut“ sind eigentlich erledigt. Ihre Anhängerschaft ist nicht wirklich relevant. In einem Jahr werden sie Randnotizen der Geschichte sein. Dass der Staat trotzdem wegschaut und nicht reagiert: Es ist sehr verstörend.

Immer wieder Hassobjekt bei Attila Hildmann ist Volker Beck. Dieser hat sich vor wenigen Tagen in  mehreren Interviews zu den Hasstiraden geäußert. Und er vermisst eine Reaktion des Staates.

Nicht nur er vermisst eine Antwort auf den Content, der auf Telegram zu finden ist.

Eine kurze Analyse der aktuellen Aktivitäten von Attila Hildmann (Verkürzt! Hildmann schreibt den ganzen Tag auf Telegram!) und der strafrechtlich relevanten Inhalte: Hier geht es vor allem um Volksverhetzung und Beleidigungen – zum Nachteil von Angela Merkel, Bill Gates, Volker Beck und allen anderen (für Hildmann und Naidoo) Beteiligten an der vermeintlichen Verschwörung zur Vernichtung der Menschheit.

Weiterlesen

Gottesdienst in Zeiten von COVID-19: Israelsonntag in Wanheimerort

Pfarrer Jürgen Muthmann nach dem Gottesdienst der evangelischen Gemeine in Duisburg-Wanheimerort; Foto: Peter Ansmann
Die Gnadenkirche in Duisburg-Wanheimerort: Pfarrer Jürgen Muthmann nach dem Gottesdienst der evangelischen Gemeinde; Foto: Peter Ansmann

Die Sicherheitsbestimmungen zur Eindämmung der Coronaseuche hat auch die Kirchen getroffen: Wegen des Versammlungsverbotes waren Gottesdienste lange Zeit überhaupt nicht möglich. Die evangelische Gemeinde in Duisburg-Wanheimerort ist zu Beginn der Coronakrise kurzerhand digital durchgestartet. Online-Andachten, teilweise täglich, statt des Kirchenbesuchs (Ruhrbarone: Pfarrer Jürgen Muthmann: Der gute Hirte in Duisburg-Wanheimerort).

Seit Pfingsten wurden die Beschränkungen für religiöse Gemeinschaften gelockert, in Duisburg-Wanheimerort wurde trotzdem weiterhin auf 100% Sicherheit gesetzt und online gepredigt. Seit Anfang August finden in Wanheimerort nun wieder Gottesdienste statt: Unter verschärften Sicherheitsbedingungen. Für die Ruhrbarone war ich heute, am Israelsonntag, zu Besuch in der Gnadenkirche in Wanheimerort. Pfarrer Jürgen Muthmann hatte nach dem Gottesdienst noch Zeit um mir ein paar Fragen zu beantworten.

Weiterlesen

Arye Sharuz Shalicar: „Ich bin denen ein Dorn im Auge.“

Arye Sharuz Shalicar; Foto: Privat

60 „Israelkritiker“ aus Deutschland und Israel haben am 24. Juli 2020 einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben, um  ihre Sorge wegen des „unfundierten Gebrauchs des Antisemitismus-Begriffs, der auf die Unterdrückung legitimer Kritik an der israelischen Regierungspolitik zielt.“ kundzutun.

Ziel des Angriffs: Der, im Brief nicht namentlich genannte, Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung und Arye Sharuz Shalicar. (Israel: Offener Brief an Angela Merkel)

Neben Kritik an der finanziellen und politischen Förderung der Aktivitäten des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, ist besonders der Politologe und Buchautor Arye Sharuz Shalicar ins Fadenkreuz der „Israelkritiker“ gerückt.

Der deutsch-persisch-israelische Politologe berät den israelischen Außen- und Nachrichtendienstminister und thematisiert in seinen Büchern und Artikel oftmals das Thema Antisemitismus.

Für die Ruhrbarone hatte Arye Sharuz Shalicar heute Zeit für ein kurzes Gespräch.

