Sachsen-Anhalt: Freundliche Bilder für Siegmund, Solidarität für Holocaustleugnerin Haverbeck

Matthäus Westfal alias Aktivist Mann in einem YouTube-Video in Quedlinburg
Matthäus Westfal alias „Aktivist Mann“ in seinem Video aus Quedlinburg. (Screenshot: YouTube)

Matthäus Westfal alias „Aktivist Mann“ begleitet den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durch Sachsen-Anhalt, produziert Reichweite und arbeitet auf YouTube mit der „Team Siegmund“-Community zusammen. Eine formale Teamrolle ist nicht belegt. Belegt sind dafür Medienhass, Haverbeck-Solidarität und ein erstaunlich elastisches Verständnis von Journalismus.

Er nennt es „Gonzo-Journalismus“. Das klingt nach Hunter S. Thompson, nach literarischer Grenzüberschreitung und Whiskey im Handschuhfach. Bei Matthäus Westfal bedeutet es häufig: Kamera an, Mikrofon ins Gesicht, eine Anschuldigung als Frage verkleiden und so lange nachsetzen, bis aus einer politischen Veranstaltung ein persönliches Krawallformat geworden ist.

Westfal tritt als „Aktivist Mann“ auf. Auf X nennt er sich „Pionier#Gonzojournalist“, auf YouTube und Telegram sammelt er Zehntausende Abonnenten. Sein Geschäftsmodell ist die Selbstverwechslung von Aktivismus, Journalismus und Straßenprovokation. Der Reporter berichtet nicht über das Ereignis; er drängt sich ins Ereignis, filmt die Reaktion und verkauft die selbst erzeugte Eskalation anschließend als Beweis für die Bosheit der anderen.

Im August 2026 ist Westfals bevorzugte Bühne der Landtagswahlkampf von Ulrich Siegmund. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In den Wochen davor streamt Westfal Siegmunds Infostände, Bürgerdialoge und Grillfeste, schneidet wohlwollende Clips und greift Journalisten an, die dem AfD-Spitzenkandidaten weniger freundlich begegnen.

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Der Saar-Napoleon marschiert wieder – diesmal für Moskau

Oskar Lafontaine (BSW)
Oskar Lafontaine, BSW, 2024 (Foto: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Oskar Lafontaine erklärt demokratische Parteien und Journalisten zu „Steigbügelhaltern des Faschismus“, raunt über Friedrich Merz und BlackRock – und verteidigt ausgerechnet die Öffnung des BSW zur rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt. Ein Ausflug in eine Welt, in der die Faschisten immer die anderen sind.

Oskar Lafontaine hat binnen weniger Tage zwei kleine Lehrstücke darüber veröffentlicht, wie man aus Tatsachen, Halbwahrheiten und großen Etiketten eine politische Nebelmaschine baut. Für die eine Erzählung genügt ein Reel mit dramatischen Pfeilen zwischen Merz, Rheinmetall und BlackRock. Für die andere braucht es das Wort „Faschismus“ so oft, bis niemand mehr fragt, was es eigentlich bedeuten soll. Früher benötigte man für derartige Andeutungen eine dunkle Tiefgarage. Heute reicht Canva.

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Erinnerung an den 7. Oktober 2023: Die Familie des ermordeten BVB-Fans Netta Epstein spricht im BORUSSEUM

Das Stadion und BORUSSEUM in Dortmund (Foto: Robin Patzwaldt)

Am 1. Oktober berichten Ayelet und Rona Epstein im BORUSSEUM über den Terrorangriff der Hamas auf den Kibbuz Kfar Aza.

Netta Epstein, Ayelets 21-jähriger Sohn und Ronas Bruder, wurde bei dem Massaker ermordet. Der Abend eröffnet eine Dortmunder Veranstaltungsreihe zum dritten Jahrestag des 7. Oktober 2023.

Netta Epstein lebte im Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zum Gazastreifen. Er war Fußballfan – und Anhänger von Borussia Dortmund.

Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas und weiterer islamistischer Gruppen den Süden Israels. Mehr als 1.200 Menschen wurden ermordet, über 250 als Geiseln verschleppt. Allein aus Nettas Familie wurden fünf Menschen getötet.

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Russlands nützliche Netzwerke: Wo sich AfD, BSW und Kreml-Propaganda berühren

Russlands Netzwerke: Alle Wege von AfD und BSW führen nach Moskau!

Niemand muss auf eine geleakte E-Mail mit dem Betreff „Neueste supergeheime Weisungen aus Moskau!“ warten, um ein Netzwerk zu erkennen.

Netzwerke funktionieren gewöhnlich subtiler: Menschen treffen sich, reisen gemeinsam, schreiben für dieselben Medien, organisieren Veranstaltungen, öffnen einander Türen, trinken irgendwo in St. Petersburg (Russland) oder Merzig-Silwingen (Saarland) gemeinsam Kaffee – Tee ist zu gefährlich – und verbreiten dieselben politischen Botschaften.

Das ist deutlich langweiliger und erheblich unblutiger als eine Folge von „The Americans“. Dafür ist es keine Fiktion. Und die Verbindungen lassen sich belegen.

Gerade vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf diese Netzwerke.

