Jens Spahn ist kein schlechter Politiker. Er ist einfach ein verdammt berechnender. Einer, der die Klaviatur der Selbstinszenierung so virtuos beherrscht, dass man fast vergisst, wie dünn die inhaltliche Substanz dahinter oft ist. In den letzten fünf Jahren hat CDU-Mann Spahn weniger Politik gemacht als Politik gespielt – und dabei vor allem sich selbst in Szene gesetzt.
Kevin Großkreutz (links) noch in Diensten des BVB in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Kevin Großkreutz war nie ein gewöhnlicher Fußballer. Er war laut, leidenschaftlich und ein Kind seiner Stadt – der Inbegriff des Malocher-Typs, der bei Borussia Dortmund zum Kultspieler aufstieg. Doch ebenso rasant wie sein Aufstieg verlief auch sein Fall. Heute steht Großkreutz weniger für sportliche Erfolge als für eine Abfolge von Skandalen, Eskapaden und ein Karriereende, das eher einem Boulevardstück als einem würdevollen Abgang eines Weltmeisters gleicht.
Gute Laune beim günstigen Lebensmittelkauf. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Ich gebe es offen zu: Ich kaufe – trotz der Vorwürfe, die einem als dortigem Stammkunden immer wieder entgegenschlagen – gerne dort ein. In einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten für viele zur Belastung werden, stehen Discounter wie Aldi, Lidl, Penny oder Netto auch bei mir hoch im Kurs. Man muss halt sehen, wo man bleibt.
Die regelmäßig geäußerte Kritik – sei es wegen fragwürdiger Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben, des immensen Preisdrucks entlang der Lieferkette oder der oft bedenklichen Fleischproduktion, nehme ich wahr, sie führen bei mir jedoch nicht zu einem schlechten Gewissen. Denn bei aller berechtigten Skepsis darf eines nicht übersehen werden: Für Millionen Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen sind diese Märkte inzwischen geradezu unverzichtbar – und verdienen deshalb zumindest ein gewisses Maß an Anerkennung. Meine Wertschätzung haben sie jedenfalls.
Diskutiert wird über die B474n schon Jahrzehnte. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Es ist Pfingsten! Das heißt, hier im Büro-Blog der Ruhrbarone sind wir am langen Wochenende mal wieder mit unseren Stammlesern weitestgehend unter uns. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch von einer Beobachtung zu erzählen, die ich gemacht habe.
Im Stadion des MSV Duisburg. Archiv-Foto: Daniel Jentsch
Kaum einer außerhalb Duisburgs hat davon Notiz genommen, doch der MSV ist tatsächlich seit ein paar Tagen zurück in der 3. Liga – eigentlich eine gute Nachricht für einen Klub, der sich über Jahre hinweg durch sportliche Talfahrten und strukturelles Chaos selbst ins Abseits manövriert hat. Doch trotz des sportlichen Erfolgs in der Regionalliga West bleibt der große mediale Knall aus. Keine bundesweiten Schlagzeilen, keine hitzigen Debatten in Fußballtalks, nicht einmal ein spürbarer Hype in sozialen Netzwerken. Der Aufstieg der „Zebras“ wirkt eher wie ein leises Aufatmen denn ein lauter Neubeginn. Und das hat Gründe – unangenehme, aber ehrliche.
Es war zwar kein sportliches Drama, doch eben auch nicht die erhoffte bestandene Reifeprüfung. Die 1:2-Niederlage der deutschen Herren-Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale der Nations League gegen Portugal am gestrigen Mittwoch hat deutlich gemacht, dass das Team unter Bundestrainer Julian Nagelsmann noch nicht die erhoffte Reife und Stabilität erreicht hat. Trotz positiver Entwicklungen in den letzten Monaten offenbaren sich weiterhin strukturelle Schwächen, die eine ernsthafte Konkurrenzfähigkeit auf internationaler Ebene in Frage stellen.
Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Eigentlich schien die Nachfolge an der Vereinsspitze von Borussia Dortmund klar geregelt. Hans-Joachim Watzke, seit Jahren das Gesicht des BVB und maßgeblicher Architekt des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs nach der Fast-Insolvenz 2005, hatte sich in Stellung gebracht, im November 2025 auf Präsident Dr. Reinhold Lunow zu folgen.
Ein Übergang im Sinne der Kontinuität, so schien es – geplant, abgestimmt, beinahe schon besiegelt. Doch nun könnte ausgerechnet Lunow selbst dem langjährigen Geschäftsführer einen Strich durch die Rechnung machen. Wie aus Vereinskreisen durchsickerte, denkt der 71-Jährige darüber nach, doch für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Für Watzke wäre das mehr als nur eine Formalie – es wäre eine völlig unerwartete Machtprobe innerhalb des eigenen Vereins.
Du schaust gerne gute Dokumentarfilme und hast am übernächsten Donnerstag, den 12. Juni 2025, ab 19 Uhr noch nichts vor? Dann haben wir eine tolle Idee für dich!
Frank Baumann war mal ein erfolgreicher Kicker. Quelle: Wikipedia, Foto: Matthias K. / www.snapfactory.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Rückkehr von Frank Baumann in eine verantwortliche Position im Profifußball hat vielerorts für Aufsehen gesorgt – und für Unverständnis. Dass ausgerechnet er als neuer Sportvorstand des FC Schalke 04 verpflichtet wurde, wirft eine ganze Reihe von Fragen auf.
Fragen nach sportlicher Vision, Führungsqualität und notwendiger Veränderungsbereitschaft. Die Entscheidung wirkt wie ein Schritt zurück in eine Zeit, in der Stillstand und Mittelmaß regierten – nicht wie ein Aufbruch in eine sportlich ambitionierte Zukunft.
Am Emscherland in Castrop-Rauxel im Juni 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt
Wenn man an Castrop-Rauxel denkt, kommen den meisten wohl rauchende Schlote, Zechenromantik und Ruhrgebiets-Charme in den Sinn. Doch wer sich heute ins Emscherland begibt – dem neuen grünen Herzen der Stadt – merkt schnell: Das Ruhrgebiet verändert sich. Nicht immer zum Schlechten.
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