Neues Buch über den Sport1-‚Doppelpass‘ zeigt, wie viel Potenzial der Sendung verschwendet wird

Experte Marcel Reif (Mitte) und  Moderator Thomas Helmer (li.) 2016 im Doppelpasss bei ‚Sport1‘. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

In Kürze endet für Millionen von Sportfreunden endlich die fußballfreie Zeit. Mit der nahenden Rückkehr der Profikicker wird dann an jedem Sonntagmittag bei vielen auch wieder ein vertrautes Ritual in den Verlauf des Wochenendes Einzug halten:  11 Uhr am Sonntag? Das ist bei häufig über einer Million Fans Zeit für den „Doppelpass“. Der beliebte Fußballtalk auf Sport 1 (früher DSF), der kürzlich zum 1.000. Mal über die Bildschirme flackerte, ist auch nach vielen Jahren noch ein Pflichttermin für Fußballfreunde und Journalisten.

Stars der Szene, wie Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Mario Basler, Jürgen Klopp oder Uli Hoeneß, haben bei ihren Gastauftritten am Münchener Flughafen, wo die Sendung produziert wird, im vergangenen Vierteljahrhundert deutsche Fernseh-Geschichte geschrieben.

Der Verlag ‚Die Werkstatt‘ würdigt das Jubiläum der Sendung jetzt ganz aktuell in einem schönen Buch, das alte Anekdoten frisch in Erinnerung bringt, dem Leser einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht, die Protagonisten vorstellt und dabei unabsichtlich doch eine traurige Entwicklung dokumentiert.

Wer, wie ich in den vergangenen Tagen, in diesem Buch schmökert, der sieht viele aktuelle Fotos, die dem aktuellen Personal der Sendung gewidmet sind. Moderator Thomas Helmer, die Assistentinnen Ruth Hofmann und Laura Papendick und die traditionelle ‚Hofkapelle‘ werden vorgestellt und dürfen sich in diesem Buch positiv in Szene setzen. Das ist alles ganz nett anzuschauen und zu lesen.

Das Herz geht einem Betrachter jedoch erst so richtig auf, wenn von den alten Zeiten der Sendung die Rede ist. Kein Zufall, dass die für die große Mehrheit wohl schönsten Erinnerungen, die tollsten Storys alle schon weit in der Vergangenheit liegen.

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Thorsten Schröder: Mit jeder Faser – Mein Weg zum härtesten Triathlon der Welt

Eine Buchvorstellung bin ich euch aus der ganz harten Phase des aktuell hinter uns liegenden Corona-‚Lockdowns‘ meinerseits bisher noch schuldig geblieben. Das soll sich heute endlich ändern. Passend kurz vor den Sommerferien, sozusagen. 😉

Zugegebenermaßen bin ich auf ‚Mit jeder Faser – Mein Weg zum härtesten Triathlon der Welt‘ zunächst einmal aufmerksam geworden, weil ich vor längerem schon einmal gehört hatte, dass ARD-Tagesschau-Sprecher Thorsten Schröder am legendären Ironman auf Hawaii teilgenommen hatte. Das war eine Nachricht, die mich seinerzeit sehr beeindruckt hatte.

Als ich dann kürzlich über sein dazugehöriges Buch gestolpert bin, indem Thorsten Schröder die Hintergründe dazu und seine Erlebnisse schildert, sprach es mich sofort an. Einerseits natürlich, weil ich Schröder schon immer in seiner Funktion als Nachrichtensprecher recht sympathisch fand, andererseits aber eben auch aufgrund der herausragenden sportlichen Leistung, die er vollbracht hatte.

Jetzt in der Corona-Pause im ‚Sport‘ kam ich endlich dazu sein Buch näher anzuschauen. Und, was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt!

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Ruhrbarone-Buchtipp: Eine Annäherung an die Reizfigur Thomas Tuchel

Alleine die Nennung des Namens von Thomas Tuchel löst in Dortmund und Umgebung noch immer zahlreiche emotionale Reaktionen aus. Die einen bedauern seinen unfreiwilligen Abgang als erfolgreicher Trainer des BVB im Jahre 2017, unmittelbar nach dem Gewinn des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt (2:1), die anderen sind heute noch froh darüber, dass der eigensinnige Fußballehrer nicht länger in Dortmund tätig ist.

Tuchel ist wohl einer der umstrittensten Namen der Gegenwart in der Trainerbranche. Auch bei seiner einzigen Bundesligastation vor seinen zwei Jahren in Dortmund (von 2015-17) polarisierte Tuchel, machte sich auch in seiner Zeit in Mainz längst nicht nur Freunde.

