Urlaubsland Israel: Auf dem langen Weg zurück in die Normalität

Rundgang über die IMTM, die internationale mediterrane Tourismusmesse, in Tel Aviv
Rundgang über die IMTM, die internationale mediterrane Tourismusmesse, in Tel Aviv. Fotos: Till Oliver Becker

Die IMTM, der International Mediterranean Tourism Market, gilt als größte Tourismusmesse im Mittelmeerraum. Anfang Februar füllten sich die Hallen auf dem Expo-Gelände in Tel Aviv wieder mit Ständen, Gesprächen und dem typischen Messebrummen. Nach Krieg, Reisewarnungen und einer langen Phase geopolitischer Unsicherheit wirkt das wie ein Signal. Die Branche lebt, sie will nach vorn, sie setzt auf eine gute Zukunft. Die Ruhrbarone waren als eines von wenigen deutschsprachigen Medien zu Gast auf der IMTM.

Die Stimmung bei der Eröffnung war erwartungsvoll, teils auch trotzig. Tourismusminister Haim Katz sprach vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Diplomatie von einem Wendepunkt nach einer bitteren Zeit der Destabilisierung und deutlich sinkender Besucherzahlen. Unter den Gästen war auch Mike Huckabee, Botschafter der Vereinigten Staaten in Israel. 2026, so die Botschaft des Ministers, werde eine spürbare Trendwende bringen. Als positives Zeichen nannte Katz die Wiederaufnahme wichtiger internationaler Flugverbindungen sowie beträchtliche

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Haters gonna hate: Krönt Gil Ofarim zum Dschungelkönig!

In einer Parallelwelt ist es okay, Menschen zerstören zu wollen. In unserer Gesellschaft sollte es nicht so sein. Grafik: DALL-E
In einer Parallelwelt ist es okay, Menschen zerstören zu wollen. In unserer Gesellschaft sollte es nicht so sein. Grafik: DALL-E

Entwarnung zuerst. Offensichtlich gibt es in Deutschland doch noch genügend Menschen, die geradeaus laufen. Daran hatte ich zuletzt echte Zweifel, wenn ich mir anschaue, was in manchen Kommentarspalten passiert, besonders auf YouTube. Unter Videos rund ums Dschungelcamp stehen Hasskommentare in einer Zahl, die erschreckt, und sie bleiben oft stehen. Nicht selten wird das Ganze sogar angeheizt, weil manche Creator selbst vorweg gehen, mitmischen und so als Multiplikatoren dazu beitragen, einen Menschen zu entmenschlichen.

Die Treibjagd ist eröffnet

Das Ergebnis ist gut zu beobachten. Gil Ofarim wird vielerorts nicht mehr fair kritisiert, sondern zum Freiwild erklärt. Es gelten plötzlich andere Regeln. Das Vokabular wird härter, die

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Gebt der Meute, was sie braucht: Weniger als die Hinrichtung von Gil Ofarim ist doch gar nicht drin

Dschungelcamp: Hier findet der Mob seine Opfer. Grafik: DALL-E
Dschungelcamp: Hier findet der Mob seine Opfer. Grafik: DALL-E

Gil Ofarim hat Mist gebaut. Das muss man nicht weichzeichnen, nur weil man den reflexhaften, klischeebeladenen Lynchmob nicht mehr erträgt. Er hat 2021 einen Mitarbeiter des Leipziger Hotels The Westin öffentlich in Richtung Antisemitismus beschuldigt, damit eine Lawine ausgelöst und am Ende selbst eingeräumt, dass seine Darstellung nicht stimmte. Das war kein Kavaliersdelikt. Es war ein Angriff auf einen konkreten Menschen und nebenbei ein Bumerang für alle, die wirklich mit Antisemitismus leben müssen.

Und trotzdem ist der Fall juristisch vorbei. Genau dafür haben wir Gerichte. Im November 2023 hat Ofarim vor dem Landgericht Leipzig gestanden und sich beim Nebenkläger entschuldigt. Das Verfahren wurde gegen Auflagen eingestellt. Wer das nicht akzeptieren kann, der will keine Gerechtigkeit mehr. Der will Zerstörung. Und das ist der Punkt, an dem aus berechtigter Kritik etwas außerordentlich Hässliches wird.

Der Prozess ist juristisch abgeschlossen – Der Mob aber will die Vernichtung

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Norbert Bolz: Zurück zur Normalität

Norbert Bolz in einer Phoenix-Talkshow Screenshot: Ruhrbarone


Es wirkt wie ein irrer Zufall. Nur wenige Wochen nach Erscheinen von Norbert Bolz’ Buch „Zurück zur Normalität. Mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand“ bekam der Medienwissenschaftler am 23. Oktober dieses Jahres frühmorgens Besuch von der Polizei, ausgelöst durch Ermittlungen wegen eines Posts in den sozialen Medien.

Und es scheint fast so, als habe das Buch diesen problematischen Schritt erst ausgelöst, schließlich lag der betreffende Tweet auf X (vormals Twitter) bereits länger als eineinhalb Jahre zurück – und mit Normalität dürfte die aktuelle Meldemuschimentalität gewisser Kreise wohl sowieso nichts am Hut haben. Eine bessere Werbung für sein Buch und einen stärkeren Beleg für seine Thesen kann sich Bolz jedenfalls kaum vorstellen.

