Wenn ein ukrainischer Diplomat vor dem Einfluss Russlands auf deutsche Parteien warnt, dauert es meistens nicht lange, bis sich jemand vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) empört.
Diesmal hat Sevim Dağdelen (BSW, ehemaliges Mitglied von Die Linke, ehemaliges Mitglied des Bundestages) diesen Job übernommen.
Sevim Dagdelen (DIE LINKE) spricht auf der Kundgebung des „Bochumer Friedensplenums“ am 1. März 2022 (Foto: Roland W. Waniek)
Sevim Dagdelen sitzt für die Linkspartei im Bundestag und ist in der Fraktion die Sprecherin für Internationale Beziehungen und Abrüstung. Vor dem 24. Februar bezweifelte sie die Möglichkeit eines Angriffs Russlands auf die Ukraine. Seitdem die Russen in dem Land einmarschiert sind, setzt sie sich dafür ein, dass sich die Ukraine nicht gegen die russische Armee wehren kann. Sie
DIE LINKE-Politiker Gregor Gysi (Foto: Roland W. Waniek)
Nicht Vladimir Putin ist für Gregor Gysi der Hauptverdächtige im Fall Alexej Nawalny. Nein, der prominente DIE LINKE-Politiker denkt, dass Gegner der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 hinter dem Giftanschlag auf den bekanntesten russischen Oppositionspolitiker stecken. Das Projekt soll so torpediert werden. Und wer soll dieser Gegner sein? Genau: Donald Trump!
Auf einer Wahlkampf-Veranstaltung seiner Partei am gestrigen Donnerstag in Bochum sagte Gysi wörtlich: „Der Putin muss doch bescheuert sein, wenn er sowas macht. Er weiß doch, dass das die Beziehungen zum Westen noch mehr verschlechtert.“
„Gibt es“, fragt die Financial Times Deutschland (FTD) in einem Leitartikel, „angesichts der Unbegreiflichkeit der Mordtaten von Oslo und Utøya irgendeinen sinnvollen Gedanken, der über die ersten Reflexreaktionen hinausgehen kann?“ Eine rhetorische Frage, deren Antwort wir bereits vor der Lektüre in der Überschrift zur Kenntnis genommen hatten: „Kein Schutz vor Wahnsinn“. Und deswegen, so schreibt heute Falk Heunemann in derselben Zeitung, solle man „einfach mal die Klappe halten“. Der Linie des FTD-Leitartikels ist nämlich nicht Folge geleistet worden; stattdessen meldeten sich alle möglichen Politiker mit ihren „Reflexreaktionen“ zu Wort.