Derzeit trainiert der ehrgeizige Übungsleiter Prasis SG, schmiss mit den Franzosen die Dortmunder jüngst auch aus der laufenden UEFA Champions League-Saison.

Eine gute Möglichkeit das Verhältnis zu Tuchel mit Muße etwas weiter aufzuarbeiten, die bietet sich für Fußballinteressierte jetzt im frisch im Verlag ‚Die Werkstatt‘ erschienenen Buch ‚Thomas Tuchel: Die Biografie‘, die wir heute unseren Lesern einmal kurz vorstellen möchten.

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‚Hannes Wader – Trotz alledem‘: Wie mich ein Buch mit Teilen meiner Kindheit versöhnte

Der Name Hannes Wader war für mich früher stark negativ belastet. Der Grund dafür war einfach: Als Kind musste ich bei gemeinsamen Autofahrten mit meinen Eltern die Musik des Liedermachers stundenlang ertragen und habe sie seinerzeit wirklich gehasst.

Diese leiernde Stimme, der nervige Sound. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wiederholt auf der Rückbank unseres Familien-PKWs lautstark gegen die Zwangsberieselung mit den Ergüssen Waders protestiert zu haben. Fast immer vergeblich.

Nun, ich räume ein, je älter ich wurde, umso mehr entspannte sich mein einst stark vorbelastetes Verhältnis zum Namen und zur Person Hannes Wader.

Irgendwann entdeckte ich die häufig nachdenkenswerten, kritischen Inhalte in den vorgetragenen Texten, die mir gar nicht so unsympathisch waren. Und auch die handgemachte Musik Waders lernte ich nach und nach mehr zu respektieren, ohne sie je wirklich ausgesprochen liebgewonnen zu haben.

Doch handwerklich gut gemachte, deutschsprachige Musik gibt es eben bis zum heutigen Tage nicht in unübersehbaren Mengen. Fast zwangsläufig wird man dann, wenn man sich einmal intensiver damit beschäftigt, auch auf das Werk Waders aufmerksam gemacht, auch wenn dieser seine aktive Karriere auf den Bühnen des Landes vor wenigen Jahren bereits offiziell beendet hat.

Im vergangenen Herbst erschien auch die Biografie von Hannes Wader im Penguin Verlag. Nicht unbedingt ein Buch, welches auf meiner Prioritätenliste bisher ganz oben stand, und doch habe ich einen Teil meiner zusätzlichen Freizeit in Corona-Zeiten jetzt darin investiert und das Buch einmal in Augenschein genommen.

Und was soll ich sagen? Es hat sich wirklich gelohnt!

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Das große ‚11 Freunde‘ Buch – Erinnerungen an ein einst großartiges Fußballmagazin

Das Fußballmagazin ‚11 Freunde‘ war früher einmal sehr angesagt unter den besonders leidenschaftlichen Fußballfreunden in diesem Lande. In jüngster Zeit hat es leider, wie so viele Printmagazine, viel von seiner früheren Einzigartigkeit und Qualität eingebüßt, hat daher auch schrittweise an Relevanz unter den Fans verloren.

Dass es sich bei ‚11 Freunde‘ früher aber einmal tatsächlich um ein wegweisendes und qualitativ herausragendes Projekt auf dem Markt handelte, das erkennt der Leser des neuen Jubiläums-Buches, das Ende März im Heyne Verlag erschienen ist, und welches die Highlights aus 20 Jahren 11 Freunde für den Leser frisch in Erinnerung ruft, direkt beim ersten Durchblättern.

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Ruhrbarone-Buchtipp: Wunderwelt Wattenmeer – Das Weltnaturerbe neu entdeckt

Alle Fotos aus dem Buch sind von Martin Stock. Wir zeigen sie hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Die Welt ist für viele von uns in Zeiten der Kontaktsperre aufgrund der Corona-Pandemie gerade sehr eng geworden. Etlichen Leuten schlägt das kräftig aufs Gemüt. Da tut es natürlich gut, sich hin und wieder einmal neu davon zu überzeugen, dass sie es in Wahrheit natürlich nicht ist, dass auch wieder bessere Zeiten für uns alle kommen werden.

Eine besonders schöne Gelegenheit sich dies neu zu vergegenwärtigen, bietet unser heutiger Buchtipp aus dem Hause Delius Klasing, der herrliche Fotos des farbenprächtigen und weitläufigen Wattenmeeres an der Nordsee zeigt und  für den geneigten Leser zusätzlich viele nützliche Infos dazu anbietet.