Weiterlesen
Werbung


Attila Hildmann: „Mein Kampf“

Auf YouTube: "Mein Kampf" von Attila Hildmann; Screenshot YouTube
Auf YouTube: „Mein Kampf“ von Attila Hildmann; Screenshot YouTube

Eigentlich sollte der Beitrag Viel Elend und null Hoffnung: Die üblichen Verdächtigen auf Telegram, der letzte sein in dem Attila Hildmann und seine Verschwörungstheorien ein Thema sind.

Aktuell eskaliert der ehemalige Starkoch auf Telegram: Mit antisemitischen Beiträgen, Hitlerverehrung, Fotos und Videos, die Attila Hildmann beim Training mit Schusswaffen zeigen.

Ein Video auf YouTube, das heuer veröffentlicht wurde, trägt den Titel „Mein Kampf“ und enthält zahlreiche strafrechtlich relevante Aussagen (Beleidigungen).

Merkwürdig und verstörend, dass niemand eingreift.

Weiterlesen

Fake-News und Verschwörungsblödsinn: COVID-19 verliert als Thema an Zugkraft

Schwurbelkarte: Der Beitrag wurde zwischenzeitlich gelöscht; Screenshot Facebook
Schwurbelkarte: Der Beitrag wurde zwischenzeitlich gelöscht; Screenshot Facebook

Seit der Eskalation der COVID-19-Lage in Deutschland beobachten wir die Entwicklung im Bereich der Fake-News und Verschwörungstheorien sehr genau.

In der Politik ist diese Problematik inzwischen angekommen. Als jemand der diesen Bericht seit Wochen beobachtet: Es hat sich etwas getan! Dank des Videos zum Thema Adrenochrome und Kabale, mit dem der Schwurbelbarde Xavier Naidoo vor Wochen Aufmerksamkeit erweckte:

Die einschlägigen Gruppen zum Thema QAon sind seitdem nicht mehr unter sich. Es wird beobachtet und auch gegen den Blödsinn kommentiert.

Insgesamt: Die Fake-News zum Thema COVID-19 werden weniger. Bill Gates ist immer noch Feindbild Nr. 1.

Es gibt viel Reichsbürgerzeug, antisemitische Postings und allgemeinen Verschwörungsblödsinn der geteilt wird – es geht aber nicht mehr ausschließlich um COVID-19.

Ein Thema im Bereich Corona, dass in den letzten Tagen in einschlägigen Gruppen und auf Telegram diskutiert wurde: Ein Android-Update, in dem die Schnittstelle (Mehr nicht!) für eine spätere COVID-19-App enthalten ist.

Weiterlesen

Corona-Krise: Relativierung der Shoa und offener Antisemitismus

Anja Heussmann: Die Querfrontlerin ist bei Corona-Rebellen beliebt; Screenshot Facebook
Anja Heussmann: Die Querfrontlerin ist bei Corona-Rebellen beliebt; Screenshot Facebook

Es ist, zum Glück, nur eine Minderheit die aktuell auf Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor einer erhöhten Infektionsrate pfeift und sich in Menschenmassen auf deutschen Straßen und Plätzen trifft.

Der Gebrauch rationaler Argumente, um auf die Gefahr dieses Trends hinweisen: Sie bringen nicht wirklich was gegen den organisierten Wahnsinn.

Um ihren Protest gegen das „Corona-Regime“ und den „neuen Faschismus“ lautstark kundzutun.

Gewöhnlich passiert dies medienwirksam vor Kamera, was der Theorie von der „zerstörten Meinungsfreiheit“ irgendwie widerspricht.

Vielleicht sollten sich die Teilnehmer solcher Demonstrationen in Zukunft genauer anschauen, mit wem man sich da einreiht.

Nein, „Corona Rebellen“ sind nicht alle rechtsextrem und antisemitisch. Aber antisemitische Stereotype und rechtsextreme Meinungen machen sich in diesen Gruppen breit.

Es ist an der Zeit, sich abzugrenzen.

Zusammen mit Nazis, Antisemiten und Verschwörungstheoretikern zu marschieren ist keine gute Idee:

„Wer mit Hunden zu Bette geht, steht mit Flöhen wieder auf. “

Weiterlesen