
Die Ukraine wurde 2022 von Russland überfallen, bombardiert und teilweise besetzt – und verteidigt sich seit diesen Zeitpunkt gegen den Angreifer.
Alice Weidel hat sich überlegt, was man für dieses Land noch tun könnte und hatte schließlich eine Idee: einfach mal der Ukraine eine Rechnung schicken.
Inkasso beim Kriegsopfer
Im AUF1-Interview vom 11. September 2026 kündigt die AfD-Vorsitzende an, Zahlungen an die Ukraine und die Unterstützung des Krieges einzustellen. Anschließend folgt, ab Minute 20:29, der Satz: „Wir werden auch erhebliche […] Rückforderungen stellen an die Ukraine.“
Welche Beträge sie zurückverlangen möchte und auf welcher Grundlage, erläutert Weidel in dieser Passage nicht. Der Empfänger ihrer Forderung steht aber fest. Das Land, das sich gegen einen russischen Angriff verteidigt, soll zahlen. Wer sich die Unverschämtheit erlaubt, noch nicht kapituliert zu haben, bekommt bei der AfD offenbar Ärger mit der Buchhaltung.
Auch die ukrainischen Männer in Deutschland hat Weidel im Blick. Vor allem die jungen Männer im wehrpflichtigen Alter sollen zurückkehren. Gleichzeitig will sie die Unterstützung für ihr Land einstellen. Zurück sollen die Männer also schon. Womit sich die Ukraine dann verteidigt, kann sie offenbar selbst sehen.
Am 14. September 2026 verbreitet AUF1 die Rückzahlungsforderung erneut und freut sich über internationale Aufmerksamkeit. Verständlich: Eine deutsche Parteivorsitzende, die einem angegriffenen Land die Hilfe streichen und Geld abverlangen will, bietet reichlich Anlass zum Hinschauen.
Der passende Flirt läuft bereits: Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew kündigte am 9. September 2026 an, ein Wirtschaftsforum mit Beteiligung der AfD für 2027 vorzuschlagen. Beim Kriegsopfer gibt Weidel die Gerichtsvollzieherin, während Putins Mann die AfD als Geschäftspartner umwirbt.
AfD härter als Kruppstahl
So viel deutsche Härte dürfte man in Moskau ausgesprochen zu schätzen wissen.
Für Putin wäre das ein erfreuliches Geschäft. Die Ukraine bekäme weniger Unterstützung und zusätzliche Forderungen. Er müsste dafür nicht einmal mit Weidel verhandeln. Sie bietet es schon öffentlich an.
Man muss der AfD lassen: Sie findet selbst bei einem überfallenen Land noch etwas zu holen.
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