Kevin Großkreutz, der Unverbesserliche – und warum das diesmal okay ist

Kevin Großkreutz (links) noch in Diensten des BVB in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Ach, Kevin Großkreutz. Kaum ein ehemaliger Profi schafft es so zuverlässig, sich selbst in die Schlagzeilen zu bugsieren wie der Dortmunder Weltmeister ohne Einsatzminute von 2014. Zwischen Dönerwurf-Anekdoten und nostalgischen BVB-Bekenntnissen war eigentlich alles dabei. Und doch: Diesmal liegt er erstaunlich richtig. Ja, wirklich. Es tut fast weh, das zu schreiben – aber wenn Großkreutz dem VfL Wolfsburg den Abstieg wünscht, dann trifft er einen Nerv, den viele Fußballfans schon lange spüren.

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Warum immer wieder Dynamo Dresden?

Foto: Robin Patzwaldt

Es sollte ein großes Fußballfest werden: Flutlicht, Tradition, Emotionen – das volle Programm. Doch was beim Zweitligatopspiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC am Ostersamstag passierte, hatte mit Fußball so viel zu tun wie ein Feuerwerkskörper mit einem Kindergeburtstag. Statt Fußballleidenschaft gab es Randale, statt einem leidenschaftlichen Kick gab es TV-Bilder, die an Kriegsberichterstattung erinnerten – und statt Gänsehaut beim neutralen Sportfan eher Fremdscham.

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Schulter-Schock auf Schalke: Platzt jetzt der Aufstiegstraum?

Edin Dzeko auf Schalke. Foto: Ruhrbarone

Der FC Schalke 04 hat in der Hinrunde der Saison 2025/26 genau das gemacht, was auf Schalke eigentlich niemand so richtig sehen will – und trotzdem alle unterschrieben hätten: unattraktiven Fußball gespielt und dabei überraschend erfolgreich gepunktet. Kein Glanz, kein Glamour, aber Tabellenplatz eins. Fußball-Romantik? Fehlanzeige. Ergebnis-Fußball? Volltreffer.

Plötzlich stand Königsblau ganz oben, der Aufstieg in die Bundesliga schien keine ferne Vision mehr, sondern ein realistisches Szenario. Während andere Teams sich verzockten oder im eigenen Chaos versanken, schlich sich Schalke still und heimlich an die Spitze. Und dann kam

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Dann soll er halt gehen, der Herr Schlotterbeck!

Es gibt wahrlich schlimmeres, als in diesem Stadion spielen zu müssen.. Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Dinge im Fußball, die sind so vorhersehbar wie ein Gegentor nach eigener Ecke. Und dann gibt es den Vertragspoker von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund. Ein Ritual, das sich inzwischen so lange zieht, dass man sich fragt, ob hier überhaupt noch jemand ein Ende im Blick hat – oder ob das Ganze längst zum Selbstzweck geworden ist.

Seit Monaten wird gezockt, taktiert, gewartet. Der Verein streckt sich finanziell bis zur Schmerzgrenze, sendet Signale, gibt Interviews, bleibt demonstrativ gelassen – und wirkt dabei doch wie jemand, der beim Pokerspiel mit schlechten Karten blufft. Und Schlotterbeck? Der sitzt am Tisch, lächelt höflich und sagt sinngemäß: „Mal sehen.“

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Mesut Özil – zu Gast bei Freunden?

Mesut Özil: Vom Weltmeister zum Streitfall | Foto: wikipedia / Jimmy-Baikovicius / CC BY-SA 2.0

Die Figur Mesut Özil sorgt bis heute für starke Reaktionen, weil bei ihm mehr zusammenkommt als nur Fußball: große sportliche Erfolge, politische Kontroversen und eine Debatte über Migration, Identität und Zugehörigkeit. Kaum ein anderer deutscher Nationalspieler hat so viele Diskussionen ausgelöst wie er. Doch Özils Nähe zum türkischen Präsidenten Erdoğan hat sein Image nachhaltig beschädigt – für viele war das der Moment, in dem seine Karriere in der öffentlichen Wahrnehmung endgültig eine falsche Richtung nahm. Das ZDF hat diesem umstrittenen Lebensweg eine dreiteilige Serie gewidmet.

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Book-Verpflichtung als Chance auf frischen Wind beim BVB

Sebastian Kehl konnte den BVB als Funktionär nicht wirklich weiterentwickeln. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Der Neustart beim BVB ist da – und er kommt schneller als erwartet. Mit der Verpflichtung von Nils-Ole Book als neuem Sportdirektor hat Borussia Dortmund nicht nur eine personelle Entscheidung getroffen, sondern ein klares Signal gesendet: Dieser Klub will raus aus der Stagnation. Und auch wenn jeder Umbruch Risiken birgt, überwiegt diesmal vor allem eines – die Chance.

