Die Linke Berlin: Solidarität nach Gesinnungsprüfung

Rotes Rathaus Berlin mit Turm und Berliner Flagge
Rotes Rathaus, Berlin-Mitte, 21. Januar 2022 (Foto: Peter Ansmann)

Die Berliner Linke hat die Wahl gewonnen und will ins Rote Rathaus. Eine Neuköllner Kneipe liefert einen recht handfesten Hinweis darauf, was die Partei vorher klären sollte. Als die Betreiber des Bajszel bedroht wurden, scheiterte ihre Bezirksfraktion an einer Solidaritätserklärung. Gegen Gewalt war man selbstverständlich. Mit den Bedrohten hatte man allerdings noch ein paar politische Fragen zu klären. Nach dem Wahlsieg ist diese Geschichte von gestern ziemlich gegenwärtig.

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Die Linke Berlin: Keine Angst vor Antisemitismus. Ist nur ein Gespenst.

Die Berliner Palästina-LAG greift die Antragsteller gegen Hannah Bruns an.
Die eigenen Genossen als Auftragnehmer der Grünen: Ausschnitt aus dem gemeinsamen Beitrag vom 24. September 2026. (Screenshot: Instagram)

Die Berliner Linke will ins Rote Rathaus. Ihre Palästina-LAG hat vorher noch eine Rechnung mit den eigenen Genossen offen. Wer den Ausschluss von Hannah Bruns beantragt, erledigt nach Darstellung einer neuen Instagram-Kampagne das Geschäft der Grünen. So geht innerparteiliche Debatte:

Die eigene Haltung ist unverhandelbar. Die der anderen ist bestellt.

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Wahlsieg der Linkspartei in Berlin: Die NRW-Genossen gratulieren schon mal zur Opposition

Die NRW-Palästina-LAG gratuliert drei Berliner Politikerinnen und wirbt für Opposition.
Glückwünsche mit Oppositionsauftrag, 23. September 2026. Der sichtbare Kommentar darunter stammt von Revolutionäre Linke Hamburg. (Screenshot: Instagram / LAG Palästinasolidarität NRW)

Die Linke hat Berlin gewonnen. Ihre Palästina-LAG in Nordrhein-Westfalen weiß bereits, was man mit diesem Erfolg anfangen sollte: Opposition machen. Drei Berliner Politikerinnen bekommen Glückwünsche samt politischer Gebrauchsanweisung. Währenddessen bewerben die Berliner LAG und die Bundesarbeitsgemeinschaft ein neues Interview mit Hannah Bruns. Die Partei könnte regieren. Teile ihres Umfelds haben offenbar Wichtigeres vor.

Es gibt Glückwünsche, die klingen wie eine vorsorgliche Kündigung. Am 23. September 2026 veröffentlichte die LAG Palästinasolidarität NRW einen Beitrag zu Vanessa „Vedi“ Emde, Martha Kleedörfer und Deike Janssen. Die drei werden darin als künftige Stimmen im Berliner Abgeordnetenhaus gefeiert. Nicht einfach für linke Politik, sondern ausdrücklich für eine „konsequente linke Opposition“.

Vanessa „Vedi“ Emde ist politische Bildnerin, Mediatorin und Kulturschaffende aus Neukölln; ihr Parteiprofil beschreibt ihr Engagement als queer-feministisch, antikapitalistisch und internationalistisch. Martha Kleedörfer ist wohnungspolitische Sprecherin der Linken im Bezirksparlament Mitte und setzt sich für die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne ein. Deike Janssen ist Sozialarbeiterin mit Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe und trat für die Linke im Wedding an; zu ihren Schwerpunkten gehören Kinderarmut, bezahlbares Wohnen und bessere Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit.

Man muss den Genossen zugutehalten: Andere Parteien warten mit der Enttäuschung ihrer Regierungsambitionen bis nach den Verhandlungen. Hier wird die Oppositionsbank schon einmal reserviert. Sicher ist sicher. Am Ende könnte aus dem Wahlsieg sonst noch Arbeit werden.

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Mirze Edis (Die Linke) gegen Markus Söder (CSU): Viel Porträt, wenig Kontext

Mirze Edis, 2021 (Foto: Peter Ansmann)
Mirze Edis (Die Linke), 2021 (Foto: Peter Ansmann)

Der Duisburger Bundestagsabgeordnete  Mirze Edis (Die Linke) wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) politische Blindheit vor. Seine eigene Gegenüberstellung kommt allerdings ebenfalls mit einem eher eingeschränktem Sichtfeld aus: Zwei Ausschnitte, ein großes Porträt, ein fertiges Urteil. Die Begründung von Markus Söder fehlt.

Der Linken-Abgeordnete liefert betreutes Urteilen: Die Empörung ist inklusive, den Kontext muss man selbst beschaffen.

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marx21: Für Israel die Abschaffung, von der Linken das Parteibüro

marx21-Seitenkopf vom 30. November 2023: Es droht kein zweiter Holocaust, über einem Demonstrationsfoto mit From the River to the Sea-Plakat
Der Seitenkopf des marx21-Artikels „Es droht kein zweiter Holocaust“ von Hans Krause, veröffentlicht am 30. November 2023. Das ausgewählte Demonstrationsfoto zeigt ein „From the River to the Sea“-Plakat (Screenshot: marx21).

Das trotzkistische Netzwerk marx21 verlangte in einer eigenen FAQ die Abschaffung und „Zerstörung“ des zionistischen israelischen Staates. Es verortet sich selbst innerhalb der Linkspartei. Die Seite „FAQ“ ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Im Webarchiv ist sie noch aufrufbar.