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Ruhrbarone-Buchtipp: „… und jetzt das Wetter: Die beliebteste Minute der Tagesschau“

Überall findet man aktuell ja fast nur noch schlechte Nachrichten. Das kann ganz schön nerven. Die ideale Zeit also um sich bei Gelegenheit einmal wieder gemütlich mit einem Buch zurückzulehnen und kurz die ‚Birne‘ etwas durchzulüften.

Und wie es der Zufall so will, habe ich gerade in der Vorwoche ein kleines Büchlein entdeckt, dass auf ideale Weise Unterhaltung und Wissen miteinander verbindet.

Höchste Zeit also den vielen trüben Gedanken etwas entgegenzusetzen und hier im Blog unseren nächsten, kleinen Ruhrbarone-Buchtipp zu veröffentlichen:

Bei „… und jetzt das Wetter: Die beliebteste Minute der Tagesschau“ handelt es sich genau um das, was der Titel einem schon verspricht: Es geht um den Wetterbericht in der Tagesschau. Daraus kann man ein Buch machen? Ja, kann man. Und es ist wahrlich kein schlechtes geworden!

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Ruhrbarone-Buchtipp: Die Geschichte vom Tollpatsch auf dem Fahrrad

Heute möchte ich an dieser Stelle einmal ein Buch vorstellen, das für mich wahrlich keine übliche Lektüre darstellt. Ich bin, wie Stammleser unseres Blogs wissen, eher ein Fan von Sport- und/oder Sach-Büchern. Doch als ich die ergreifende Geschichte, die sich hinter diesem Buch verbirgt, im WDR-Fernsehen mitbekommen hatte, da musste ich es einfach näher kennenlernen.

Hinter ‚Die Geschichte vom Tollpatsch auf dem Fahrrad‘ verbirgt sich die Autobiografie von Andrea Bizzotto. Der Name sagt Ihnen nichts? Mir ging es genauso. Doch das Büchlein versprüht eine solche Intensität und Emotion, dass auch Sie seine Lebensgeschichte bei Gelegenheit dringend kennenlernen sollten.

Als Bizzotto erfuhr, dass er eine unheilbare Krebserkrankung hat, war seine Frau Maria, die er einst in einer Wittener Eisdiele kennenlernte, gerade im fünften Monat schwanger. Dem Todkranken wird alsbald klar, dass er nicht miterleben wird, wie seine damals noch ungeborene Tochter aufwächst.

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Ewald Lienen: Ich war schon immer ein Rebell

Es war meinerseits leider eine absolute Spätentdeckung unter den Sport-Buch-Neuerscheinungen dieses jetzt zu Ende gehenden Jahres 2019.

Das Buch von Ewald Lienen, mit dem Titel „Ich war schon immer ein Rebell“, fiel mir leider erst in diesem Spät-Herbst erstmals in die Hände. Ursprünglich erschienen ist es bereits im April dieses Jahres.

Wobei, bei nähere Betrachtung passt dieser Zufall sogar ganz gut zu Lienen und seinem Leben. Denn der heutige Fußballfunktionär und –Experte, der frühere Profikicker, ist schon seit Jahren dafür bekannt, dass er etwas unter der Oberfläche wirkt. Er ist halt seit Jahrzehnten schon nicht jedermanns Liebling. Und das mit voller Absicht.

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Ruhrbarone-Buchtipp: ‚Nachts allein im Ozean‘ von André Wiersig

Auch wenn man sich seit Jahren regelmäßig und vergleichsweise intensiv mit der aktuellen Sportszene in diesem Lande auseinandersetzt, gibt es doch immer wieder Dinge und Personen, die einem lange Zeit verborgen bleiben. Wenn man sie dann irgendwann einmal für sich entdeckt hat, ärgert man sich häufig darüber und fragt sich, wie sie einem nur so lange verborgen bleiben konnten.

Ein solches Erlebnis hatte ich einmal mehr in dieser Woche. Am Montagmittag sah ich zufällig ein halbstündiges Live-Interview des von mir sehr geschätzten Kollegen Gregor Teicher auf Sky Sport News HD mit dem Langstreckenschwimmer André Wiersig, der im Sommer als erster Deutscher und 16. Mensch überhaupt die anspruchsvollste Herausforderung im Open-Water-Schwimmen, die Ocean’s Seven, meisterte.

Mit großem Interesse folgte ich den Ausführungen und nahm dabei am Ende des Interviews erfreut zur Kenntnis, dass Wiersig kürzlich ein Buch dazu veröffentlicht hat. Und genau dieses Buch möchte ich euch hier und heute im Rahmen der Ruhrbarone-Buchtipps einmal kurz vorstellen.

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