Die Linke Berlin: Die Parteispitze sondiert, die Palästina-LAG liefert Dauerfeuer

Die LAG Palästinasolidarität Berlin erklärt: Volle Solidarität mit der Barbakh-Familie! Palästina-Solidarität ist kein Verbrechen!
Solidaritätserklärung der Berliner Palästina-LAG (Screenshot: Instagram)

„Friendly Fire“ heißt im Militär der irrtümliche Beschuss eigener oder verbündeter Truppen – auch im Irakkrieg 2003 sorgte er für Schlagzeilen. Bei der Berliner Linken wird daraus politisches Dauerfeuer. Der Beschuss kommt von der eigenen Landesarbeitsgemeinschaft.

Während die Partei wegen der Gäste ihrer Neuköllner Wahlparty unter Druck steht, legt ihre Landesarbeitsgemeinschaft Palästinasolidarität mit einer Solidaritätserklärung nach.

Solidarität mit Nebenwirkungen

In der am 29. September 2026 um 11:25 Uhr veröffentlichen Instagram-Story heißt es:

Der Barbakh-Clan stammt aus Gaza. Zahlreiche Familienmitglieder sind nach dem Angriff der Hamas 2023 aus Israel nach Deutschland, und insbesondere nach Berlin-Neukölln, eingewandert. Wie „Bild“ berichtet, gilt die Großfamilie in Ermittlerkreisen als treibende Kraft hinter den propalästinensischen Demos in Berlin. Ermittler aus der Hauptstadt sollen den Namen der Familie in zahlreichen polizeilichen Vorgängen führen.

Volle Solidarität mit der Barbakh-Familie!
Palästina-Solidarität ist kein Verbrechen!

Immerhin: Dass die Hamas 2023 Israel angegriffen hat, darf diesmal stehen bleiben. Bei der Palästina-LAG ist man inzwischen für historische Grundkenntnisse dankbar.

Der Hintergrund: Wie die WELT unter Berufung auf den Tagesspiegel berichtet, waren offenbar auch zwei Aktivisten aus der Barbakh-Familie auf der Wahlparty. Eine zweistellige Zahl der Familienangehörigen werde von Ermittlern als sicherheitsrelevant eingestuft; einige sollen bei Demonstrationen Hamas-Kennzeichen gezeigt haben.

„Palästina-Solidarität ist kein Verbrechen.“ Stimmt. Straftaten auf Demonstrationen schon.

Laut der von der B.Z. veröffentlichten Polizeibilanz wurden vom 7. Oktober 2023 bis zum 13. März 2026 im Zusammenhang mit den pro-palästinensischen Protesten in Berlin 12.493 Delikte registriert: 2.277 Gewaltdelikte, darunter 1.189 Widerstandsdelikte, außerdem 3.453 Sachbeschädigungen, 2.205 Propagandadelikte, 1.046 Fälle von Volksverhetzung und 3.512 weitere Delikte. Hierbei handelt es sich um erfasste Vorwürfe, nicht um Verurteilungen.

Für eine Partei auf dem Weg zu möglichen Sondierungen ist diese pauschale Solidaritätserklärung jedenfalls ein bemerkenswerter Service der eigenen Genossen.

Zum Hintergrund: Berlin: Kein Bullerbü für Rot-Rot-Grün – viel Vergnügen, SPD und Grüne!

Wer aktuell für eine Berliner Regierung ohne die Linke wirbt, darf sich bei der LAG Palästinasolidarität jedenfalls für die Argumentatiosnhilfe bedanken: Szenario Kenia: Berlin kann auch ohne die Linke

Autorenseite: Peter Ansmann
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