
Deutschland gehört für viele Israelis weiterhin zu den Freunden ihres Landes. Doch das Verhältnis wird weniger selbstverständlich. Das neue HU-EF-Barometer der Hebräischen Universität Jerusalem zeigt Distanz auf beiden Seiten.

Deutschland gehört für viele Israelis weiterhin zu den Freunden ihres Landes. Doch das Verhältnis wird weniger selbstverständlich. Das neue HU-EF-Barometer der Hebräischen Universität Jerusalem zeigt Distanz auf beiden Seiten.

Am heutigen Dienstag dürfte in Sachsen-Anhalt die viel beschworene Brandmauer endgültig fallen. Tobias Rausch von der AfD soll zum Landtagspräsidenten gewählt werden. Möglich macht das ausgerechnet das BSW, während sich die CDU enthalten will. Politisch ist das ziemlich grotesk. Und trotzdem könnte dieser Tag eine wichtige Zäsur sein.
Ich gebe zu: Auch bei mir verursacht der Gedanke, dass ein AfD-Politiker eines der höchsten Ämter im Land übernimmt, Magengrummeln. Aber vielleicht sollten wir uns langsam ehrlich machen: Die Brandmauer hat ihren Zweck verfehlt.

Die AfD will die finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine abbauen und keinen deutschen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Bevorzugten Zugriff auf ukrainische Rohstoffe hätte sie trotzdem gern.
Für ein angeblich hoffnungsloses Land scheint unter der Erde erstaunlich viel Brauchbares zu liegen.

Hape Kerkeling warnt im Thüringer Landtag vor der AfD. Die dortige Fraktion verzichtet auf Fragen. Der Berliner AfD-Politiker Julian Adrat wiederum hat nach eigenen Angaben Strafanzeige wegen Kerkelings Buchenwald-Vergleichs erstattet. Zwei Reaktionen aus derselben Partei: In Erfurt bleibt das Fragerecht ungenutzt, aus Berlin kommt eine Anzeige.

Die AfD-Bundestagsfraktion sorgt sich um eine mögliche Hysterie wegen Dürre. Dieselbe Fraktion fordert staatliche Dürrehilfe. MdB Ingo Hahn (AfD) ist bei beidem dabei. So viel geistige Beweglichkeit muss man erst einmal aufbringen.

Die AfD will Nord Stream wieder öffnen. Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew verspricht auf X schon einmal die gemeinsame Wiedereröffnung und lobt die Partei als Stimme des deutschen Volkes. Die Bundesregierung kommt in dieser Rollenverteilung nicht vor. Die europäischen Sanktionen allerdings schon – auch wenn sie im Post fehlen.

Am 19. und 20. September 2026 fand in Mülheim an der Ruhr der Landesparteitag der Linkspartei statt. Die Linke Nordrhein-Westfalen hat dort am letzten Wochenende ihr Programm für die NRW-Landtagswahl 2027 beschlossen. Es ist ein Programm für Menschen, denen Enteignungen, autofreie Städte und eine Schule ohne Noten noch nicht als ausreichend große Veränderung erscheinen.
Die Partei will außerdem den Ausbau von Rüstungsstandorten stoppen, den Verfassungsschutz als Inlandsgeheimdienst abschaffen und das Wahlalter auf 14 Jahre senken. Man kann der Linken jedenfalls nicht vorwerfen, ihre Richtung zu verheimlichen.

Der Duisburger Bundestagsabgeordnete Mirze Edis (Die Linke) wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) politische Blindheit vor. Seine eigene Gegenüberstellung kommt allerdings ebenfalls mit einem eher eingeschränktem Sichtfeld aus: Zwei Ausschnitte, ein großes Porträt, ein fertiges Urteil. Die Begründung von Markus Söder fehlt.
Der Linken-Abgeordnete liefert betreutes Urteilen: Die Empörung ist inklusive, den Kontext muss man selbst beschaffen.

An Selbstbewusstsein fehlt es Alice Weidel (AfD) definitiv nicht.
„Für die USA und Russland hat sich herauskristallisiert, dass als verlässlicher Ansprechpartner in Deutschland nur noch die AfD in Frage kommt“,
verkündete die AfD-Chefin am 21. September auf X.
Die Bundesrepublik hat zwar eine Regierung, ein Auswärtiges Amt und Botschaften. Aber das ist offenbar nur diese komplett überschätzte Bürokratie der Altparteien: Im Weltmachtland der Alice Weidel reicht eine Erklärung, und schon erscheinen Washington und Moskau wie zwei Großmächte, die nervös auf den Rückruf aus der AfD-Zentrale warten.
Ein Mandat ist dabei eher hinderlich. Wer sich selbst zur letzten verlässlichen Ansprechpartnerin des Westens und des Ostens erklärt, muss schließlich keine Regierung bilden, keine Verträge verhandeln und vor allem niemanden fragen, ob sie überhaupt mit am Tisch sitzen darf.

Die Ukraine wurde 2022 von Russland überfallen, bombardiert und teilweise besetzt – und verteidigt sich seit diesen Zeitpunkt gegen den Angreifer.
Alice Weidel hat sich überlegt, was man für dieses Land noch tun könnte und hatte schließlich eine Idee: einfach mal der Ukraine eine Rechnung schicken.