Warum ich trotz allem im Ruhrgebiet bleibe

Im Ruhrgebiet. Schön ist anders. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Immer wieder fragen mich Menschen aus anderen Regionen des Landes, warum ich eigentlich nicht längst aus dem Ruhrgebiet weggezogen bin. Und ganz ehrlich: Das habe ich mich selber auch schon gefragt. Viele meiner ehemaligen Mitschüler hat es quer durch die Republik verteilt.

Für mich war das aber nie wirklich eine Option – auch wenn die beruflichen Perspektiven andernorts vielfach besser gewesen wären und ich nicht mehr Tag für Tag all die Mängel betrachten müsste, die diese sterbende Region inzwischen prägen. Trotz meines regelmäßigen Gemeckers liebe ich das Ruhrgebiet. Insbesondere meine Geburtsstadt Dortmund und die Gegend drumherum.

Als ich

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Wirtschaft im Koma und die Infrastruktur verrottet – Grüße aus dem Kreis Recklinghausen!

Für viele im Kreis Recklinghausen sind kaputte Straßen längst trauriger Alltag. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Der Kreis Recklinghausen war mal das Rückgrat des Ruhrgebiets. Kohle, Stahl, Malocher-Mentalität – hier wurde richtig geschuftet. Doch seit die letzte Zeche dichtgemacht hat, ist vom einstigen Industrieglanz wenig übrig.

Und was ist an seine Stelle getreten? Ernüchterung. Seit Jahren dümpelt die Region wirtschaftlich ganz tief im Tabellenkeller herum. Der Niedergang ist inzwischen nicht mehr zu übersehen. Während anderswo Zukunft gestaltet wird, verwaltet man im Kreis Recklinghausen vor allem den eigenen Abstieg. Der Strukturwandel? Kam viel zu spät – und war eher kosmetischer Natur.

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Warum die Verpflichtung von Jobe Bellingham durch den BVB kritisch zu sehen ist

Am Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund hat mit der Verpflichtung von Jobe Bellingham am Dienstag für viel Aufmerksamkeit gesorgt – nicht nur sportlich, sondern vor allem symbolisch. Der jüngere Bruder von Jude Bellingham, dem einstigen Dortmunder Publikumsliebling und heutigen Weltstar bei Real Madrid, soll nun in dessen Fußstapfen treten. Doch gerade dieser Umstand macht die Personalie zu einem zweischneidigen Schwert – und bietet reichlich Anlass zur Kritik.

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Vom Minister zur Marke: Jens Spahn und das große Spiel mit dem Vertrauen

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Jens Spahn ist kein schlechter Politiker. Er ist einfach ein verdammt berechnender. Einer, der die Klaviatur der Selbstinszenierung so virtuos beherrscht, dass man fast vergisst, wie dünn die inhaltliche Substanz dahinter oft ist. In den letzten fünf Jahren hat CDU-Mann Spahn weniger Politik gemacht als Politik gespielt – und dabei vor allem sich selbst in Szene gesetzt.

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Von Dortmund über Istanbul nach nirgendwo – die peinliche Karriere von Kevin Großkreutz

Kevin Großkreutz (links) noch in Diensten des BVB in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Kevin Großkreutz war nie ein gewöhnlicher Fußballer. Er war laut, leidenschaftlich und ein Kind seiner Stadt – der Inbegriff des Malocher-Typs, der bei Borussia Dortmund zum Kultspieler aufstieg. Doch ebenso rasant wie sein Aufstieg verlief auch sein Fall. Heute steht Großkreutz weniger für sportliche Erfolge als für eine Abfolge von Skandalen, Eskapaden und ein Karriereende, das eher einem Boulevardstück als einem würdevollen Abgang eines Weltmeisters gleicht.

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Schämen war gestern – ich mag die Lebensmittel-Discounter!