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Der BVB wirkt immer mehr wie ein Klub ohne Plan

Emre Can bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Bei Borussia Dortmund deutet sich schon länger ein personeller Umbruch an, der auf den ersten Blick längst überfällig wirkt. Leistungsträger wie Julian Brandt, Niklas Süle oder Salih Özcan stehen vor dem Abschied – und das ausgerechnet ablösefrei. Ein sportlicher Aderlass, der nicht nur Qualität kostet, sondern auch Fragen zur strategischen Planung der Vereinsführung aufwirft.

Noch gravierender: Während die Abgänge feststehen, fehlt es bislang an klaren Signalen für gleichwertigen Ersatz. Der Kader droht an Substanz zu verlieren, ohne dass ein überzeugendes Zukunftskonzept erkennbar wäre. Für einen Klub, der regelmäßig den Anspruch formuliert, um Titel mitzuspielen, ist das ein alarmierendes Zeichen.

Die Can-Verlängerung als Symbolpolitik

In dieses ohnehin fragile Gesamtbild platzt nun die Vertragsverlängerung von Emre Can – und sorgt für Verwunderung.

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Schalke, der VAR und das große Schneckenrennen in der 2. Liga

Auf Schalke ging es am Sonntag einmal wieder turbulent zu. Foto: Michael Kamps

Wer in den vergangenen Wochen einen Beweis dafür gesucht hat, dass die 2. Bundesliga in dieser Saison ein einziges großes Schneckenrennen ist, der wurde am 26. Spieltag an diesem Wochenende bestens bedient. Keiner aus den Top sechs gewann sein Spiel. Niemand nutzt die Chance, sich entscheidend abzusetzen. Stattdessen stolpern sie alle gleichzeitig – mal elegant, mal spektakulär.

Und mittendrin natürlich der FC Schalke 04. Ein Verein, der es seit Jahren schafft, sportliche Dramen mit einer gewissen theatralischen Wucht zu inszenieren. Beim 2:2 gegen Hannover 96 lieferte Schalke die perfekte Zusammenfassung dieser absurden Liga: dominant, führend, dann dezimiert, schließlich in letzter Sekunde bestraft.

Oder anders gesagt: Zweite Liga in Reinform.

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Popp nach Dortmund – PR-Coup oder der Beginn einer echten Fußballgeschichte?

Das Stadion in Dortmund im Februar 2025. Foto: Robin Patzwaldt

Während sich der Männerfußball am Samstag wieder einmal in gewohnter Lautstärke um sich selbst drehte, schob sich plötzlich eine Nachricht in die Schlagzeilen, mit der wohl kaum jemand gerechnet hatte: Alexandra Popp wechselt zu Borussia Dortmund. Und zwar nicht zu irgendeinem ambitionierten Frauen-Bundesligisten – sondern zu einem Team, das aktuell noch in der Regionalliga herumturnt. Drittklassig.

Das ist ungefähr so, als würde plötzlich ein ehemaliger Champions-League-Sieger beschließen, seine Karriere in der Kreisliga zu beenden – nur mit deutlich größerer medialer Begleitung. Denn eines ist dem BVB mit diesem Transfer definitiv gelungen: Ganz Fußball-Deutschland schaut plötzlich auf eine Mannschaft, die bisher eher ein Randdasein fristete.

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Abschied ohne Applaus: Die nächste BVB-Abrechnung

BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt

Bei Borussia Dortmund lässt sich die verfehlte Personalpolitik der vergangenen Jahre inzwischen kaum noch kaschieren. Der kommende Sommer droht zu einer Art Sammelstelle für Fehlentscheidungen zu werden. Mehrere Spieler verlassen den Klub ablösefrei – und hinterlassen dabei vor allem eines: ein finanzielles Loch.

Millionenverluste sind programmiert. Nicht nur, weil mögliche Ablösesummen ausbleiben. Sondern auch, weil einige dieser Profis über Jahre hinweg Gehälter kassierten, die im Rückblick nur schwer zu rechtfertigen sind. Während der Kader sportlich immer dünner an wirklichen Unterschiedsspielern wird, muss der Klub gleichzeitig versuchen, ohne entsprechende Einnahmen eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen.

Der einstige Ruf als Sprungbrett für Weltstars wirkt inzwischen wie eine ferne Erinnerung.

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