Auf Facebook und Instagram lässt sich nachlesen, wie die Genossen ihre politische Linie verbreiten.

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SDS Bochum: Der Hauptfeind ist das eigene Denkvermögen

Panzergrenadiere des Panzergrenadierbataillons 112 (Foto: Peter Ansmann)
Bundeswehrübung, Symbolbild (Foto: Peter Ansmann – Panzergrenadiere in der Bayerwaldkaserne)

Der SDS Bochum hat die Weltlage abschließend geklärt: Der Feind sitzt zu Hause. Die sozialistische Hochschulgruppe der Ruhr-Universität Bochum wirbt gemeinsam mit der Berliner Palästina-LAG gegen eine Bundeswehrübung und liefert Karl Liebknecht samt rotem Dreieck hinterher.

Andere studieren, um etwas herauszufinden. Hier steht das Ergebnis schon vor dem ersten Seminar fest.

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Düsseldorf: Khamenei-Fans auf Friedensfahrt – Frauen sitzen extra

Für Mörder und Vergewaltiger auf der Straße: Die Apologoten des Terrors und der Barbarei in Düsseldorf (Foto: Peter Ansmann)
Düsseldorf, September 2025: Die Apologoten des Terrors und der Barbarei (Foto: Peter Ansmann)

„Zurück zu den Wurzeln“ heißt es am 26. September 2026 in Düsseldorf. Für die angekündigte Gaza-„Massendemo“ am kommenden Samstag wird mit Frieden und Menschenwürde geworben. Mitmobilisiert wird allerdings auch von einem Account, der Khamenei verehrt. Auf X ist ein „Intifada-Bus“-Flyer dokumentiert, der Terroristen kurzerhand zu Widerstandskämpfern erklärt.

Eine bemerkenswerte Reisegesellschaft. Die Welt soll befreit werden, aber im Bus herrscht schon mal Geschlechtertrennung. So viel Ordnung muss sein.

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Mirze Edis (Die Linke): Für die Mieter gibt’s Schadenfreude. Für ihn Diäten.

Mirze Edis, 2021 (Foto: Peter Ansmann)
Mirze Edis, 2021 (Foto: Peter Ansmann)

Der Duisburger Bundestagsabgeordnete Mirze Edis (Die Linke) hat einen Erfolg zu vermelden. Keine gerettete Fabrik, keine billigere Wohnung. Aber: Der Kurs der Vonovia-Aktie fällt.

„Die Kapitalisten kriegen Angst. Das heißt, wir machen etwas richtig!“, verkündet er auf Facebook und Instagram. Der größte Arbeiterführer im Universum – wo gibt – hat die Börse entdeckt.

Für Mieter ist diese Erfolgsmeldung natürlich eine erhebliche Entlastung. Nicht finanziell. Aber wer die nächste Mieterhöhung öffnet, kann sich wenigstens vorstellen, wie mies gelaunt ein Vonovia-Aktionär gerade ist. Solidarität heißt offenbar: Die Wohnung bleibt teuer, aber die Schadenfreude ist kostenlos.

Der Abgeordnete ist erfreulich anspruchslos: Andere müssen die Lage ihrer Wähler verbessern.

Ihm reicht schon die schlechte Laune der Aktionäre. So viel Bescheidenheit muss man sich als Wähler erst einmal leisten können.

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Die Linke Berlin: Die Genossen machen Probleme. Schuld ist die Kritik.

Satirische Karikatur: Ferat Koçak mit schwarzer Mütze und rot gefärbter Bartspitze sitzt rechts unter einem Solidaritätsschirm. Fiktive Linke-Genossen rollen eine rote Linie beiseite.
Die roten Linien sind transportabel, die Solidarität steht. (KI-Karikatur: Ruhrbarone / OpenAI; Ferat Koçak rechts als Karikatur; übrige Figuren, Szene und Sprechblase sind fiktiv. Koçak-Fotovorlage: PIC-ONE/Stefan Müller, Wikimedia Commons, CC BY 2.0; KI-bearbeitet.)

Die Berliner Linke will regieren. Ihre Palästina-LAG kümmert sich derweil um die Rückendeckung für Hannah Bruns und Ferat Koçak. Zwei neue Instagram-Beiträge vom 22. September 2026 zeigen, wie Arbeitsteilung in dieser Partei funktioniert:

Die Spitze sucht Vertrauen, die eigenen Gliederungen erklären, warum die Kritik an den Genossen das eigentliche Problem ist.

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Die Linke will ins Rote Rathaus. Ihre Palästina-LAG bevorzugt betreutes Regieren.

Instagram-Beitrag von Justus Dirks und der LAG Palästinasolidarität Berlin zum Wahlsieg der Linken
Justus Dirks und die LAG Palästinasolidarität Berlin fragen nach dem Wahlsieg, wie unabhängig die Palästina-Solidarität unter Regierungsverantwortung bleiben könne. (Screenshot: Instagram)

Die Linke hat Berlin gewonnen. Nun droht ihr das Schlimmste: Verantwortung. Ihre Palästina-LAG fragt deshalb vorsorglich, wie unabhängig man vom eigenen Wahlsieger bleiben kann – und ob SPD und Grüne politischen Druck ausüben.

Das klingt weniger nach Koalitionsverhandlungen als nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde, die schon vor Dienstantritt fertig ist.

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