Gute Laune beim günstigen Lebensmittelkauf. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Ich gebe es offen zu: Ich kaufe – trotz der Vorwürfe, die einem als dortigem Stammkunden immer wieder entgegenschlagen – gerne dort ein. In einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten für viele zur Belastung werden, stehen Discounter wie Aldi, Lidl, Penny oder Netto auch bei mir hoch im Kurs. Man muss halt sehen, wo man bleibt.

Die regelmäßig geäußerte Kritik – sei es wegen fragwürdiger Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben, des immensen Preisdrucks entlang der Lieferkette oder der oft bedenklichen Fleischproduktion, nehme ich wahr, sie führen bei mir jedoch nicht zu einem schlechten Gewissen. Denn bei aller berechtigten Skepsis darf eines nicht übersehen werden: Für Millionen Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen sind diese Märkte inzwischen geradezu unverzichtbar – und verdienen deshalb zumindest ein gewisses Maß an Anerkennung. Meine Wertschätzung haben sie jedenfalls.

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Im Land der Egoisten

Diskutiert wird über die B474n schon Jahrzehnte. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist Pfingsten! Das heißt, hier im Büro-Blog der Ruhrbarone sind wir am langen Wochenende mal wieder mit unseren Stammlesern weitestgehend unter uns. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch von einer Beobachtung zu erzählen, die ich gemacht habe.

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MSV Duisburg: Der Aufstieg, der kaum Wellen schlug

Im Stadion des MSV Duisburg. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Kaum einer außerhalb Duisburgs hat davon Notiz genommen, doch der MSV ist tatsächlich seit ein paar Tagen zurück in der 3. Liga – eigentlich eine gute Nachricht für einen Klub, der sich über Jahre hinweg durch sportliche Talfahrten und strukturelles Chaos selbst ins Abseits manövriert hat. Doch trotz des sportlichen Erfolgs in der Regionalliga West bleibt der große mediale Knall aus. Keine bundesweiten Schlagzeilen, keine hitzigen Debatten in Fußballtalks, nicht einmal ein spürbarer Hype in sozialen Netzwerken. Der Aufstieg der „Zebras“ wirkt eher wie ein leises Aufatmen denn ein lauter Neubeginn. Und das hat Gründe – unangenehme, aber ehrliche.

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Deutsche Nationalmannschaft versagt im Ernstfall gegen Portugal

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Es war zwar kein sportliches Drama, doch eben auch nicht die erhoffte bestandene Reifeprüfung. Die 1:2-Niederlage der deutschen Herren-Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale der Nations League gegen Portugal am gestrigen Mittwoch hat deutlich gemacht, dass das Team unter Bundestrainer Julian Nagelsmann noch nicht die erhoffte Reife und Stabilität erreicht hat. Trotz positiver Entwicklungen in den letzten Monaten offenbaren sich weiterhin strukturelle Schwächen, die eine ernsthafte Konkurrenzfähigkeit auf internationaler Ebene in Frage stellen.

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Konkurrenz aus den eigenen Reihen? – Hat Hans-Joachim Watzke sich beim BVB verspekuliert?

Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Eigentlich schien die Nachfolge an der Vereinsspitze von Borussia Dortmund klar geregelt. Hans-Joachim Watzke, seit Jahren das Gesicht des BVB und maßgeblicher Architekt des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs nach der Fast-Insolvenz 2005, hatte sich in Stellung gebracht, im November 2025 auf Präsident Dr. Reinhold Lunow zu folgen.

Ein Übergang im Sinne der Kontinuität, so schien es – geplant, abgestimmt, beinahe schon besiegelt. Doch nun könnte ausgerechnet Lunow selbst dem langjährigen Geschäftsführer einen Strich durch die Rechnung machen. Wie aus Vereinskreisen durchsickerte, denkt der 71-Jährige darüber nach, doch für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Für Watzke wäre das mehr als nur eine Formalie – es wäre eine völlig unerwartete Machtprobe innerhalb des eigenen Vereins.

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