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Michael Lüders (BSW) entdeckt den iranischen Heldennimbus

Michael Lüders, BSW (Foto: Amrei-Marie, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
Michael Lüders, BSW (Foto: Amrei-Marie, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Der stellvertretende BSW-Vorsitzende Michael Lüders erklärt, warum der Iran in weiten Teilen der Welt als Held gelte. Die Opfer des Regimes, seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine und die iranischen Drohnen kommen in der hübschen Geschichte nicht vor.

Beim BSW ist der Begriff „Frieden“ ausgesprochen elastisch. Greifen die USA oder Israel an, handelt es sich um Imperialismus. Greift Russland an, muss man zwar kurz bedauernd nicken, aber dann schnell über die Fehler des Westens sprechen. Und wenn der Iran Raketen, Drohnen und Milizen einsetzt, wird daraus „Widerstand“.

Michael Lüders beherrscht diese Dialektik inzwischen ziemlich gut.

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Kneecap in Oberhausen: Schwere Gewalt als „Lebensrettung“ – trotzdem kein Verbot

<a href="https://commons.wikimedia.org/?curid=166571488">Raph_PH</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC BY 2.0</a>, via Wikimedia Commons
Kneecap soll am 20.08.2026 in der Turbinenhalle Oberhausen auftreten (Foto: Raph_PH, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Das für heute geplante Konzert der irischen Rapgruppe Kneecap in der Turbinenhalle Oberhausen soll stattfinden.

Die Stadt hat ein Verbot prüfen lassen. Das Ergebnis ist eindeutig: Politische Ablehnung ersetzt keine konkrete Gefahrenlage.

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Wie MdB Mirze Edis (Die Linke) aus Terroristen „unschuldige Palästinenser“ macht

MdB Mirze Edis - Die Linke (Foto, bearbeitet: Peter Ansmann)
MdB Mirze Edis – Die Linke (Foto, bearbeitet: Peter Ansmann)

Itamar Ben-Gvir ist ein Rechtsextremist. Was Israels Minister für nationale Sicherheit im Podcast der ehemaligen deutsch-israelischen Geisel des Palästinensischen Islamischen Dschihad Rom Braslavski sagt, ist – zugegeben –  politisch unklug.

Um das festzustellen, muss man ihm nichts unterschieben.

MdB Mirze Edis (Die Linke) tut es trotzdem. In seinem Instagram-Beitrag (und auf Facebook) macht er aus Ben-Gvirs Forderung nach „gezielten Tötungen“ eine Forderung, täglich 30 bis 40 „unschuldige Palästinenser“ zu ermorden. Das Wort „unschuldig“ fällt im Original nicht.

Am Ende des vollständigen Gesprächs spricht Ben-Gvir ausdrücklich von „Terroristen“.

Genau diese Passage zeigt Mirze Edis nicht.

Was, beim dauerempörtesten Mitglied des deutschen Bundestags wo gibt, natürlich Sinn macht:

Die Forderung, gezielt Terroristen auszuschalten, hat nicht denselben Skandalisierungswert wie „Der Faschist Ben-Gvir fordert, dass jeden Tag 30 bis 40 unschuldige Palästinenser ermordet werden sollten.“

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Kneecap in Oberhausen: „Israel Nazis“ und die Sache mit den „Lobbygruppen“

<a href="https://commons.wikimedia.org/?curid=166571488">Raph_PH</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC BY 2.0</a>, via Wikimedia Commons
Kneecap soll am 20.08.2026 in der Turbinenhalle Oberhausen auftreten (Foto: Raph_PH, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

Am 20. August 2026 sollen die Rapper von Kneecap in der Turbinenhalle Oberhausen spielen.

Die Debatte um das Konzert ist inzwischen ein eigener Programmpunkt.

Mit organisierten Absageforderungen, einem konkreten Protestaufruf – und Reaktionen in den Kommentarspalten von Instagram und Facebook – bei denen niemand groß rätseln muss, was gemeint sein könnte.

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AfD in Stolberg: Vom Parteibüro zum „patriotischen“ Gegenmilieu

Andreas Klöcker vor dem Alternativen Zentrum Stolberg
Andreas Klöcker vor dem Alternativen Zentrum Stolberg. Anhand der Schilder neben der Eingangstür ist zu erkennen, wer die Adresse nutzt (Screenshot: Facebook).

Das „Alternative Zentrum Stolberg“ ist Parteizentrale, Wahlkreisbüro, Veranstaltungsort, Mitgliederwerbestelle und Geschäftsadresse zugleich. Vom 13. bis 16. August veranstaltete die AfD dort ein Campingtreffen. Inzwischen wirbt sie mit Trauungen und Notunterkünften. In Stolberg entsteht nicht einfach ein Parteibüro.

Die AfD baut sich ein eigenes Gegenmilieu.

Ein Parteibüro ist normalerweise ein ziemlich langweiliger Ort. Ein paar Schreibtische, Wahlkampfplakate, eine Kaffeemaschine, deren Entkalkungszustand gegen diverse internationale Abkommen verstößt, und gelegentlich kommt jemand zur Bürgersprechstunde.

In Stolberg hat die AfD anscheinend größere Pläne.

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