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Das Ende der Klimahysterie? Warum der deutsche Sonderweg jetzt endlich am Ende ist

Wie geht's, Bill Gates? Der Papst der Klimabewegten betritt jetzt mit einer bemerkenswerten Kehrtwende die Bühne. Grafik: DALL-E
Wie geht’s, Bill Gates? Der Papst der Klimabewegten betritt jetzt mit einer bemerkenswerten Kehrtwende die Bühne. Grafik: DALL-E

Es gibt Momente, in denen ein Wort die Stimmung dreht und Weltpolitik beeinflusst. In der Klimadebatte liefert diesen Dreh jetzt ausgerechnet Bill Gates. In einem neuen Memo plädiert er dafür, die Klimapolitik nicht länger an apokalyptischen Erzählungen auszurichten, sondern nüchtern an Wohlfahrt, Gesundheit und realen Technologien zu messen. Nicht das abstrakte Gradziel allein, sondern der konkret geminderte menschliche Schaden solle Maßstab sein. Das ist kein Leugnen des Problems, sondern ein Kurswechsel weg von Alarmismus hin zu Wirksamkeit. Gates nennt das „eine strategische Neuausrichtung“ und wendet sich ausdrücklich gegen den „Weltuntergangsblick“.

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Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz – ein unglaublicher Vorgang mit Signalwirkung und notwendigen Konsequenzen

Norbert Bolz in einer Phoenix-Talkshow Screenshot: Ruhrbarone


Der Vorgang an sich klingt wie aus einem schlechten Lehrbuch zur Erosion der Meinungsfreiheit: Bei Norbert Bolz, einem der bekanntesten Medienwissenschaftler des Landes, rückte am Donnerstag, 23. Oktober 2025, die Polizei an. Der Grund: Ein X-Post aus dem Januar 2024, in dem er ironisch auf eine (mittlerweile umgeänderte) Schlagzeile der taz reagiert hatte. Seine Formulierung „Deutschland erwache“ wurde nun zum Anlass für ein Ermittlungsverfahren wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB).

Dass ein ironischer Medienkommentar zu einem Durchsuchungsbeschluss führt, zeigt, wie verschoben die Maßstäbe inzwischen sind. Die Parole ist historisch zweifellos belastet – aber die Einordnung des Kontextes ist kein

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Zukunftsentscheid Hamburg – Auf dem Weg ins Paradies oder eher ins Elend?

Hamburg 2040 - welche Zukunftsvison wird wahr? Grafik: DALL-E
Hamburg 2040 – welche Zukunftsvison wird wahr? Verarmte Slumstadt oder grünes Wohlfühlparadies? Grafik: DALL-E

Hamburg hat sich mit dem Zukunftsentscheid festgelegt. Klimaneutralität nicht 2045, sondern schon 2040. Das klingt nach großem Wurf. In Wahrheit beginnt jetzt ein Dauertest aus Zuständigkeiten, Geld und Alltagstauglichkeit. Der Volksentscheid ändert das Klimaschutzgesetz und zwingt den Senat zu einem jährlichen Reduktionspfad mit Sofortprogrammen bei Zielverfehlung. Das ist rechtlich bindend und in Hamburg schwer wieder zu kippen. Die formale Umsetzung ist eingeleitet.

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Online fallen die Masken – und es ist nicht schön, was wir zu sehen bekommen

Social Media holt aus den Menschen nicht unbedingt ihre besten Seiten heraus. Grafik: DALL-E
Social Media holt aus den Menschen nicht unbedingt ihre besten Seiten heraus. Grafik: DALL-E

Es gibt diesen alten Satz, halb spöttisch, halb resigniert: „Zivilisation ist nur eine dünne Schicht Firnis.“ Wer jemals die Kommentarspalten unter einem Online-Zeitungsartikel gelesen hat oder einen Shitstorm verfolgt, weiß: dünner, als wir dachten. Social Media hat uns nicht ehrlicher gemacht, es hat uns enthemmt.

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Kapitulation vor dem Terrorismus: Wie der Westen seine Werte verrät und sich obsolet macht

Gedenkstelle in Tel Aviv: Dass Terroristen fürs Morden noch belohnt werden, ist ein Tabubruch erster Güte. Foto: Till Oliver Becker
Gedenkstelle in Tel Aviv: Dass Terroristen fürs Morden noch belohnt werden, ist ein Tabubruch erster Güte. Foto: Till Oliver Becker

Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas ein Pogrom, das an Grausamkeit und Unmenschlichkeit kaum zu überbieten ist. Frauen wurden vergewaltigt, Kinder abgeschlachtet, ganze Familien ausgelöscht – nur weil sie Juden waren. Und jetzt, nicht einmal zwei Jahre später, erklären Regierungen wie die von Großbritannien, Kanada und Australien: „Herzlichen Glückwunsch, Palästina – hier ist euer Staat.“

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Wer die UN heute noch ernst nimmt, ist Teil des Problems

Die Vereinten Nationen: Gut gemeint, schlecht gemacht. Grafik: Dall-E
Die Vereinten Nationen: Gut gemeint, schlecht gemacht. Grafik: Dall-E

Die Vereinten Nationen waren einmal eine gute Idee. Heute sind sie eine gefährliche Illusion. Während Diktatoren über Menschenrechte urteilen, Hilfsorganisationen mit Terrornetzwerken kooperieren und Autokratien moralische Urteile über funktionierende Demokratien fällen, verkauft sich die UN weiterhin als neutrales Weltgewissen. Das ist nicht nur Selbstbetrug – es ist Heuchelei im globalen Maßstab. Und wer die UN trotzdem ernst nimmt, ist Teil des Systems – und damit des Problems. Ein Essay.

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